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Jadis : "Photoplay" (InsideOut/SPV) (11/60:38)

Sehr gespannt war ich auf dieses Werk, zählen Jadis doch mit zu meinen Favoriten der britischen Neo Prog Szene. Obwohl ich gerade die bisherigen, dem Marillion-Sound zugewandten Werke sehr schätze, muss ich doch sagen, dass es Jadis gut tut,mit dem leicht veränderten Sound dieses Albums deutlicher aus dem Schatten der Neo Prog Überväter zu treten. Schon der Opener "There Is A Light" klingt frisch, die Gitarrenmelodie ist klasse, bleibt im Ohr hängen. Überhaupt steht die Gitarre von Gary Chandler noch mehr im Vordergrund, klingen mitunter auch härtere Riffs an wie in "Asleep In My Hands". Dabei geht jedoch nie der Bezug zum Prog verloren, doch auch Rockfans können sich die Scheibe anhören. "I Hear Your Voice" hat eine schöne, Rush-artige Bassarbeit. "Who I Am", "Please Open Your Eyes" und "Need To Breathe" sind weitere Anspieltipps. Der Titeltrack steht zum Schluss und ist ein Instrumental. Für mich ist diese Mischung aus traditionellem Sound und Neuem ein gelungener Fall für die sofortige Aufnahme und den dauerhaften Verbleib in unserem Archiv. (Ralph)

Jorn : "The Duke" (AFM/Soulfood) (12/44:30)

Mr. Lande hat echt einen hohen Output und das Schöne dabei ist, dass er regelmäßig echte Qualitätsarbeit abliefert. Während „Stormcrow“ auch auf Whitesnake´s „Slip Of The Tongue“ gepasst hätte, scheinen „End Of Time“, „We Brought The Angels Down“ und „Blacksong“ eher für Masterplan gedacht gewesen zu sein. Überhaupt scheint der Unterschied zu seiner Stammband Masterplan diesmal geringer zu sein. Beim Refrain von „Duke Of Love“ möchte man fast „there ain´t no cure for the summertime blues“ singen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Mit „Burning Chains“ hat Jorn einen balladesken Song im Gepäck, bei der ihm erneut seine stimmliche Nähe zu Coverdale von Vorteil ist. Prominente Gäste haben ihm auch unter die Arme gegriffen: Don Airey von Deep Purple an den Keyboards und Ex-TNT-Basser Morty Black am Langholz. Kurios ist, dass der Rauschmeißer „Starfire“ betitelt ist, wie ja Jorn´s erstes Soloalbum bekanntlich hieß. Bewertung? Ein klarer Pflichtkauf für alle Fans klassischen Hardrocks. (Ralph)

Kamelot : "One Cold Winter´s Night" (Steamhammer/SPV; 11/50:03; 7/40:45)

Nach zuletzt starken Studioalben legen Kamelot nun also ihr zweites Livealbum vor, dass es neben der mir vorliegenden Doppel-CD auch als Doppel-DVD sowie als Doppel-DVD/Doppel-CD-Set gibt. Ein Schwerpunkt liegt erwartungsgemäß auf dem letzten Album "The Black Halo". Der Sound ist in Ordnung, die Live-Atmosphäre kommt auch rüber. Die teilweise norwegischen Ansagen von Roy Khan kommen etwas seltsam daher, durchgehend Englisch wäre da sicher für eine internationale Veröffentlichung besser gewesen. Das "Keyboard-Solo" ist Gott sei Dank kurz und mehr als Intro zu dem fantastischen "The Haunting" zu sehen. Die weibliche Gesangsunterstützung durch Simone von Epica rundet den Sound ab. Weiteres Highlight ist sicher "Elizabeth (Part I, II & III) mit über 13 Minuten. Hier gibt es wohl wenig Anlass zum Meckern, einzig das Drum-Solo hätte man sich sparen können, doch der Fan greift wohl eher zur DVD oder dem DVD/CD-Set. Pflichtkauf für Fans. (Ralph)

Karthago: "Karthago" (1980 Hungaroton, 9+5 tr, 63min)

