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Warmachine "The beginning of the end" (Nightmare) 11tr

Da ist mal wieder eine, eine von den echten Perlen, eine 100/100 Punkte Platte. Solche Tage sind selten als langjähriger Metaller, das erlebt man vielleicht 1x im Jahr. Ein Cover, das proggigen Thrash verspricht, eine unbekannte Band und dann plötzlich ertönt ein Album, das auf einer Stufe mit der ersten Steel Prophet steht oder auch Jag Panzer zu besten Zeiten. Wir finden 11 lange Stücke mit E.M.O.T.I.O.N.E.N., Tempowechseln, stilistisch zwischen Hardrock und Power Metal pendelnd, sperrig und doch eingängig, aus den USA, coproduziert von David Ellefson. Metal mit Melodien, weitab von Tralala-Sounds, die im Ohr hängenbleiben wie Schokoriegel an einem warmen Tag unter einem Autositz. Eine von vielleicht 5 CDs im Jahr, die ich immer und immer wieder mit einem leicht debilen Grinsen anhöre. Musik mit einer Bandbreite, daß man ihr andächtig mit dem Textheft in der Hand auf dem Sofa, aber auch im Auto oder bei Grillen lauschen mag. Für mich bis jetzt das Album des Jahres (Dirk)

W.A.S.P. : "Dominator" (Demolition/Soulfood; 9/43:28)

Blackie goes back to the roots - könnte man sagen, den die neue Scheibe atmet durchaus den Spirit der Ära von "The Last Command" bis "The Crimson Idol". Die ersten beiden Tracks "Mercy" und "Long, Long Way To Go" geben gut Gas, ehe "Take Me Up" im Midtempo eine Verschnaufpause zulässt, die trotz geringeren Tempos sehr gut gelungen ist. "The Burning Man" ist ein typischer Rocker, während "Heaven Hung In Black" eine herausragende Halbballade ist. "Heaven´s Blessed" ist ganz okay, aber "Teacher" geht da schon besser ab. Auf "Heaven´s Hung In Black (Reprise)" hätte man am ehesten verzichten können. Den Schlusspunkt setzt der harte Rock´n´Roller "Deal With The Devil". Unter dem Strich bleibt ein Album, das endlich mal wieder die alten Tugenden hochleben lässt, das auf der anderen Seite aber auch nichts Neues bringt. Daher ist "Dominator" für mich ein Optionskauf. (Ralph)

Wetton/Downes : "Icon II: Rubicon" (Frontiers/Soulfood; 10/50:29)

Seit dem ersten Wetton/Downes-Album sind die Erwartungen an die Herren groß, dass hier der ursprüngliche Asia-Sound zelebriert wird. Doch Wetton/Downes verfolgen mit dem Icon-Projekt andere, teilweise ruhigere Ziele. Das große Ding schient wohl der angekündigten Reunion des Original-Line-Ups mit Steve Howe und Carl Palmer vorbehalten zu bleiben. Doch Wetton/Downes zeigen an einigen Stellen wie im Opener "The Die Is Cast" oder dem folgenden "Finger On The Trigger" auf, wie diese klingen könnte. Gitarrist John Mitchell (Arena, Kino, The Urbane) und Schlagzeuger Steve Christey (Jadis) vertreten die fehlenden Herren würdig. Andere Akzente setzt z.B. Cellist Hugh McDowell. Da könnte man meinen, die Zeit sei einfach stehen geblieben - im positiven Sinne, denn dieser Sound ist einfach nur klasse. Dazu die charismatische Stimme von John Wetton, die auch den ruhigeren Songs eine besondere Note verleiht. Weibliche Gesangsunterstützung gibt es diesmal von Anneke van Giersbergen (The Gathering), zu hören in "To Catch A Thief" oder dem mit schönem Cello-Intro versehenen "Tears OF Joy". Wer wie ich auf die alten Asia, John Wetton´s Gesang oder überhaupt auf pompösen Bombastrock der 80-er Jahre steht, der muss dieses Album einfach haben. Letzte Zweifel beseitigen sicher "The Glory Of Winning" oder der Titeltrack zum Schluss. Klarer Fall für den dauerhaften Verbleib in unserem Archiv. (Ralph)

White Lion : "Return Of The Pride" (Frontiers/Soulfood; 11/57:35)

