Abstract Rapture : "Democadencia" (Maddening Media/Alive; 11/54:46)
Aus Luxemburg kommt dieser Fünfer, der den heftigeren Metal-Klängen frönt. Besonders gut gefallen hat mir schon beim Reinschieben der CD das Design: die CD sieht aus wie das Testbild im TV...coole Sache. Die Songs kommen im deftigen Thrash Metal mit meist Hardcore-lastigem "Gesang" (um nicht Gebrüll zu sagen) daher, was mich ein wenig an alte Sepultura zu den Zeiten bis zur Chaos AD-Scheibe erinnert - ist ja nicht die schlechteste Referenz. Einzig das Intro von "Carpe Noctem" erinnert mehr an frühe Black Sabbath, was sich jedoch mit Beginn der eigentlichen Songstruktur ändert. Neben dem Thrash Metal-Anteil mit brutalerem Gesang ist da gelegentlich auch noch ein melodischerer Gesang am Start, der ein wenig in die Emo-Richtung geht, so wie der melodischere Gesang bei Linkin Park - natürlich nicht so kommerziell. Insgesamt ist die Scheibe wirklich interessant und gut geraten. Immerhin hat die Band es ja auch geschafft, den luxemburgischen Wacken Metal Battle zu gewinnen. Ergo ein Debutalbum, was ich für die Freunde der angesprochenen Klänge nur als Pflichtkauf empfehlen kann. (Ralph)
Ambition : "Ambition" (Frontiers/Soulfood) (12/57:45)
Hinter Ambition verbirgt sich der ehemalige Trillion-Sänger Thom Griffin, der hier mit tatkräftiger Unterstützung solcher Größen wie Tommy Denander an der Gitarre und Fabrizio V.Zee Grossi - verantwortlich für Bass, Keyboard und die gewohnt gute Produktion - ein Melodic Rock Album aufgenommen hat, das im rauhen Wind der Konkurrenz durchaus bestehen kann. Gesangliche Unterstützung erhält Thom von Joe Vana (Mecca) und Jean Michel Byron (ex-Toto), der mit "Hunger" sogar eine Song alleine zum Besten geben darf. "Shaping Fate & Destiny" erinnert zu Beginn gar an Survivor, verfolgt dann aber eigenständige Pfade. Mit "No Wasted Moments" ist auch eine stimmige Ballade dabei. Neben der angenehmen Stimme von Thom überzeugt vor allem wieder einmal die exzellente Gitarrenarbeit von Tommy Denander. Wer auf Melodic Rock a´la Foreigner, Survivor, Toto etc. steht, für den stellt Ambition einen Pflichtkauf dar. (Ralph)
Amplifier : "Insider" (Steamhammer/SPV; 12/59:05)
Zweites reguläres Album, das gleich cool mit dem Instrumental "Gustav´s Arrival" startet. Anders als auf der dem Debut nachgeschobenen EP "The Astronaut Dismantles Hal" (Kaufempfehlung für alle, die relaxte Prog-Klänge floydianischer Machart mögen!), sind hier keine ruhigen, progressiven Klänge zu vernehmen. Ein bisschen schade, die hatten mir eigentlich sehr gut gefallen. Doch die Gitarrenwände und alternativen Klänge sind zurück. Dabei gehen Amplifier durchaus melodisch zu Werke, wie z.B. im Titeltrack. So richtig vergleichbar sind eigentlich alle drei Werke der Band nicht. Dafür sind alle auf ihre Weise gut hörbar. Sicher nichts für den engstirnigen Metal-Fan, den "Metal" ist das nicht. Da fargt man sich nur, wie wohl das nächste Werk der Band klingen wird. Ein interessanter Optionskauf für Fans von Prog, Alternative, Independent-Klängen oder einfach gut gemachtem Rock abseits der 08/15-Kommerzschiene der Charts. Und natürlich ein Pflichtkauf für alle, die bereits Fans der Band sind. (Ralph)
Aria: "Armaggedon" (CD-Maximum, 2006, 10tr, 54'54min)
Melodisch, vertrackt, eingängig, eine Freude für Augen und Ohren. Und das beständig wiederkehrend seit 1985. Solltet Ihre Aria noch nicht kennen: Rußlands Antwort auf Iron Maiden. 10 epische melodische tracks, die nahtlos an alte Klopper anschließen. Dazu ein Hammer-Cover, das das Bandmaskottchen auf dem Mopped auf der Flucht vor Armaggedon zeigt. Möge ihnen endlich auch außerhalb der Heimat der verdiente Erfolg beschieden sein. Und ihren CDs ein flächendeckenderer Vertrieb. (Dirk)
Armory: "The dawn of enlightment" (privat 2007, 12tr, 69'50min)
Ab und zu scheinen die Jungs von Armory die beiden Keeper-Scheiben noch aufzulegen, Helloween sind jedenfalls die erst Assoziation, die einem bei dieser sehr empehlenswerten CD in den Kopf kommt. Man bewegt sich im melodischen Bereich, aber weit besser als Legionen von Bands, die das vorher probiert haben. Der Drummer scheint den Doublebass-Workshop mehrfach besucht zu haben und Adam Kurland legt eine sehr ordentliche Gesangsleistung hin. Die Songs sind alle recht lang, komplex und interessant arrangiert und überzeugen durch Tempowechsel und genretypische, aber keineswegs platte Texte. Besonders hervorzuheben ist der überlange Titeltrack. Das Artwork ist gelungen, Texte sind abgedruckt. Bemerkenswert ist, daß über die volle Distanz von 70 min keine Langeweile aufkommt. Die CD gab es auch 2005 schon als Eigenpressung mit anderem Artwork und in komplett anderem Mix auf 200 Stück limitiert, viel Spaß beim Suchen (Dirk)
Aska: "Absolute power" (Vanadium, 2007, 10tr, 48'40min)
Kurz gesagt, der Titel ist Programm. Ein Intro wie ein Soundtrack leitet einen unglaublich dichten, powergeladenen Opener ein, Melodie und Power in Perfektion. Noch eine Schüppe härter als die Vorgängerscheiben, aber immer melodisch und nachvollziehbar. Die Texte sind erfreulicherweise abgedruckt und sehr persönlich. Man merkt den Songs an allen Ecken und Enden an, daß sie im Lauf von 6 Jahren entstanden sind und nicht in der Platte-Tour-Platte-Mühle mancher Major-Produktion. Until death do us part ist eine schöne Halbballade. Gesang und Instrumentierung sind sämtlich Referenzklasse, mir armem Schreiberling sthet angesichts solcher Qualität keine Kritik zu. Abgerundet wird die CD im Digipak durch ein Artwork, das den Namen verdient. Zusammen mit Steel Assassin das Highlight des Metaljahrs 2007. (Dirk)