Eines der schönsten Plattencover überhaupt umhüllt würdig einen Klassiker, den man angesichts des Alters mit offenem Mund und verträumtem Blick ungläubig staunend in sich aufsaugt. Musikalisch bewegt man sich zwischen Magnum, Demon und Rainbow und das auch noch absolut auf Augenhöhe. 9 tracks sind auf der Original LP in ungarisch gesungen. Ergänzt durch 5 Bonustracks, 2 davon in englisch. Das Textheft ist für die meisten von uns zwar eher unnütz, enthält aber einige Photos, die Karthago auf den Spuren von Dschingis Khan zeigen, strange. Wer melodischen Hardrock favorisiert, kommt um Karthago nicht herum. (Dirk)

King Diamond : "Give Me Your Soul...Please" (Massacre Records/Soulfood; 13 Tracks)

Mal ehrlich: wann hören die Plattenfirmen endlich auf, uns Musikjournalisten unter Generalverdacht zu halten, alle Scheiben vor dem Release ins Internet zu stellen oder meistbietend zu verhökern? Herzlichen "Dank" an dieser Stelle auch an die paar unlauteren "Kollegen": wegen diesen illegalen Aktivisten bekomme ich also im Falle von King Diamond wieder einmal nicht mal mehr eine vollwertige Promo - die ja auch schon nicht der Ladenversion mit Booklet entspricht -, sondern eine "Voice Over"-Version mit Gequatsche zwischendurch, der die Songs unterbricht. Was mir trotz dieser Einschränkungen im Ohr hängen geblieben ist, scheint auf ein starkes Album im Stile der klassischen (ersten) King Diamond-Scheiben hinzudeuten. Ob es aber wirklich ein Pflichtkauf ist, davon solltet ihr euch dann besser mit einem richtigen Hörtest beim Händler eures Vertrauens übezeugen. (Ralph)

King Leoric: "Thunderforce" (privat / 11 tr)

Wenn die Musiker von Majesty Mitte 60 wären, könnten sie unbesorgt in Rente gehen, denn würdige Nachfolger stehen bereit. King Leoric sind -true- Metaller. Man fragt sich, wie man eine derart druckvolle Produktion, derart eingängige Songs und ein schönes Artwork ohne Label hinkriegt. Jeder Song ein Meisterwerk, roh, ehrlich, melodisch, gut. Übrigens könnt ihr von der Band auch zahllose Live-CDs und DVDs bestellen, originelle Idee. Wer ein nebenwirkungsfreies Antidepressivum braucht, findet hier reichlich Stoff. (Dirk)

Leverage : "Blind Fire" (Frontiers/Soulfood; 10/53:01)

Der Hinweis auf dem Waschzettel der Plattenfirma "Rainbow and Magnum Sound meeting the Power Of Stratovarius and Masterplan!" macht zumindest erst einmal die potentielle Zielgruppe und damit angesprochene Käuferschicht klar. Damit liegen Frontiers eigentlich auch ganz gut in der Beschreibung, den epische Elemente treffen hier ganz klar auf typischen getragenen Hardrock mit Keyboards, wie er nur aus Skandinavien kommen kann. Das letztere erklärt sich schonmal damit, dass Leverage aus Finnland kommen. Und sie haben mit Pekka Heino (!) einen starken Sänger in ihren Reihen, der auch bei Brother Firetribe aktiv ist, obwohl sicher alle deutschen Hardrockfans bei dem Nachnamen eher abgeschreckt werden. Stimmlich ist Pekka gar nicht so weit von Jeff Scott Soto entfernt, wobei dieser grobe Vergleich eher Referenz als Nachteil ist. Die Songs laufen trotz gewissem Epic-Faktor gut rein und ab und an ist auch der Hitfaktor mit dabei wie etwa in "Stormchild", das ganz klar melodischer Hardrock ist. Da passt der Vergleich mit Magnum wieder gut, denn die britischen Epic-Hardrocker haben ja neben den epischen Tracks auch immer wieder Smash-Hits am Start. Die Scheibe ist jedenfalls durchgängig klasse ohne Ausfälle und daher ein ganz klarer Pflichtkauf für alle Fans melodischen Hardrocks und wohl auch ein Fall fürs Archiv. Da "Blind Fire" nicht das erste Album der Jungs ist, solltet ihr gleich mal auch nach dem Debutalbum "Tides" Ausschau halten, das bisher nur in Finnland und Japan erschienen ist und nun von Frontiers zeitgleich zum Mid-Price auch im Rest der Welt veröffentlicht wird. (Ralph)