Also dies hier ist wirklich eine zwiespältige Sache. Vergleicht man das Album mit anderen Veröffentlichungen aus dem Bereich des melodischen Hardrocks, so erwartet den (unvorbelasteten) Hörer sich ein solides Album aus diesem Genre - mehr aber auch nicht. Viel schlechter wird es allerdings, wenn man als Messlatte ob der unglücklichen Namenswahl die anderen Alben der richtigen White Lion (also mit Vito Bratta & Co.) heranzieht. Dann bleibt unterm Strich nämlich das schlechteste White Lion-Album aller Zeiten, dass trotz Anspielung auf das "Pride"-Album mitnichten an alte Glanztaten anknüpfen kann. Denn dazu bedarf es sicher mehr als nur der Stimme von Mike Tramp. So fehlt vor allem die charakteristische Gitarrenarbeit von Vito Bratta, dem der aktuelle Gitarrist Jamie Law nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Mike Tramp wäre sicher besser beraten gewesen, das Ganze unter seinem Namen oder zumindest unter Zusatz seines Namens a´ la Mike Tramp´s White Lion herauszubringen. So muss ich als Maßstab nun die anderen Scheiben des weißen Löwen nehmen. Das führt zu dem Ergebnis, dass dies ein verzichtbares Album ist, das ich mir nicht gekauft hätte. Wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht so macht auch ein Mike Tramp noch keinen weißen Löwen. Wie man als Sänger und einzig verbliebenes Gründungsmitglied an glorreiche Zeiten wieder anknüpfen kann, das kann sich Mike Tramp am positiven Beispiel von James Christian angucken, der es mit neuer Mannschaft hinbekommen hat, den Sound der alten House Of Lords fortzuführen. Aber das ist eine andere Kritik. (Ralph)

Whitesnake : "All For Love" (Steamhammer/SPV; 3-track-Single/15:20)

Coverdale und seine Mannen melden sich mit einer Single als Vorgeschmack auf das im April erscheinende, seit langem erwartete neue Studioalbum "Good To Be Bad" zurück. Mr. Coverdale komponiert heutzutage mit Doug Aldrich, der ja seit geraumer Zeit zusammen mit Reb Beach die Gitarre bei der weißen Schlange schwingt und dabei eindeutig den Spot im Vordergrund hat im Vergleich zu Mr. Beach. Der Titeltrack der Single klingt eher wie Whitesnake zu "Slip Of The Tongue"-Zeiten. "All I Want All I Need" kommt im "radio edit" daher und ist ein getragener Song, der eindeutig im soften Fahrwasser solcher Vorlagen wie "Is This Love" segelt, womit ich erfreut feststellen kann, dass man sich noch ein Album weiter zurückorientiert und an das herausragende "1987" anknüpft, ohne allerdings dessen Klasse zu erreichen - soll ja nicht verschwiegen werden. "Lay Down Your Love" ist dann der beste Song der Single, wenn man die bluesige, erdige Hardrockvariante bevorzugt. Allerdings ist auch hier ein Wermutstropfen enthalten: man schwimmt zu sehr im Fahrwasser von "Still Of The Night" und ein wenig "Slow An´ Easy". Unterm Strich möchte man sagen: nix Neues von der weißen Schlange, dafür aber gekonnt sich selber kopiert. Ob man sich die Single nur wegen des "radio edit" eines Songs zulegt, müsst ihr selbst entscheiden. Also ein Optionskauf. Bin mal gespannt, was das Album so bringt...für einen Pflichtkauf muss es aber mehr sein als das hier Gehörte. (Ralph)

Winger : "IV" (Frontiers/Soulfood; 11/49:59)

Da ist es nun, das Comeback-Album von Winger, die in nur leicht veränderter Besetzung - an den Keyboards ist jetzt der türkische Multi-Instrumentalist Cenk Eroglu - immer noch mit dem kreativen Duo Kip Winger / reb Beach nach langer "Pause" wieder zuschlagen. Der Opener "Right Up Ahead" entwickelt sich nach kurzem Akustik-Intro zu einem wahren Groove-Monster, das mich an Black Sabbath mit Tony Martin erinnert. "Blue Suede Shoes" ist keine Coverversion, sondern ein getragenes eigenes Stück. Schmissiger wird es erstmals bei "Four Leaf Clover". Im weiteren Verlauf wechseln sich groovige, manchmal mehr getragene Stücke mit rockigen Stücken ab. Aus dem üblichen Rahmen fällt da zunächst die Ballade "On A Day Like Today", allein aufgrund der Länge von fast sechseinhalb Minuten. Kein Überhammer, aber ein angenehmer Optionskauf. (Ralph)

Zeno : "Runway To The Gods" (MTM/SPV; 11/54:12)

Alle paar Jahre wieder beglückt Zeno Roth (der "kleine" Bruder von Uli Jon Roth) die Fans melodischen Hardrocks mit einem kleinen Meisterwerk. So auch diesmal, allerdings singt auf dem Album nicht Michael Flexig, sondern Michael Bormann. Der liefert eine klasse Leistung ab. Die CD ist in zwei gedachte Seiten ("Side 1" und "Side 2") wie eine LP unterteilt. Der Opener "Fanfares Of Love" gibt gleich eine Kostprobe feinsten melodischen Hardrocks inklusive Zeno Roths klassisch angehauchten Soli ab. Freunde von Herrn Malmsteen dürften hier auch ihre wahre Freude haben. Schwächen habe ich hier nicht entdeckt, nur ein Highlight nach dem anderen. Da bleibt mir nur ein Wortspiel mit den Songtiteln: "Climb The Sky" on the "Runway To The Gods" and play the "Fanfares Of Love", then you will discover the "Land Of Illusion" in the "Shades Of Blue". Noch Fragen? Nein? Dann K-A-U-F-E-N! Klarer Fall für den dauerhaften Verbleib in unserem Archiv! (Ralph)

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