Aspire: The age of reckoning (privat, 10tr, 54'21min)
Epischer melodischer Metal, der hier in die 3. Runde geht. Ein schönes Fantasy-Cover stimmt auf eine mehr als hörenswerte CD ein. Die tracks sind überlang, episch, variabel und sehr gut produziert. Der Gesang ist eher kehlig, wer Manilla Road mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ein weiterer Schritt nach vorne, für die sympathischen Amerikaner (...daß ich die beiden Worte mal hintereinander gebrauche...) (Dirk)
Astral Doors : "Raiders Of The Ark" (Locomotive Records/Soulfood) (5/17:59)
Astral Doors legen nach ihrem beeindruckenden zweiten Album "Evil Is Forever" nun eine EP mit 5 Stücken und einem Video-Clip vor, um uns die Wartezeit auf das dritte Album zu verkürzen. Trotz des nicht gerade hohen Originalitätsfaktors gelingt es Astral Doors erneut, überzeugende Songs in dr Schnittmenge Rainbow/Sabbath/Dio zu liefern. Besonders Sänger Nils Patrik Johansson erinnert einmal mehr stark an Dio, was sich aber eher positiv bemerkbar macht. Man würde sich solche Songs von Ronnie James Dio heutzutage wünschen. Da dies nicht der Fall ist, kann man getrost auf Astral Doors setzen. Man höre sich alleine den Titeltrack an: ein Hammersong! Pflichtkauf für Fans des angesprochenen Genres. (Ralph)
Astral Doors "Astralism" (Locomotive Records/Soulfood) (13/55:00)
Mit ganz großen Erwartungen ging ich nach der starken EP "Raiders Of The Ark" an dieses Album heran. Und eines kann ich vorweg sagen: Astral Doors haben mich nicht enttäuscht. Gleich der Opener "EVP" hätte auch auf Black Sabbath´s "Mob Rules" stehen können. Nach wie vor erinnert Sänger Nils Patrik Johansson stark an Ronnie James Dio, ohne diesen jedoch zu imitieren. Wer auf Dio/Black Sabbath/Rainbow/Axel Rudie Pell & Co. steht, der muss dieses Album einfach lieben. Das an Axel Rudi Pell erinnernde "London Caves" ist ein weiterer Anspieltipp, ebenso wie das schon ironisch betitelte "From Satan With Love", bei dem es sich nicht um ein satanisches Sarah Connor-Cover handelt. "Fire In Our House" und "Vendetta" bedienen die Rainbow-Abteilung der Turner-Ära. Das bekannte "Raiders Of The Ark" ist ein weiteres Highlight. "Tears From A Titan" ist ein stampfender Rocker und ebenfalls klasse. Kein Y & T Cover, sondern eine eigene Hymne ist "In Rock We Trust". Den Schlusspunkt unter eine überdurchschnittlich gute Scheibe setzt "Apocalypse Revealed", das wieder an die Sabbath-tage mit Dio erinnert, nur halt in modernerem Gewand. Auch die übrigen, hier nicht erwähnten Songs halten das starke Niveau. Pflichtkauf für alle Fans der oben genannten Bands/Stilrichtung. (Ralph)
Aterial: "Bodyshaker" (privat, Digi, 7tr, 24'11min)
Ein äußerst ansprechendes Cover aus der FSK18 Abteilung schmückt diese launige Eigenpressung, die mit rohem Partyrock verwöhnt. Wer hätte bei dem Cover, einer AC/DC-Coverversion und 7 Stücken in gerade mal 24 min auch an Doom gedacht ??? Wild und heftig geht es zur Sache, als Referenz fallen mir Gun Barrel ein oder Fracture, und natürlich die australischen Wechselstromkönige selbst. Muß man nicht haben, sollte man aber, ich weiß auch nicht, wie lange die CD noch mit dem Cover ausgeliefert wird. (Dirk)
ATTACK-SPECIAL:
Attack sind meiner Meinung nach 'metals best kept secret', was nicht zuletzt an der geringen Verbreitung der Platten CD liegt, hier folgt nun eine Kritik der gesamten Discographie:
Mouse in a maze 7' Legendäre 7' von 1983, ich kenne niemanden, der diese Rarität je auch nur gesehen hat, aber laut Versicherung der Band existiert sie tatsächlich. Wer sie hat, möge sich bei mir melden. Danger in the air LP / CD von 1984, siehe nachfolgende Einzelkritik. Return of the evil LP grandiose LP von 1985, im Stil der ersten LP, epische melodische Juwelen, musikalisch ihrer Zeit weit voraus. Beastkiller LP eine LP, die auch noch niemand zu Gesicht bekommen hat, sie soll 1986 erschienen sein, es existiert ein Cover und einige tracks haben Eingang auf dem Revitalize Sampler gefunden, angeblich gibt es sie wirklich, Nehme sachdienliche Hinweise gerne entgegen. Destinies of war LP / CD 1989 erblickte dieses Album das Licht der Welt und verzauberte mit melodischen Metalhighlights a la Live or die die wenigen Käufer. Gekrönt wird die Scheibe vom Übertrack 'Death rider', das eine starke zweite LP-Seite überstahlt. Hier zeigt Ricky van Helden alle Facetten seines Könnens als guter Sänger und Multiinstrumentalist. Von diesem Album existieren viele Versionen. Am seltensten dürfte die zyx Metall Version sein. Jenes Label ist Schuld an der geringen Verbreitung der Platte und verunstaltet sie mit einer mitleiderregenden Buntstiftzeichnung als Cover. Wiederveröffentlicht wurde sie auf dem bandeigenen Label Iceland mit einem klassischen Warrior-Cover, das diesmal nicht aus der 3. Klasse einer Grundschule stammt. Leider fehlen die