Logar's Diary: Book II - Parlainth - The forgotten city (privat, 13tr, 57'37min)

Nach dem mich ihr Erstling vor einigen Jahren sehr angenehm überrascht hatte, habe ich weder Kosten noch Mühen, noch eine lange Wartezeit (viele Grüße) gescheut, um auch des Zweitlings habhaft zu werden. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Zumindest für Menschen wie mich, die auf Melodic Speed können. Mit mittelelterlichem Instrumenteneinsatz verfeinert. Abgeschmeckt mit einem sehr guten Sänger. Serviert an komplexen lesenswerten Texten. Im Dialog mit einem gelungenen Artwork. Und das ganze als Eigenleistung, Respekt, Stern erteilt (Dirk)

Lordi : "The Arockalypse" (Drakkar/Sony BMG) (44:59)

Eins vorweg: das letzte Album "The Monsterican Dream" fand ich echt misslungen. Umso erstaunter war ich, als sich mir dieses Hammeralbum in die Gehörgänge einfraß. Schon das Intro "SCG3 Special Report", ein Fake-Radiobericht über die Invasion von außerirdischen Monstern - natürlich Lordi & Co. - ist super gelungen. Als Gast ist hier übrigens Dee Snider mit dabei. Danach haut einen "Bringing Back The Balls To Rock" fast um: welch ein Titel, was für ein Auftrag :-) Das ganze Album läuft dann ohne Schwächen in einem durch, wie man es heute selten erlebt. Das liegt aber auch daran, dass Lordi sich eher an die Spieldauer aus alten Vinyltagen halten. Da noch mehr Höhepunkte dabei sind wie z.B. "The Kids Who Wanna Play With The Dead" und das als Duett zwischen Lordi und Udo Dirkschneider ausgestaltete "They Only Come Out At Night" ziehe ich hier die Höchstnote ohne wenn und aber: absoluter Pflichtkauf und ein klarer Fall für den dauerhaften Einzug in das Archiv. Ach ja: weitere Gastauftritte von Bruce Kulick und Jay Jay French an der Gitarre gibt es auch noch. (Ralph)

Magnum : "Wings Of Heaven Live" (Steamhammer/SPV; 9/57:45 + 10/58:47)

Was soll man zu Magnum noch groß sagen, außer das die Herren Catley, Clarkin, Stanway & Co. einfach eine absolute Ausnahmeerscheinung sind und einfach eine Ausstrahlung haben, die vielen heutigen Bands einfach fehlt. Und das liegt sicher nicht nur daran, dass die heutigen Bands jünger sind, denn magnum klangen als Jungspunde schon einzigartig und herausragend. Auf der letzten Tour zum "Princess Alice And The Broken Arrow"-Album konnte ich die Jungs bewundern und ich muss sagen, sie haben das Publikum einfach mitgerissen und voll überzeugt. Live-Dokumente in CD-Form dagegen sind immer so eine Sache. Selten gelingt es, die Magie eines Auftrittes oder einer Tour aufzunehmen. Das ist bei einer DVD - die hoffentlich noch folgt - anders, denn mit dem zugehörigen Bild wird der Eindruck schon weitaus runder. Hier hat man die Besonderheit, dass man die UK-Tour quasi zum 20-jährigen Jubiläum der "Wings Of Heaven"-Scheibe genutzt und die Scheibe einmal komplett live mitgeschnitten hat. Folglich findet man auf der zweiten CD dieses Album in voller Länge und der richtigen Songreihenfolge, was ja schon einmal eine gute Sache ist. Die zweite CD rundet übrigens die Zugabe "Sacred Hour" ab. Auf der ersten CD findet man Hits aus der Historie wie "Kingdom Of Madness" vom gleichnamigen Debutalbum, "How Far Jerusalem" von "On A Storyteller´s Night" und von "Vigilante" den Titeltrack und "Back Street Kid". Natürlich gibt es auch Songs des aktuellen Albums, unter anderem das geniale "When We Were Younger". Allerdings muss ich einen deutlichen Abzug für die meines Erachtens nicht so gelungene Soundqualität machen. Hoffentlich kriegt man das für die DVD noch ein wenig besser hin. Unter Strich wohl ein Pflichtkauf für alle Magnum-Fans und ein Optionskauf für alle anderen. Wer Magnum noch nicht kennen sollte, schafft sich lieber die Studioversion von "Wings Of Heaven" an und dazu noch die "On A Storyteller´s Night" in jedem Fall. Danach empfehle ich "Chasing The Dragon", "Kingdom Of Madness", "Vigilante" und natürlich die sehr gut gelungene aktuelle Studioscheibe "Princess Alice And The Broken Arrow". Am besten ihr kauft euch alle! (Ralph)

