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Jadis : "Photoplay" (InsideOut/SPV) (11/60:38)

Sehr gespannt war ich auf dieses Werk, zählen Jadis doch mit zu meinen Favoriten der britischen Neo Prog Szene. Obwohl ich gerade die bisherigen, dem Marillion-Sound zugewandten Werke sehr schätze, muss ich doch sagen, dass es Jadis gut tut,mit dem leicht veränderten Sound dieses Albums deutlicher aus dem Schatten der Neo Prog Überväter zu treten. Schon der Opener "There Is A Light" klingt frisch, die Gitarrenmelodie ist klasse, bleibt im Ohr hängen. Überhaupt steht die Gitarre von Gary Chandler noch mehr im Vordergrund, klingen mitunter auch härtere Riffs an wie in "Asleep In My Hands". Dabei geht jedoch nie der Bezug zum Prog verloren, doch auch Rockfans können sich die Scheibe anhören. "I Hear Your Voice" hat eine schöne, Rush-artige Bassarbeit. "Who I Am", "Please Open Your Eyes" und "Need To Breathe" sind weitere Anspieltipps. Der Titeltrack steht zum Schluss und ist ein Instrumental. Für mich ist diese Mischung aus traditionellem Sound und Neuem ein gelungener Fall für die sofortige Aufnahme und den dauerhaften Verbleib in unserem Archiv. (Ralph)

Jorn : "The Duke" (AFM/Soulfood) (12/44:30)

Mr. Lande hat echt einen hohen Output und das Schöne dabei ist, dass er regelmäßig echte Qualitätsarbeit abliefert. Während „Stormcrow“ auch auf Whitesnake´s „Slip Of The Tongue“ gepasst hätte, scheinen „End Of Time“, „We Brought The Angels Down“ und „Blacksong“ eher für Masterplan gedacht gewesen zu sein. Überhaupt scheint der Unterschied zu seiner Stammband Masterplan diesmal geringer zu sein. Beim Refrain von „Duke Of Love“ möchte man fast „there ain´t no cure for the summertime blues“ singen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Mit „Burning Chains“ hat Jorn einen balladesken Song im Gepäck, bei der ihm erneut seine stimmliche Nähe zu Coverdale von Vorteil ist. Prominente Gäste haben ihm auch unter die Arme gegriffen: Don Airey von Deep Purple an den Keyboards und Ex-TNT-Basser Morty Black am Langholz. Kurios ist, dass der Rauschmeißer „Starfire“ betitelt ist, wie ja Jorn´s erstes Soloalbum bekanntlich hieß. Bewertung? Ein klarer Pflichtkauf für alle Fans klassischen Hardrocks. (Ralph)

Kachana: "Killing inside" (privat, 2002, 11tr, 51min)

Hier täuscht der erste Eindruck mal nicht, Sch**ßcover, Sch**ßplatte. Ach ja, aus England kommen sie und spielen völlig uninspirierten Thrash. Das soll sich mit dem Folgewerk ändern. (s.u.) (Dirk)

Kachana: "The plains of Illyricum" (privat, 2006, 6tr, 40min)

Was mir auf jeden Fall gefällt, ist eine Eigenpressung, die mit 6 überlangen Stücken auskommt und somit die stärksten Momente der Band präsentiert: (Hallo an alle Bands, die eine Privatpressung rausbringen wollen: 2 gute tracks sind viel mehr wert als 17 Durchschnittsnummern, Kachana haben diesmal alles richtig gemacht) Sacha Darwin hat man als Sänger an die Luft gesetzt. Mit Tom Morton bei sonst unveränderter Besetzung konvertiert man nun vom Extrem-Gähn-Thrash zu proggigem Metal. Und das gar nicht schlecht. Im Booklet gibt man u.a. Symphony X als Inspiration an und das ist ein guter Hinweis auf das, was den geneigten Hörer erwartet. Leider keine Texte, aber komplexe eingängige Nummern, die auch ein bißchen an Kamelot erinnern. Breaks und Tempowechsel in schöner Folge und das bei hoher Eingängigkeit. Warum nicht gleich so? (Dirk)