Texte. Auf Victor erschien 1995 die wie so oft empfehlenswerte Japan-CD mit 2 Bonustracks und allen Texten ausgestattet. Hierfür wurde eigens ein 3. Cover entworfen. Jede Version ist es wert, in Eurer Sammlung zu stehen, nur finden müßte man erst mal eine. Seven years in the past erschien 1992, mal wieder mit völlig verändertem Line-up. Ricky als einzige Konstante an Gesang, Bass und Drums wird von Jens Petersen und Peter Oko als Gitaristen begleitet. Musikalisch findet sich alles beim Alten. Melodischer epischer Metal der ersten Wahl wird vom überragenden Titeltrack gekrönt. Auch hier gibt es eine schöne Japan CD auf Victor, allerdings ohne Bonustracks. Meines Wissens existiert keine Vinylversion. Bedauerlich bei diesem schönen Fantasycover. Revitalize von 1993 erschien als Best of CD auf Iceland Records. Die CD enthält wirklich die essentiellsten Stücke aller Alben und, jawoll, auch einen Beastkiller-Track. Die Linernotes sprechen jedoch eher die Sprache unfreiwilligen Humors. Hier wird eine Erfolgsstory aufgezeigt, die Attack in eine Reihe mit den ganz Großen stellt. Verdient hätten sie es, aber die Realität war dann wohl doch nicht die Welttour durch alle großen Stadien... Es existiert noch ein Japan CD auf Victor, die ein Jahr später erschien. Um so kurioser, daß die Japan CD 3 tracks WENIGER enthält und das schöne Cover durch ein Nichtssagendes ersetzt wurde. Dafür gibt es wieder Texte. The secret place von 1995 zeigt wieder ein umgekrempelte Line-up mit einem Drummer namens Zacki Tsoumas. Die Songs sind noch ausgereifter, einprägsamer und es findet sich kein schwacher Moment. Das tolle Fantasy-Cover ziert kurioserweise nicht nur die CD, sondern auch ein Perry Rhodan - Jahrbuch des gleichen Jahres. Deadlocked sollte 1998 erscheinen, ist laut der Band komplett im Kasten, aber nie erschienen. Ricky, gib Dir einen Ruck. Wenn Du das hier liest, bitte mail mir, veröffentliche die CD auch gerne in Eigenregie. (Dirk)
Attack: Danger in the air (Parodise 11 / 46'33)
Attack sind das 'Medium' von Ausnahmemusiker Ricky van Helden. Seit 1984 erscheinen leider sehr unregelmäßig Fabelwerke melodischen Metals und keiner kennt sie. 'Beastkiller' und 'Deadlocked' scheinen noch nicht veröffentlicht zu sein. Ricky, wenn Du das hier liest: Bitte veröffentliche sie. 'Danger in the air' ist das Erstlingswerk und ist auf dem eigenen Label Parodise mit 3 Bonustracks auf CD gebannt worden. Das Cover ist recht düster, Texte sind vorhanden. Der Opener 'Danger in the air' enthält bereits alles, was eine perfekte melodische Metal-Platte ausmacht. Spannungsbögen, guten Gesang, beachtenswerte Instrumentalisten. Kaufen !(Dirk)
Avian : "From The Depths Of Time" (Massacre Records/Soulfood) (13/55:06)
Saubere Produktion mit angenehmer Stimme, auch wenn´s höher geht wie im Refrain von "As The World Burns" oder "Black Masquerade". Stilistisch sind Avian im Bereich melodischer Power Metal / US Metal anzusiedeln. Einer der stärksten Songs ist für mich "Time And Space Part I: City Of Peace", der mich auch an Radakka und Praying Mantis erinnert, die aber sicher nicht als Vergleich für das Gesamtwerk dienen. Ein Tipp zum Reinhören ist auch "Blinding Force", das nach starkem Gitarren-Intro erst getragen, hymnisch ist, dann schneller (Double-Bass) wird, ehe am Schluss gestampft wird. Das folgende "Time Is All We Need" deutet anfangs nicht nur vom Titel auf eine Ballade hin, ist dann aber eher ein relaxter Track mit cleanen Gitarren, der sich entwickelt und härter wird. Hervorzuheben ist auch "Queen Of The Insane", ein Midtempo-Song mit mehrschichtigem Gesang, bei dem nach der Hälfte ein orientalisches Thema als Fundament für das Gitarrensolo dient, ehe es danach in das anfängliche Songschema zurück geht. Ein Einkaufstipp für alle, die entweder nach den Pflichtkäufen noch Geld über haben oder die auch mal was anderes als die Standards hören wollen. (Ralph)
Axxis : "Best Of Ballads & Acoustic Specials" (Capitol Records/EMI; 15/69:20, 11/39:17)
Normalerweise hat man ja eher ein ungutes gefühl, wenn einem kurz vor Weihnachten eine von der ehemaligen Plattenfirma präsentierte Best Of ins Haus flattert, besonders dann, wenn dort Balladen und akustische Interpretationen versammelt sind. Riecht das in den meisten Fällen nach Abzocke, stellt sich dies im Fall von Axxis völlig anders dar. Zum enen hat die Band aktiv an der Zusammenstellung mitgewirkt und inklusive ehemaliger Mitglieder und zeitweiliger Weggefährten jeden (!) enthaltenen Song kommentiert. Zum anderen sin alle Songs entweder remastert, aktuell remixt oder es handelt sich um Neueinspielungen, Demoversionn oder Liveversionen. Überschneidungen der beiden Silberlinge gibt es nur wenige in "Touch The Rainbow" und "Fire And Ice". Ersteres ist auf der Balladen-CD aber als "long version" und letzteres als "Demoversion 1988" enthalten. Die Akustik-CD enthält noch Videos von "Touch The Rainbow" und "Idolator". Dazu muss man sagen, dass gerade Axis immer schon besonders stark bei den Balladen klangen, ohne jetzt die Rocksongs schmälern zu wollen. Hier wird auch den angestammten Fans, die alle Werke der Band schon im Schrank stehen haben, wirklich etwas für ihr Geld geboten. Interessant klingt z.B. die Akustikversion von "Living In A World", die irgendwie nach einer irischen Folkband klingt. Doch auch "normale" Akustikversionen wie "Kingdom Of The Night" mit gesanglicher Unterstützung von Lakonia klingen stark. Originell ist auch die "Tango Version" von "C´Est La Vie". Pflichtkauf für alle Axxis-Fans und ein hervorragender Optiionskauf für alle, die es noch werden wollen. (Ralph)