Majesty : "Sons Of A New Millenium" (Massacre/Soulfood) (5/22:45)

Ein kleiner Appetithappen fürs neue Album 'Hellforces' sollte es werden und es ist schon fast eine ganze Mahlzeit geworden. Der Titeltrack geht gewohnt gut ins Ohr, aber es fehlt der letzte Kick, der bisher alle Alben von Majesty ausgezeichnet hat. 'Make it, not break it' klingt wie ein Accept-Ableger. Der Höhepunkt der EP ist 'Guardians if the dragonflame (orchestral)'. So würden Rhapsody mit Tarek klingen. So langsam dürfte es schwierig werden, im 'Castle - Rainbow - Warrior' - Bereich überhaupt noch neue Singtitel zu erfinden, alle denkbaren Kombinationen mit Dragon, Flame, Sword und Axe müssen doch bald vergeben sein.Die Liveversion von 'Hail to Majesty' klingt ein bißchen steril, der Abschlußsong 'Ride and Fight' im neuen Glanze ist tatsächlich besser als zuvor. Hier gibt es value for money, aber auf 'Hellforces' werden hoffentlich noch ein paar Schüppen nachgelegt. Kaufempfehlung. (Dirk)

Martyr "For the universe" (Metal for Muthas / High Vaultage, 15tr)Die beiden essentiellsten Re-Releases seit Langem sind die beiden damals sträflich untergegangenen Platten der Holländer Martyr. 'For the universe' erschien damals mit 7 tracks, einem formidablen Cover und verträumtem, melodischem druckvollem Metal, der nur deshalb nie Arenen gefüllt hat, weil die Platte selbst in ihrem Heimatland kaum zu bekommen war. Sie ist nie vernünftig vertrieben worden, sonst würden Manowar heute bei Martyr als Vorgruppe spielen. High Vaultage haben diesen Oberhammer entstaubt, mit 8 Demotracks angereichert, mit einer tollen History und Texten garniert und jetzt könnt ihr sie alle kaufen. Wer weiß, vielleicht wird das ja noch was mit der Headlinertour. (Dirk)

Martyr "Darkness at time's edge" (High Vaultage / Metal for Muthas, 15tr, 67min)

Zwei Jahre nach der MiniLP legten Martyr kräftig nach. Ein track mehr, musikalisch noch ein Tick besser, ein Meisterwerk, das mit 'Operation mindcrime' oder 'Shadow thief' auf Augenhöhe steht. Mit der Platte hätten Martyr 'mit den Großen pissen gehen' können, wenn nicht immer noch ein mieser Vertrieb das verhindert hätte und ein unbestreitbar metallisches, aber nichtssagendes Cover sein übriges getan hätte. Jetzt schlagt zu, 6 Stücke von Demos und Nachfolgeprojekten vervollständigen dieses Meisterwerk und natürlich die High Vaultage typische meisterhafte Aufmachung. (Dirk)

Masterstroke : "Sleep" (Dynamic Arts Records/Alive; 10/41:58)