Kamelot : "One Cold Winter´s Night" (Steamhammer/SPV; 11/50:03; 7/40:45)

Nach zuletzt starken Studioalben legen Kamelot nun also ihr zweites Livealbum vor, dass es neben der mir vorliegenden Doppel-CD auch als Doppel-DVD sowie als Doppel-DVD/Doppel-CD-Set gibt. Ein Schwerpunkt liegt erwartungsgemäß auf dem letzten Album "The Black Halo". Der Sound ist in Ordnung, die Live-Atmosphäre kommt auch rüber. Die teilweise norwegischen Ansagen von Roy Khan kommen etwas seltsam daher, durchgehend Englisch wäre da sicher für eine internationale Veröffentlichung besser gewesen. Das "Keyboard-Solo" ist Gott sei Dank kurz und mehr als Intro zu dem fantastischen "The Haunting" zu sehen. Die weibliche Gesangsunterstützung durch Simone von Epica rundet den Sound ab. Weiteres Highlight ist sicher "Elizabeth (Part I, II & III) mit über 13 Minuten. Hier gibt es wohl wenig Anlass zum Meckern, einzig das Drum-Solo hätte man sich sparen können, doch der Fan greift wohl eher zur DVD oder dem DVD/CD-Set. Pflichtkauf für Fans. (Ralph)

Karthago: "Karthago" (1980 Hungaroton, 9+5 tr, 63min)

Eines der schönsten Plattencover überhaupt umhüllt würdig einen Klassiker, den man angesichts des Alters mit offenem Mund und verträumtem Blick ungläubig staunend in sich aufsaugt. Musikalisch bewegt man sich zwischen Magnum, Demon und Rainbow und das auch noch absolut auf Augenhöhe. 9 tracks sind auf der Original LP in ungarisch gesungen. Ergänzt durch 5 Bonustracks, 2 davon in englisch. Das Textheft ist für die meisten von uns zwar eher unnütz, enthält aber einige Photos, die Karthago auf den Spuren von Dschingis Khan zeigen, strange. Wer melodischen Hardrock favorisiert, kommt um Karthago nicht herum. (Dirk)

King Diamond : "Give Me Your Soul...Please" (Massacre Records/Soulfood; 13 Tracks)

Mal ehrlich: wann hören die Plattenfirmen endlich auf, uns Musikjournalisten unter Generalverdacht zu halten, alle Scheiben vor dem Release ins Internet zu stellen oder meistbietend zu verhökern? Herzlichen "Dank" an dieser Stelle auch an die paar unlauteren "Kollegen": wegen diesen illegalen Aktivisten bekomme ich also im Falle von King Diamond wieder einmal nicht mal mehr eine vollwertige Promo - die ja auch schon nicht der Ladenversion mit Booklet entspricht -, sondern eine "Voice Over"-Version mit Gequatsche zwischendurch, der die Songs unterbricht. Was mir trotz dieser Einschränkungen im Ohr hängen geblieben ist, scheint auf ein starkes Album im Stile der klassischen (ersten) King Diamond-Scheiben hinzudeuten. Ob es aber wirklich ein Pflichtkauf ist, davon solltet ihr euch dann besser mit einem richtigen Hörtest beim Händler eures Vertrauens übezeugen. (Ralph)

King Leoric - Die Bootleg Serie (bisher 16 CDs und 8 DVDs)

Sind Bootlegs denn nicht verboten ? Grundsätzlich ja, aber die True Metaller von King Leoric haben selbst eine Reihe von Konzertmitschnitten aufgelgt, die Ihr über die Homepage der Band bestellen könnt. King Leoric mit ihrem rauhen, aber sehr eingängigen Metal bisher auf 3 privatgepressten CDs auf sich aufmerksam machen konnten, bieten hier rohen Sound und jede Menge 80er Jahre Atmosphäre. Es werden Konzerte aus allen Phasen der Bandgeschichte angeboten, zum Beispiel: Live in Hildesheim Rock Club 14.04.07: 12 tracks, mäßiger Sound, 2 tolle Coverversionen 'The last in line' und 'Flight of Icarus'. Oder live in Kassel auf DVD, mit einer Handkamera aufgenommen (nicht mit einer Handycam, so schlecht ist die Bildqualität  nicht). 10 tracks Spielfreunde pur. Alle CDs und DVDs werden zu sehr fanfreundlichen Preisen angeboten, also haut rein, so lange es die Dinger noch gibt. Natürlich ohne ausführliches Booklet, keine teure Doppeldigi-Aufmachung, sondern Metal auf das Wesentliche reduziert. (Dirk)