Ayreon : "01011001" (InsideOut/SPV; 8/50:15 + 7/52:04)
Mit dem neuen Album tischt uns Arjen Lucassen mal wieder ein Konzept auf: es geht um das Volk der "Forever", welches auf dem Planeten Y (so ist auch die erste der beiden CDs betitelt, die zweite ist mit "Earth" betitelt) lebt und das Geheimnis der Unsterblichkeit erlangt hat. Dabei ist man leider total abhängig von Maschinen geworden und hat die Fähigkeit emotionaler Wahrnehmung eingebüsst. Also reist man zur Erde (wo man ja emotional ist...) und trifft mit einem Kometen auf diese, wobei eine neue Menschheit entsteht. Mit rasanter Weiterentwicklung folgt diese alsbald demselben Verlauf wie "Forever" auf Y. "Forever" steht nun vor der Aufgabe einen Weg zu finden, die Menschheit vor ihrer eigenen Selbstzerstörung zu retten. Ob dies gelingt, müsst ihr aber schon selber lesen und vor allem hören. Dazu bietet die musikalische Umsetzung dieses Konzepts durch Meister Lucassen mit Hilfe solcher Gäste wie Steve Lee, Jorn Lande, Daniel Gildenlöw, Bob Catley, Anneke van Giersbergen, Floor Jansen und Simone Simons beste Gelegenheit. Das Album sagt mir persönlich auch mehr zu als der Vorgänger "The Human Equation", das mir doch um einiges schwerer reinlief als "01011001". Bestimmte Stücke aus dem Gesamtepos herauszustellen fällt bei so einem Kunstwerk natürlich schwer. Mir hat besonders "Beneath The Waves" gefallen. Aber auch der Opener "Age Of Shadows" setzt gleich gute Akzente. In jedem Fall ist das Album ein absoluter Pflichtkauf und ein Fall für den Einzug in unser Archiv. Gibt es auch als Special Edition mit DVD, die mir aber nicht vorliegt, so dass ich dazu nichts sagen kann. Also Augen auf und selber entscheiden, welche Version ihr euch in den Schrank stellt! (Ralph)
Bassinvaders : "Hellbassbeaters" (Frontiers/Soulfood; 14/59:40)
So, so: Markus Grosskopf trommelt seine Bassisten-Kollegen Tom Angelripper, Schmier und Peavy zusamen, um mit ihnen und weiteren Gästen ein Album aufzunehmen, das nun eben stark bassgeprägt ist. Keine Angst, es gibt kein instrumentales Bassgeschredder, sondern schon noch normale Songs, bei denen aber der Bass halt eine besonders betonte starke Rolle spielt. Bass-Soli kommen unter anderem von solch illustren Gästen wie Billy Sheehan, Lee Rocker oder Rudy Sarzo. Einige Songs wie der Opener "Awakening The Bass Machine" mit Wechsel zwischen melodischem und heftigerem Gesang oder das von Peavy gesungene "Romance In Black" sind ganz gut gelungen und auch trotz hohem Bass-Faktor eingängig. Auf die Dauer ist mir der starke Bass-Soundanteil aber doch zu viel und wirkt sich negativ auf mein Durchhaltevermögen aus. Zum Schluss gibt es vor dem finalen europäischen Bonustrack "To Hell And Back" noch eine Bassinvaders-Version von "Eagle Fly Free" und damit von einem Stück, das wohl wie kaum ein anderes die Erkennungshymne und das klassische Trademark von Meister Grosskopfs Haupterwerbsfeld Helloween darstelt. Das konnte also nur in die Hose gehen...obwohl es nicht so schlimm geworden ist wie eigentlich zu befürchten war. Nur für Rock-Bass-Freaks! (Ralph)
Beyond Fallen : "Mindfire" (Melissa Records/Alive; 10/52:12)
Der Opener "Act Of War" des ersten über eine Plattenfirma veröffentlichten Albums der Amis - vorher haben sie eine EP und ein Album selbst herausgebracht - erinnert nicht zuletzt dank Sänger Joe Karavis an Overkill. Diesen Eindruck verstärkt das folgende "Blood On The Ice" sogar noch. Auch im weiteren Verlauf der Scheibe bietet die Truppe netten, aber wenig originelen US-Metal, teilweise mit Thrash-Faktor. Nicht übel, aber leider auch nicht herausragend. Optionskauf. (Ralph)
Bloodbound "Nosferatu' (Metal Heaven / Point 11tr 53'30min)
Fehlkauf ... dachte ich, als mir diese CD in den Briefkasten flatterte. Denn mit dem Finstermann auf dem Cover und dem Pandabärenlook der Musiker auf dem Backcover dachte ich, Todesblei oder Schwarzmetall würden mich jetzt eine knappe Stunde nerven. Falsch gedacht ... aus den Boxen tönt wundervoller ehrlicher Metal, der an Hammerfall und Iron Maiden zu besten Zeiten erinnert, besonders an die 'Somewhere in time'-Phase. Urban Breed ist ein blitzsauberer druckvoller Sänger, alle beherrschen ihre Instrumente, die Texte sind typischer Metal, allerdings auch nicht weiter erwähnenswert. Stören tut das völlig verunglückte Artwork. Den Metaller wird es abschrecken, die Irregeleiteten, die Black und Death lieben und die CD nach dem Cover kaufen, werden von der gebotenen Qualität verschreckt ... oder vielleicht auf den richtigen Weg geleitet ??? (Dirk)
Blood Stained: "Into battle II - Edition MMV" (privat, 2005, 7tr, 38'18min)