Laut Info ist "Sleep" das Zweitwerk von Masterstroke, aber in hiesigen Gefilden eigentlich das erste erhältliche Werk der Band, da das Debut "Apocalypse" aufgrund von geschäftlichen Problemen (?) nur in Japan und Russland erhältlich ist. Schade eigentlich, denn wenn das Debut der Finnen in die gleiche Kerbe schlägt wie "Sleep", dann ist uns da etwas entgangen. Masterstroke spielen melodischen Metal mit zwei Gitarren (die zweite klampft Sänger Niko Rauhala) und Keyboards. Als ganz grobe Richtung verweise ich mal auf Sonata Arctica. Der Vergleich hinkt aber, da Sonata Arctica mehr auf direkt ins Ohr gehende, sehr eingängige Melodien setzen, während Masterstroke zwar auch melodiös klingen, aber doch eher auf subtile, nicht so direkte Art. Dabei setzen sie streckenweise auch auf aggressives Riffing, ohne jedoch in zu harte Gefilde vorzustoßen. Irgendwie haben die Jungs damit ihre durchaus eigenständige Note, was ja auch nicht mehr viele Bands heutzutage vorweisen können. Dem Hinweis im Info, dass "Sleep" alle Freunde harter, aber dennoch melodischer Klänge in den Bann ziehen wird, kann ich mich da nur voll und gang anschließen. Wenn man bedenkt, was uns viele andere - auch bekannte - Bands da als neue CD auftischen, kann man diese Scheibe mit Fug und Recht als Pflichtkauf bezeichnen, da sie wirklich Qualität bietet. (Ralph)

Andre Matos : "Time To Be Free" (Steamhammer/SPV; 11/64:22)

Nach Viper, Angra und Shaman sowie dem Projekt Virgo hat sich Andre Matos nun dazu entschieden, unter seinem eigenen Namen weiterzumachen. Bekannt genug dafür ist der Brasilianer ja mittlerweile sicher in der internationalen Szene. Zu Angra-Zeiten hatte ich immer ein wenig Schwierigkeiten mit seiner an sich guten Stimme, mit der Andre es aber in punkto Höhen manchmal etwas nervig übertreiben kann. Daraus, dass er ein großer Fan von Helloween zu Kiske-Zeiten ist, hat er ja nie einen Hehl gemacht und so nimmt man es ihm nicht übel, sondern erfreut zur Kenntnis, dass sein Solodebut "Time To Be Free" wie eine moderne Fortführung dieses Sounds klingt. Dabei tragen gelegentlich natürlich auch Tribal-Sounds aus der Heimat wie in "Rio" (sic!) zur Abrundung bei. Komischerweise fällt mir beim Hören der Scheibe auf, dass Andre ein wenig Ähnlichkeit zu Tobias Sammet aufweist (oder der zu ihm?), was nicht verwundert, da ja beide wohl große Kiske-Verehrer sind und auf dessen Spuren wandeln (ohne diesen allerdings je zu erreichen). Trotz der Melodic-Speed-Grundhaltung sind es immer wieder die vielschichtigen Soundabwechslungen wie im fast keltischen und orchestralen Beginn von "Remember Why", die dieses Album hörenswert machen. Herzstück der Scheibe ist sicher der über achteinhalb Minuten währende Titeltrack. In Szene setzen kann Andre sich auch bei der Ballade "A New Moonlight". Insgesamt muss ich sagen, dass die Scheibe eigentlich keinen richtigen Ausfall parat hält, die Songs sind durchweg gut. Deshalb sehe ich dieses Album überraschenderweise anders als erwartet auch als Pflichtkauf für alle Freunde melodischen Hochgeschwindigkeitsmetals mit Orchestrierungstendenzen (hurra: neue Schublade) an. Se voce vai ler isso Andre: bem feito! (Ralph)

Medina Azahara: "La estación de los suenos" (Avispa, 13 tr, 56'22min)