King Leoric: "Thunderforce" (privat / 11 tr)

Wenn die Musiker von Majesty Mitte 60 wären, könnten sie unbesorgt in Rente gehen, denn würdige Nachfolger stehen bereit. King Leoric sind -true- Metaller. Man fragt sich, wie man eine derart druckvolle Produktion, derart eingängige Songs und ein schönes Artwork ohne Label hinkriegt. Jeder Song ein Meisterwerk, roh, ehrlich, melodisch, gut. Übrigens könnt ihr von der Band auch zahllose Live-CDs und DVDs bestellen, originelle Idee. Wer ein nebenwirkungsfreies Antidepressivum braucht, findet hier reichlich Stoff. (Dirk)

Lafrontera : “Humenace” (Eigenproduktion/www.lafrontera.de; 13/62:42)

Lafrontera kommen aus dem hohen Norden Deutschlands, genauer gesagt aus Kiel. Die fünfköpfige Band existiert seit 2003 und legt nun mit „Humenace“ ihr zweites Album vor. Eine Eigenproduktion kann man das Album eigentlich nicht nennen, denn produziert wurde es von einem gewissen Ami Haronyan von Metalsound (www.metal-sound.com), der übrigens auch mit Lafronteras Sänger Marko Hempf den am Ende des Silberlings befindlichen Bonustrack „Yggdrasil“ verfasst hat. Dieser unterscheidet sich von den restlichen zwölf Tracks, da neben der Hinzunahme von Keyboards der gute Marko auch weibliche Unterstützung in Form einer Duettpartnerin namens Veronika Schechter erhält, die dem Ganzen einen Touch a´la Nightwish, Within Temptation & Konsorten gibt. Doch eigentlich frönen Lafrontera einem eigenen Musikstil, der laut eigener Aussage am ehesten als Melodic Thrash Metal beschrieben werden kann. Nach mehreren Hördurchläufen kann ich das nur bestätigen – sowohl die Eigenständigkeit als auch den Versuch der stilistischen Selbstbeschreibung. Das beginnt schon im Opener, der bezeichnender Weise mit „The Beginning“ betitelt ist. Beginnt der Song noch relativ räudig, auch mit rauem Gesang, so setzen bereits nach kurzer Zeit melodischere Töne inklusive harmonischem Chorgesang ein. Dann wird wieder härter gegroovt, ehe zwischendurch dann auch Twin Guitar Sounds zu hören sind. Insgesamt ist der Sound wirklich sehr vielfältig. Und etwas Wichtiges hat die band auch beachtet: trotz aller Vielfältigkeit passen die verschiedenen Parts eines Songs gut zusammen, sind gut aufeinander abgestimmt. Das folgende „Ambiguity“ ist da schon etwas mehr geradeaus und melodischer Thrash Metal ist wirklich eine passende Beschreibung: in härteren Momenten thrasht die Band wie z.B. Overkill, die eigentlich für den Thrash-Anteil gut Pate stehen könnten. Das setzt sich auch in „Bite Of A Snake“ fort. Am Anfang con „Controlnation“ wird richtig gebolzt, wie man es von US-Bands wie Overkill oder Testament her kennt, bevor sich dann wieder die melodische Seite der Band zeigt. Nach rund dreieinhalb Minuten setzen dann plötzlich abrupt cleane, gezupfte Gitarren ein, ehe der Song würdig zu Ende gethrasht wird. Zu Beginn des folgenden „Deserted“ zeigen die Jungs, allen voran die Gitarristen Helge Reinsch und Felix Scholz und besonders auch Bassist André Sperlich mit melodiösem Spiel, das sie ganz sicher ab und an auch mal eine Platte von Iron Maiden gehört haben. Auch hier gilt: Einflüsse offenbaren sich nur als Inspiration, die zitiert, aber nicht kopiert wird. „Diabolic“ beginnt mit einem interessanten, melodiösen Gitarrenintro, ehe der Song an Härtegraden zulegt. Auch hier zeigt sich