Jawoll, das ist Metal, das ist Undeground, so sollten Eignepressungen sein. Wer Def Leppard's 'Hysteria' für unterproduziert hält, braucht hier nicht weiterzulesen. Welche Richtung? Track 2 heißt 'King of the night', track 3 'Fly like an eagle'. Die Richtung! Von Hard Rock bis True Metal, tolle Songs, ein handkopiertes Cover, eine mäßige Produktion, ein Sänger, der auch mal knapp daneben legt, das Teil macht Riesenspaß. Atmosphäre pur, Spitzenklasse. Sollte in einer Zeitschrift für HiFi-Fanatiker mal eine Kritik dieser CD zu lesen sein, dürfte die weniger euphorisch ausfallen. Aber wir haben recht. Gebt Euer Geld lieber für diesen Freudenspender aus, als für die zigtausendste mäßige Label-Produktion. Kaufen, Sofort. (Dirk)
Blood Stained: "Exit to nowhere" (privat, 2006, 10tr, 55'06min)
Deutlich anders als der Vorgänger, aber ebenfalls sehr hörenswert. Erwähnte ich schon, daß die Band aus der Heimat des Metal stammt, aus der Bay Area von Österreich? Ich spar mir jetzt alle Fußballwitze, das haben die Musiker nicht verdient. Die dürften auch bei ner Metal-EM mitmachen, wenn sie sie nicht ausrichten. Stilistisch breiter angelgt als der Vorgänger, ein bißchen Thrash, ein bißchen True Metal und ein bißchen Comedy (siehe track 8: Dirty Sex Knights - nuclear cock version). Aber sie können auch ohne lustig. Anspieltip: Rituales del morte, ein sehr komplexer Song, tolle Spannungsbögen und guter alter Heavy Metal, wenn auch einen Hauch moderner als der Vorgänger. Rauher Metal, der mich an die weniger schnellen Nummern von Raven erinnert. (Dirk) P.S.: Warum nenne ich eigentlich einen Anspieltip? Beim Media Markt stolpert Ihr eh nicht über das Teil, Bestellung an die Band.
Blood Stained: "III - Sic transit gloria mundi" (privat, 2008, 11+2tr, 64'14min)
Ein Hammer vor dem Herrn, stilistisch wieder anders als zuvor. US Metal und Judas Priest standen hier Pate, eine blitzsaubere Produktion, unglaublich gut für eine Eigenpressung. Aus meiner Sicht bisher DAS Highlight 2008. Habt Ihr die letzten Jahre nur mit Bandproben verbracht? Eine unglaubliche Steigerung zu den schon respektablen Vorgängern. 'Stainless steel' ist ein Opener, der mich an Savatage 1987 erinnert. Mit 'Thrall of darkness' wird es priest-lastiger. Hervorzuheben ist die Ballade 'Brave', weit ab von Kitsch und Kommerz. Die ersten 4 Stücke übertreffen vom Songwriting etwas den Rest des Albums, aber alle tracks sind mit Wiedererkennungswert und Spielfreude satt gesegnet. Ein zusätzliches Plus für das gelungene Artwork. Hallo Phil, hattest Du Privatunterricht bei Rob Halford, oder wie kann man die starke Gesangsleistung erklären? Ein echtes Metal-Monster, diese CD, abgerundet durch 2 Livetracks. (Dirk)
Cage : "Hell Destroyer" (MTM/SPV; 21/78:35)
Mit Cage haben MTM ein neues Pferd im Stall, das abseits der sonstigen melodischen Pfade eher deftigen Metal bietet. Dies ist bereits das vierte Album und wer die anderen Scheiben kennt, der weiß, dass ihn hier US-Power-Metal der härteren Sorte erwartet. Mit dem Song "King Diamond" ist eine witzig umgesetzte Huldigung an den dänischen Diamantenkönig enthalten. Ein guter Optionskauf. (Ralph)
Cargo: "Spiritus sanctus" (2003 Mediapro, 10tr, 43min)
Rumänien's Finest bieten hier progressiven Metal der Extraklasse, episch, symphonisch, begnadete Instrumentalisten und Adi Barar, der zeigt, wie man in Landessprache ein emotionales, begeisterndes 3 1/2 Oktavenwerk einsingen kann, das ohne Textverständnis Gänsehaut erzeugt. Technisch eine CD absolut auf der Höhe der Zeit, Cargo sind seit Ende der 80er Jahre aktiv und legen hier ihr 5. Werk vor. Ja, die anderen sind auch absolute Pflichtkäufe, nur kriegen müßte man sie. Unverständlicherweise gibt es da keinen regulären Export, bei Sichtung verhaften. (Dirk)
Bob Catley : "Spirit Of Man" (Frontiers/Soulfood) (12/62:36)
Gleich zu Beginn lässt der gute Bob es in "Heart Of Stone" ordentlich krachen und geht deutlich zackiger zu Werke als man es von Magnum kennt. Vor allem Gitarrist Vince O`Regan steht dem Meister druckvoll zur Seite. Gegenüber dem teils epischen Sound von Magnum ist Mr. Catley solo um einiges direkter und geradliniger. "Blinded By A Lie" ist ein weiteres Beispiel für einen solchen Kracher. Auch der balladeske Teil wird mit "Last Snows Of Winter" abgedeckt, wenngleich auch nicht so überzeugend wie z.B. Magnum´s "It Must Have Been Love". Aber wer kann sich schon ständig selbst übertreffen? Insgesamt habe ich erst "nur" zu einem Pflichtkauf tendiert, halte das Album nach mehrmaligem Hören aber schon jetzt eher für einen dauerhaften Fall für das Archiv. Einziger Wermutstropfen ist die von Vince O`Regan und Bob Catley selbst übernommene Produktion, die ein "echter" erfahrener Produzent (von denen es ja im Dunstkreis von Frontiers einige gibt) sicher noch einen Tick besser hinbekommen hätte. (Ralph)
Crekko: "Essence" (privat, 2004, 9tr, 39'14 min)
Eine deutsche Band mit ihrem Erstling, sehr dichte, thrashlastige Musik mit gutem Gesang und einem fetten Sound. Die Songs sind für meinen Geschmack noch ein bißchen platt konstruiert, es fehlt der track, der die Hand auf der 'Repeat'-Taste festnagelt. Ansonsten findet sich eine feine Aufmachung mit einem realtiv einfachen computergenerierten Cover und einem Textheft. Die Band bleibt in keiner Klischeeschublade hängen, sehr gut, aber besser ist das Nachfolgwerk, siehe nächste Besprechung (Dirk)
Crekko: "grow / stronger / vicious" (privat, 2006, 7tr, 78,54 min (!))