Der Name sagt Euch nichts? Medina Azahara legen hier ja auch erst ihr 19. Album vor. Wurden Mitte der 70er in Spanien gegründet und sind dort so was wie hier die Scorpions. Die Texte sind in Landessprache, die Musik ist melodischer Hardrock der besten Sorte mit arabischen und folkloristischen Parts. Dieses Album von 2005 ist ihr aktuellstes Werk und kann diesmal mit vielen ruhigen Parts und dichter Atmosphäre überzeugen. Manuel Martinez ist ein unglaublicher Sänger und alle Instrumentalisten beherrschen ihr Handwerkszeug eindrucksvoll. Nur finden müßt Ihr die CD in Deutschland erst mal. Jede andere CD von Medina Azahara ist ebefalls bedenkenlos zu empfehlen, wenn Euer musikalisches Interesse nicht bei Sodom endet. TOP Empfehlung (Dirk)

Mental Menace:  "Menace rising" (privat 2006, 3tr, 13'38min)

Ehrlicher Teutonenstahl findet sich auf dieser Privatpressung, Richtung Unrest oder Warrant (natürlich die deutschen). Die 3 tracks sind hörenswert, es fehlt aber ein bißchen der Wiedererkennungswert. Es findet sich sogar ein eingelegtes Textblatt. Kein Meilenstein, aber eine Kaufempfehlung für Underground-Fans wie mich (Dirk)

Messenger: "Under the sign" (STF, 11tr, 44'53min)

Alles in allem ist dies bereits die 6. Veröffentlichung von Messenger und eine DVD legen sie auch noch hinterher. Respekt! Musikalische bewegen sie sich zwischen melodischem Hardrock und Metal, auf 'Under the sign' scheint die Inspiration von Manowar, Majesty und Hammerfall zu überwiegen. Dabei sind sie keine Kopie, sondern haben ihren eigenen Stil. Eingängige stählerne Hymnen wie 'Titans' sorgen für echte Freude. Nur hohen Gesang muß man mögen. 11 Stücke ohne größere Ausfälle. Die Vorgänger CDs / Demos sind doch deutlich hardrockiger, etwas weniger professionell, aber allemal hörenswerte, ehrliche, irgendwie typisch deutsche Kost (Dirk)

Metal Inquisitor "Doomsday for the heretic" (Hellion, 12tr, 52'42min)

11 Eigenkompositionen und ein Priest-Cover bieten dem echten Metaller hier jede Menge Freude fürs Geld. Metal Inquisitor sind glaubwürdiger Metal-Underground und bieten Mucke, die einem das debile Grinsen in die Augen treibt. Ausnahmsweise habe ich mal nix zu meckern, Musik ohne Fehl, Tadel und Ausfall, abgedruckte Texte, ein passendes stimmungsvolles Artwork und augenzwinkernder Humor, der einen Song mit dem Titel 'Bad Boys Hardrock Police' auf die Menschheit losläßt. Warum der Leadguitarist Blumi genannt wird, läß sich zumindest seinem Foto nicht unmittelbar entnehmen. Empfehlung (Dirk)

Miss Behaviour : " Heart Of Midwinter" (Sunset Fox Records/NL Distribution; 9/41:02)

5 Schweden brachte 2003 die Leidenschaft für Rockmusik zusammen. Anfangs eher ein Hobby, entschlossen sich die Jungs nach den Kritiken zu ihrer Demo-CD "Launch The World" (die ich nicht kenne), ein "richtiges" Album zu produzieren. Dies legen Sie nun mit "Heart Of Midwinter" vor. Auf dem als Konzeptalbum angelegten Werk erzählt die Band die Geschichte eines Mannes, der versucht, sich mit seinem Glauben in einer kalten und unwirtlichen Gesellschfat zurecht zu finden. Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? So geht es doch einigen von uns. Stilistisch orientiert man sich an den Helden der 80er, allerdings in zeitgemäßem Gewand. Die Jungs verstehen es, verschiedene Elemente zu einem klangvollen Gesamtwerk zu verbinden. Als Beispiel mag "Dreams Are Cursed" dienen, das sehr seicht mit Flötenklängen beginnt und sich dann zu einem klasse Melodic Metal Song entwickelt. Auffällig ist auch der gute Chorgesang. Sowohl Gitarre als auch Keyboard bekommen ausreichend Raum. Auf dem Album sind getragen Parts mit Pianoklängen als auch knackige Gitarrenparts vertreten. Vergleiche sind schwer, aber Liebhaber von Schweden-Hardrock können hier zugreifen. Optionskauf. (Ralph)