die Stilmischung: während vordergründig gebolzt wird, laufen teilweise im Hintergrund Maiden-inspirierte Melodien. „Disbelieve“ startet wie schon „Deserted“ wieder mit Maiden-mäßigen Melodielinien von Gitarren und Bass, ehe der Song eigenständig im Midtempo weitergeht. Später wird das Tempo ganz zurückgenommen und Helge Reinsch soliert melodiös auf dem von Felix Scholz gezupften Gitarrenteppich, bis wieder die anfängliche Melodielinie und dann der Chorus im Midtempo folgen – sehr abwechslungsreich gehalten. „End Of Fears“ wechselt wieder zwischen härteren, schnelleren Parts und entspannten Parts, bei denen die Band sich zurücknimmt. Wer dann noch Kopfhörer auf hat ist im Vorteil, da er dann die im Hintergrund stereo hin und her fliegenden Maschinengewehrsalven effektmäßig am besten hören kann. „Follow Me“ beginnt ganz ungewöhnlich mit Chorgesang, ehe die Instrumente hart einsetzen und streckenweise ordentlich gebolzt wird. „No Land Of God“ beginnt dann erneut mit Maiden-inspirierten Melodielinien von Bass und Gitarren, ehe Sänger Marko Hempf auf hartem instrumentalen Hintergrund alle Facetten seiner Stimme ausspielt. Dazu gesellt sich zwischendurch ein dunkler Chorgesang, wie ihn Accept geprägt und HammerFall weitergeführt haben. Dann wird plötzlich Markos Gesang superschnell, passend zur musikalischen Untermalung, ehe der Song mit den typischen Melodielinien weitergeht und schließlich nochmals mit dem dunklen Chorgesang dem Ende entgegensteuert. Bei „Serenity“ wird dann wieder ordentlich thrashig gebolzt, bevor mit Megaphon-mäßigem Gesangspart das Tempo erst wieder zurückgenommen wird, bevor der Song zu Ende gethrasht wird. „Sinister Prophet“ ist dann – abgesehen von dem eingangs dieser Rezension schon erwähnten Bounstrack – der eigentliche Abschluss dieses gelungenen Werks, bei dem die Band nochmals geschickt verschiedene Einflüsse zu einem abwechslungsreichen Eigengebräu verarbeitet – eben Melodic Thrash Metal mit einer eindeutigen Betonung von „Melodic“. Hervorzuheben ist auch das vorbildlich gestaltete Booklet mit gelungenem Design und allen Texten. Da merkt man deutlich, dass auch der Ausstattungsstandard von Eigenproduktionen in letzter Zeit deutlich zunimmt und einige Bands teilweise liebevoller sowie detail- und umfangreicher Booklets gestalten als manche megabekannte Band mit Majordeal im Rücken. Also Daumen hoch für die Kieler Jungs von Lafrontera und schnell auf www.lafrontera.de nachgeschaut, wie man das Teil ordern kann. (Ralph)

Lane: "Diced" (D, privat, 8tr, 36min)

Jawoll, das macht Spaß, zumindest mir. Mögt Ihr Bonfire? Dann seid Ihr hier richtig. Eine CD voll mitreißender Melodic Rock Stücke mit 2 eingängigen Balladen und schönen up tempo tracks. Dirk Licht ist ein Sänger, der zu diesem Genre passt. Herausragend ist das einprägsame Songwriting, das in dieser Qualität gerade in Germany selten ist. Die Bandmitglieder sind keine Teenies mehr und das hört man sowohl bei den schönen Gitarrenlinien, als auch besonders am Gesang heraus. Ach ja, schön aufgemacht ist die CD auch noch mit passendem Artwork und Texten garniert. Wer die homepage anklickt, wird nicht gerade mit Infos zur Band totgeschmissen, aber bestellt dieses edle Teil trotzdem, ihr werdet es nicht bereuen. (Dirk)

Legacy : “Legacy” (Eonian Records/Fastball Music; 14 tr./56 min.)