Bei einem düsteren Cover, einem schon uneingängig wirkenden Titel, einer Dreiteilung der CD und einer Gesamtspielzeit von nahezu 80min erwartete ich uneingängigen Progressive Thrash, der einen nach 80 min verschwitzt, mit Kopfschmerzen und Erleichterung zurückläßt, das Gehörte unbeschadet überstandne zu haben. Aber ACHTUNG: Vorurteil! Es finden sich sehr eingängige tracks und genau der Wiedererkennungswert, den der Vorgänger noch vermissen ließ. Der Opener 'Seduced' ist noch ziemlich dem Thrash verhaftet. Danach wird es melodischer. Kein Wunder, wenn vom Anspieltip 'Gasoline' ein radio edit auf der CD vertreten ist. Die Musik ist tight gespielt, mit Tempowechseln und einer sehr guten Produktion. Besonders herausheben möchte ich den Gesang: sehr sauber mit einer Schüppe Erde in der Stimme und sehr heavy, ein Glückwunsch an Marco Selter, wir sehen uns im recall (oder so). Mailt die Band an, ihr werdet es nicht bereuen. (Dirk)
Crowning Glory: "Path to glory" (privat 2006, 5tr, 19'43min)
Das Artwork läßt auf Viking Metal schließen, aber weit gefehlt. Es handelt sich um klassischen Metal bzw rauhen Hardrock, wer Raven mochte (zu stärksten Zeiten) und andere britische Urgesteine, wird diese CD mögen. Der Sänger klingt schön rauh, auch Krokus können hier als Vergleich herhalten. Crowning Glory verstehen es, packende Songs zu schreiben, von denen 2 Stücke hier live dargeboten werden. Leider sind keine Texte im Booklet. Eine sehr schöne Eigenpressung, die in keiner Sammlung ... (Dirk)
Crown of Glory: "Raven's flight" (privat2007, Digi, 4tr, 17'52)
Sehr schwer zu kategorisieren diese EP, mal melodisch mit schönen, nicht zu kitschigen Chorgesängen, mal ein bißchen doomig, mit tollen Tempowechseln, ist diese Maxi als Appetizer auf das anstehende Album zu verstehen. Um die Band rum findet sich allerlei Prominenz, wie Dennis Ward als Produzent, ein Gastauftritt von T.S. Eglund und eine professionelle Aufmachung. Ein Rätsel ist mir das düstergraue Cover, das für eine CD einer eher unbekannten Band sicher keine kluge Wahl war, laßt Euch nicht abschrecken (Dirk)
Darkwater: "Calling the earth to witness" (Ulterium, 2007, 9tr, 68'23min)
Mitreißender Prog Metal mit viel Melodie, einer tollen Produktion, genretypisch gutem Artwork und gerneuntypisch nachvollziehbaren Song-Strukturen. Sie haben schon mal was von Spock's Beard gehört die Schweden, kopieren sie aber nicht, sondern fügen noch eine Melodic Rock Komponente ein. Solche Musik funktioniert nur mit blitzsauberem Gesang und Instrumentalisten, die ernsthaft geübt haben. Diese Hürde überspringen Darkwater mit Leichtigkeit, ein neuer Stern am Prog Metal und am Melodic Rock - Himmel, alter Schwede! (Dirk)
DawnRider : "Fate Is Calling (Pt. I)" (Massacre Records/Soulfood) (13/54:47)
Majesty-Mastermind Tarek Maghary legt uns den ersten Teil seines neuen Projektes vor. Im Unterschied zu vielen so genannten Rock-/Metal-Opern wird man hier durch die Vielzahl der gemeinsam mit Tarek singenden Akteure nicht genervt – alle fügen sich in den Gesamtsound ein. Der erste richtige Track nach dem Intro erinnert an Virgin Steele und Manowar, was sicher keine schlechte Weichenstellung ist. Kein Fan von Majesty und True Metal dürfte enttäuscht werden, sondern die amtliche Vollbedienung erhalten. In "Fate Is Calling" singt Tarek im Duett mit einer gewissen Johanna Mott, wobei female vocals im True Metal Bereich sicher eine Geschmacksfrage sind. Für mich ist das hier gerade noch im vertretbaren Bereich. Ungewöhnlich aber gut kommt auch das schnellere, an Gamma Ray und alte Helloween erinnernde "The Final Trial" daher. Überhaupt ist der Wechsel zwischen schnelleren und getrageneren Tracks/Passagen gelungen. Wer bisher nichts mit Majesty und True Metal anfangen konnte, wird sicher mit diesem Werk auch nicht auf den Zug aufspringen. Für alle Fans dieses Sounds dürften spätestens beim letzten Track "Parce Is Free", der mit Violinen-Intro beginnt und wiederum ein Duett mit Partnerin ist, alle Zeichen auf Kauf stehen. (Ralph)
Deliverance: MMI (privat, 4+2tr, 27'10min)
Aus Spanien kommen Deliverance, ein Side-Projekt von Phantom Mask. Das Cover ist ziemlich unausgegoren, sieht nach einem Elektropop-Bootleg aus. Drin ist jedoch epischer melodischer hardrockiger Metal mit schrägem Gesang, der manchmal neben den Tönen liegt, nein, der meistens neben den Tönen liegt mit coolen Songideen. Für Banger, die keine Perfektion erwarten, ein lohnendes Objekt. (Dirk)
Delorean: Dauntless (privat, 10tr, 50'05min)