Mob Rules : "Ethnolution A.D." (Steamhammer/SPV; 12/51:25)

Mit leichter veränderung im Team überraschen MR gleich zu Beginn des Albums mit dem 5 Songs plus Prolog/Intro umfassenden Konzept "Ethnolution". Dabei knüpfen sich MR mit jedem einzelnen Song textlich Mißstände unseres Weltgeschehens vor, unter anderem den Ku-Klux-Klan oder das Thema Heiliger Krieg - textlich gut umgesetzt in "Unholy War" - man beachte den feinen Unterschied. Doch auch die sechs nachfolgenden Songs sind dem vorangegangenen Konzept ebenbürtig: geboten wird melodischer Metal mit teils epischem, pompösen Arrangements. Als Anspieltipps mögen "Unholy War", "Ashes To Ashes" und der balladeske, orchestrale Rausschmeißer "Better Morning" für einen ersten Eindruck dienen. Ein guter Optionskauf. (Ralph)

Morian : "Sentinels Of The Sun" (Dynamic Arts Records/Alive; 11/45:27)

Dieses 6-er-Pack aus Finnland hat sich dem modernen harten Rock (von Hard Rock will ich nicht sprechen, denn darunter verstehe ich etwas ganz anderes...) mit Gothic-Touch und den typischen Piano-Klängen als Untermalung verschrieben. Immerhin wandeln sie nicht hautnah auf den Spuren von HIM. Der Sänger erinnert mich ein bißchen an Blaze Bailey. Irgendwie fehlt mir an den Songs aber das gewisse Etwas, das hängen bleibt und den Wunsch nach erneutem Anhören weckt. So sind die Songs nicht mehr als eine nette Untermalung. das ist zu wenig, um sich im Veröffentlichungsdschungel von der Masse abzuheben. Hätte ich mir nicht gekauft. (Ralph)

Neal Morse : "?" (InsideOut/SPV)  (12/56:28)

Das neue Opus von Neal Morse ist schlicht mit einem Fragezeichen betitelt. Wohl kaum, weil Neal plötzlich die Phantasie ausgegangen ist. Eher schon, weil das Album zwar in 12 separat anwählbare Titel unterteilt ist, Neal das Werk aber als Einheit sieht. Stilistisch kurvt er durch bekanntes und damit sicheres Fahrwasser, das aber mit einer illustren Gästeschar. So tauchen neben den üblichen Mitstreitern Randy George und Mike Portnoy auch Roine Stolt oder Steve Hackett auf. Neben den hier und da immer wieder durchschimmernden Beatles-Einflüssen scheint Neal auch jede Menge Helder der 70er konsumiert zu haben. So wette ich, dass mindestens alle Frühwerke von Uriah Heep auch in seinem Schrank stehen. Da das bei mir auch der Fall ist, passt die neue Scheibe von Neal Morse gut dazu. Empfehlenswert. Ein Pflichtkauf für Fans gediegenen Prog-Rocks. (Ralph)

Mystery Blue: Claws of steel (Mausoleum, 1tr, 44'42min)

Die CD beginnt mit einer der bekanntesten und schwierigsten Partien von Mozart's Zauberflöte. Ein Wahnsinnsgesang. Tolle Idee. Mutig, sich daran zu trauen. Und sehr respektabel, dabei noch eine gute Figur anzugeben, Respekt Nathalie. Danach folgt 10x heftiger, bolleriger Stahl, wie man ihn aus den 80er liebt. Aber mit einer Mörderproduktion, die Mausoleum anno dazumal oft vermissen ließen. Alles richtig gemacht. Danke für eine tolle 3/4 Stunde. Aber warum nur 3/4? Es gibt doch den Repeatknopf (Dirk)

 

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