Legacy were a Christian melodic hard rock band in the vein of Stryper. They appeared on the scene in 1987 and vanished in 1992, when only two original members remained and decided to lay the band to rest. Now many years later Eonian Records, a label specialized in discovering and releasing interesting material from the hard and heavy archives of those glory old days, have released a compilation of Legacy´s recorded material. And one has to say that each song is worth being released today. The material delivers a smile on the face of each fan of Stryper, Mass or Dokken. If you like the mentioned bands, listen to “Cross The Line” or “Forever In Your Arms” and you will immediately order this CD. All songs are highly melodic, offering hook lines and melodic guitar work. In my opinion the material is even better than many songs of Stryper, because Legacy rock harder and are not that pathetic. Sometimes the material even comes near to melodic US metal, just listen to “Soldiers Unite”. A biography and sound files to listen to you can find on www.myspace.com/legacycolumbus or on www.eonianrecords.com/b-legacy/legacy.html. It is a pleasure that this material doesn´t sleep any longer in the archives but has been released, so that every fan of this kind of music is able to discover a forgotten jewel. (Ralph)

Leverage : "Blind Fire" (Frontiers/Soulfood; 10/53:01)

Der Hinweis auf dem Waschzettel der Plattenfirma "Rainbow and Magnum Sound meeting the Power Of Stratovarius and Masterplan!" macht zumindest erst einmal die potentielle Zielgruppe und damit angesprochene Käuferschicht klar. Damit liegen Frontiers eigentlich auch ganz gut in der Beschreibung, den epische Elemente treffen hier ganz klar auf typischen getragenen Hardrock mit Keyboards, wie er nur aus Skandinavien kommen kann. Das letztere erklärt sich schonmal damit, dass Leverage aus Finnland kommen. Und sie haben mit Pekka Heino (!) einen starken Sänger in ihren Reihen, der auch bei Brother Firetribe aktiv ist, obwohl sicher alle deutschen Hardrockfans bei dem Nachnamen eher abgeschreckt werden. Stimmlich ist Pekka gar nicht so weit von Jeff Scott Soto entfernt, wobei dieser grobe Vergleich eher Referenz als Nachteil ist. Die Songs laufen trotz gewissem Epic-Faktor gut rein und ab und an ist auch der Hitfaktor mit dabei wie etwa in "Stormchild", das ganz klar melodischer Hardrock ist. Da passt der Vergleich mit Magnum wieder gut, denn die britischen Epic-Hardrocker haben ja neben den epischen Tracks auch immer wieder Smash-Hits am Start. Die Scheibe ist jedenfalls durchgängig klasse ohne Ausfälle und daher ein ganz klarer Pflichtkauf für alle Fans melodischen Hardrocks und wohl auch ein Fall fürs Archiv. Da "Blind Fire" nicht das erste Album der Jungs ist, solltet ihr gleich mal auch nach dem Debutalbum "Tides" Ausschau halten, das bisher nur in Finnland und Japan erschienen ist und nun von Frontiers zeitgleich zum Mid-Price auch im Rest der Welt veröffentlicht wird. (Ralph)

Lionsgate: "Lionsgate" (Azna 2007 / 10tr / 43min)