Eine Band, die nach einem coolen Auto heißt. Eigentlich hätte ich da Musiker mit Minipli, Pornobalken im Gesicht, verspiegelte Sonnenbrillen und gelbe Netzhemden erwartet. Stattdessen findet man hier eine krude Mischung aus Savatage und Tracy Chapman, falls sich da jemand was drunter vorstellen kann. Die Musik geht vom Hardrock bis zum Powermetal, der Gesang ist gefühlvoll, die Produktion klingt nach der 80er Jahre Hobbythek Version eines Heimstudios. Dies nimmt den Songs einen großen Teil ihrer Spannung, kann aber die musikalischen Fertigkeiten der Instrumentalisten und der Sängerin nicht verbergen, also alles in allem: Daumen hoch (Dirk)
Demonlord: "Hellforged" (Hammer, 2005, 11 tr, 45'56min)
Eine von vielen sehr sehr guten ungarischen Bands. Außergewöhnlich ist der englische Gesang. Wer Gamma Ray mag und Brainstorm auch, kommt an den Ungarn, die auf absoluter Augenhöhe das gleiche Feld beackern, nicht vorbei. 10 speedige Songs mit tollem ausgebildetem Gesang und Instrumentalisten, die ihr Handwerk mehr als nur beherrschen mit tollen Leads und wunderschönen Melodien ohne Tralala werden nur noch getoppt von der Überballade 'Find a goal', für mich bis jetzt der Song des Jahres und wir haben schon fast November und es sind schon zahllose Major-Veröffentlichungen an uns vorbeigeplätschert. Also, kaufen! (Dirk)
Destructor "Forever in leather" (Auburn 2007, 11tr, 47'20min)
Einen Hammer vor dem Herrn abgeliefert haben Thrash-Urgestein Destructor mit ihrem neuen Album nach 2 EPs in der letzten Zeit. Wer die alten Werke kennt, wird hier sicher keine grenzenlose Überraschung erleben, man ist aber vom Thrash ein bißchen in den Bereich klassischen Heavy Metals gerückt. Rübenabschrauber wie 'Skull splitter' wechseln mit priest-lastigem wie 'Tear down the heavens'. Ein Referenzwerk für ein immer wieder auferstehendes Subgenre, gekrönt von einer fantastischen, rotzigen Gesangsleistung, Power ohne Ende. Auburn sind ein Garant für Spitzenklasse, das einzige Label das ich kenne, wo man blind alles kaufen kann, ohne böse Überraschungen. Volle Punktzahl, wir sehen uns im recall (Dirk)
Divinus: ...thoughts of a desperate mind (privat, 13tr, 59'29min)
Wie der Titel schon verrät, hauen Divinus mit der ganz großen Anspruchskeule zu. Progressiver, eher ruhiger Metal mit Tempowechseln, Breaks und schönen Stimmungen machen eine Platte aus, die man öfter hören muß, um alle Feinheiten zu würdigen, aber aufgrund der catchy Songs auch öfter hören will, was sie von vielem unterscheidet, was heutzutage Progressiver Metal heißt. Weiter so (Dirk)
The Dogma : "Black Roses" (Drakkar/Sony BMG) (10/54:50)
Ganz große Klasse, bereits ein Debutalbum solchen Kalibers vorzulegen. Auf Italiener hätte ich nicht unbedingt getippt, wenn ich es nicht vorher gelesen hätte. Liegt sicher auch daran, dass Sänger Daniele Santori nicht mit dem typischen Akzent daher kommt. Dazu kommt, dass er auch ein ordentlicher Sangesbarde ist, der auf der akustischen Ballade "Maryann" am Schluss des Albums sein volles Können demonstrieren kann. Wenn man genauer hinhört, meint man dann doch stellenweise den Speed Metal italienischer Prägung a´la Rhapsody oder auch Labyrinth herauszuhören. Dabei sind aber immer andere Elemente, die das Album zu einem Werk melodischen Heavy Metals der Oberklasse machen. Schön auch, dass die Jungs weitaus abwechslungsreicher als viele ihrer Landsleute sind. Wer weiß, was uns da in Zukunft noch aus dem Hause The Dogma erwartet. Ein solches Debut ist nicht nur ein Pflichtkauf, sondern in dieser Form bereits jetzt ein Kandidat für die Aufnahme im Archiv. (Ralph)
Domain: Last days of Utopia (LMP / SPV, 11+5tr, 51'37 + 26'12min) DoppelCD
Domain sind eine der Bands, denen ich jahrelang bitter Unrecht getan habe, doch nun will ich Buße tun, bin ungekehrt auf meinem Weg und habe alle Eure CDs im Schrank stehen. Entdeckt habe ich sie durch ihr neues Album Stardawn. Beim Rückwärtskomplettieren fiel mir von der bandeigenen Page jenes Fabelwerk in die Hände, das ich hier bespreche. Von der Presse weit unter Wert verkauft, zeigen uns die altgedienten Melodic Metaller, wie eben jene Musikrichtung klingne kann und liefern kaum bemerkt von der Öffentlichkeit ein zeitloses Refernzwerk mit Tempowechseln, tollen Melodien, mitlesenwerten Texten und intensiven Stimmungen ab. Dringende Kaufempfehlung, das gilt im Übrigen für alle Domain-Werke (Dirk)
Dungeon : "Resurrection" (Limb Music Products/SPV) (11/50:30)
Schon wieder ein neues Album von Dungeon? Nein, denn bei "Resurrection" handelt es sich um den Re-Release des bereits 1999 erschienen ersten offiziellen Albums, zählt man die Demo-CD "Demolition" nicht mit. Auf "Resurrection" servieren Lord Tim und seine Mannen ihren typischen melodischen Power Metal. Neben dem meist hohen Tempo besticht das ein oder andere Mal eine einprägsame Melodie wie in "Paradise" oder dem getragenen "Severed Ties", das mal für Abwechslung sorgt. "Time To Die" kommt mit für die Helloween-Phase mit Kai Hansen typischen Gitarren. "I Am Death" ist für Dungeon-Verhältnisse schon hart, teilweise auch vom Gesang, musikalisch schon fast Thrash. Den Abschluss bildet das siebeneinhalbminütige "The Legend Of Huma", das bis zur 5-Minuten-Grenze episch im Midtempo gehalten ist, ehe Dungeon wie gewohnt aufs Gaspedal treten. Gibt es auch als limitierte Doppel-CD. Pflichtkauf für Fans, Optionskauf für alle anderen. (Ralph)
Edda Müvek: "27. Isten az uton" (2005 Artisjus, 12tr, 54min)
Edda Müvek sind die Gründungsväter ungarischen Hardrocks, nicht umsonst trägt das Album die Nr 27. Seit 1980 erscheint regelmäßig ein Wunderwerk melodischen Hardrocks nach dem anderen. Ist die Frühphase eher progressiv, finden sich später mal bluesige, mal folkloristische Elemente, bei Album 27 überwiegen die melodischen Ohrwürmer. Alle Tracks sind eingängig und bleiben wie Klebstoff im Ohr hängen, und das trotz der ungarischen Landessprache. Wer Vengeance mag und Nazareth wird eine breite Lücke im CD-Regal aufmachen müssen, um diese mit Edda CDs zu füllen. Allerdings wird dieses Vorhaben von der sehr mäßigen Verbreitung der CDs zumindest erheblich gebremst. Isten az uton legt ein Tourpackage mit Bonfire und Victory nahe, wäre das schön... (Dirk)
Edenbridge : "The Grand Design" (Massacre Records/Soulfood) (9/49:17)
Bereits das kunstvoll gestaltete Cover des Albums wirkt irgendwie einladend. Kein Wunder, dass da im Opener "Terra Nova" anfangs der Chor "Welcome To The World Of Grand Design" singt. Ist der Song noch ein 7-Minüter, sind mit Ausnahme des überragenden Titelsongs (10:14) die übrigen Songs zwischen 3 und 5 Minuten. Auch wirken viele Songs eingängiger auf mich, besonders "On Top Of The World", das schon mit AOR/Melodic Rock-Hookline aufwartet. Ansonsten kann man den Sound von Edenbridge wohl getrost als Symphonischen Hardrock beschreiben, von Metal zu sprechen wäre übertrieben. Aushängeschild ist neben Gitarrist/Komponist Lanvall die sehr gute Sängerin Sabine Edelsbacher. Einen richtigen Vergleich kann man (Gott sei Dank) nicht ziehen. Einflüsse/Parallelen könnten z.B. in Lana Lane/Rhapsody/Savatage mit Zak Stevens oder auch Queen gesehen werden. Besonders gut gefällt mir der vielfältige Titelsong. Gute Orchestrierung und der an Queen erinnernde Chorgesang runden die Scheibe ab. Pflichtkauf für alle Fans symphonischen Hardrocks. Die limitierte Ausgabe hat mit "Empire Of The Sun" einen (verzichtbaren) instrumentalen Bonustrack. (Ralph)
Europe : "Secret Society" (Sanctuary/Rough Trade; 11/45:51)
Mit Spannung hatten sicher alle Europe-Fans das erste Comeback-Album "Start From The Dark" erwartet. Auf diesem klangen Europe deutlich reifer, gingen ein wenig auf Distanz zum 80-er Jahre Sound, blieben aber identifizierbar. Genau diesen Weg beschreiten Europe mit "Secret Society" aus meiner Sicht erfolgreich weiter. Wer Songs a´la "The Final Countdown" erwartet, dem wird sicher schon der Rock´n´Roll meets Grunge Titeltrack als Opener quer im Hals stecken bleiben. Man muss den Jungs einfach zugestehen, dass sie eben mit uns älter und erwachsener geworden sind. Einen flotten melodischen Rocker präsentieren Europe dann schon mit dem nächsten Song "Always The Pretenders". Insgesamt klingt die Gitarrenarbeit von John Norum vor allem abseits der Soli deutlich grungy. Dabei bleibt immer alles schön melodisch. Stark ist auch "Let The Children Play" geraten, mit der Chorstimme eines Jungen, der fast wie ein ganzer Chor klingt - dank der Technik. Richtig schön - vor allem auch textlich - ist das getragene "A Mother´s Son" geworden. Bei "Brave And Beautiful Soul" kommen gar U2-mäßige Klänge auf (a´la "New Year´s Day"), die mir schon zuvor an einigen Stellen aufgefallen waren. Nach dem Rausschmeißer "Devil Sings The Blues" bin ich mir sicher, dass Europe auch mit diesem Album weiterhin fester Bestandteil meiner Playlisten bleiben werden. Pflichtkauf für alle gereiften Europe-Fans. (Ralph)
Everglow "Turn back time" privat (5 / 27'22)
Es gibt schon abgefahrene Namen, die Sängerin der aus Belgien stammenden Formation heißt Cindy Baert. Und nein, sie kennt das Sturmduo des deutschen 70er Jahre Schlagers nicht mal namentlich. In einer Band ist sie auch, deren Privatpressung mir hier vorliegt. 5 Stücke sind drauf, etwas proggig, etwas düster, weiblicher Gesang, so eine Mischung ist zur Zeit doch ziemlich populär. Um so bedauerlicher, daß Everglow eher unter Ausschluß der Öffentlichkeit existieren. Längere Songs mit Substanz und Wiedererkennungswert, die Produktion ist für ein Privaterzeugnis sehr ordentlich. Vorher gab es schon 2 Demos 'When I die' und 'The search', sowie ein Erstlingswerk namens 'A new life'. Schaut mal in die Homepage rein und tut was für den Underground. (Dirk)