Dies ist eine Eigenpressung. Dies ist eine Eigenpressung? Unglaublich. Dies ist ein Debut. Dies ist ein Debut? Noch unglaublicher. Eine tolle US Metal CD mit einem allerdings etwas nichtssagenden Cover. Ein Kristallschädel mit einer antiken Münze. Warum können Debuts nicht immer von der Optik ein bißchen auf die musikalische Richtung schließen lassen? Die ist nämlich mit musikalisch hochklassigem US Metal sehr beachtenswert. Für Freunde von Aska oder Steel Assassin Futter für Euren CDSpieler. Sehr abwechslungsreiche tracks, herausragen tut für mich 'Falling from grace' und 'Liar' mit Tempo, ruhigen, akustischen Passagen und einem Gesang, der ok ist, aber mit vorgenannten Beispielen nicht mithalten kann. 'Thirst for blood' hätte auch als exclusive bonus track für die tschetschenische Pressung genommen werden können, ist also eher verzichtbar. Zum Abschluß ein klassisches Instrumentalstück, daß Yngwie auch nicht beser gemacht hätte. Die Texte sind im Booklet enthalten und ganz lesenswert. Die Produktion ist für eine Eigenpressung sehr gut. Nix zu meckern, kaufen. (Dirk)

Logar's Diary: Book II - Parlainth - The forgotten city (privat, 13tr, 57'37min)

Nach dem mich ihr Erstling vor einigen Jahren sehr angenehm überrascht hatte, habe ich weder Kosten noch Mühen, noch eine lange Wartezeit (viele Grüße) gescheut, um auch des Zweitlings habhaft zu werden. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Zumindest für Menschen wie mich, die auf Melodic Speed können. Mit mittelelterlichem Instrumenteneinsatz verfeinert. Abgeschmeckt mit einem sehr guten Sänger. Serviert an komplexen lesenswerten Texten. Im Dialog mit einem gelungenen Artwork. Und das ganze als Eigenleistung, Respekt, Stern erteilt (Dirk)

Lordi : "The Arockalypse" (Drakkar/Sony BMG) (44:59)

Eins vorweg: das letzte Album "The Monsterican Dream" fand ich echt misslungen. Umso erstaunter war ich, als sich mir dieses Hammeralbum in die Gehörgänge einfraß. Schon das Intro "SCG3 Special Report", ein Fake-Radiobericht über die Invasion von außerirdischen Monstern - natürlich Lordi & Co. - ist super gelungen. Als Gast ist hier übrigens Dee Snider mit dabei. Danach haut einen "Bringing Back The Balls To Rock" fast um: welch ein Titel, was für ein Auftrag :-) Das ganze Album läuft dann ohne Schwächen in einem durch, wie man es heute selten erlebt. Das liegt aber auch daran, dass Lordi sich eher an die Spieldauer aus alten Vinyltagen halten. Da noch mehr Höhepunkte dabei sind wie z.B. "The Kids Who Wanna Play With The Dead" und das als Duett zwischen Lordi und Udo Dirkschneider ausgestaltete "They Only Come Out At Night" ziehe ich hier die Höchstnote ohne wenn und aber: absoluter Pflichtkauf und ein klarer Fall für den dauerhaften Einzug in das Archiv. Ach ja: weitere Gastauftritte von Bruce Kulick und Jay Jay French an der Gitarre gibt es auch noch. (Ralph)

Magnum : "Wings Of Heaven Live" (Steamhammer/SPV; 9/57:45 + 10/58:47)

Was soll man zu Magnum noch groß sagen, außer das die Herren Catley, Clarkin, Stanway & Co. einfach eine absolute Ausnahmeerscheinung sind und einfach eine Ausstrahlung haben, die vielen heutigen Bands einfach fehlt. Und das liegt sicher nicht nur daran, dass die heutigen Bands jünger sind, denn magnum klangen als Jungspunde schon einzigartig und herausragend. Auf der letzten Tour zum "Princess Alice And The Broken Arrow"-Album konnte ich die Jungs bewundern und ich muss sagen, sie haben das Publikum einfach mitgerissen und voll überzeugt. Live-Dokumente in CD-Form dagegen sind immer so eine Sache. Selten gelingt es, die Magie eines Auftrittes oder einer Tour aufzunehmen. Das ist bei einer DVD - die hoffentlich noch folgt - anders, denn mit dem zugehörigen Bild wird der Eindruck schon weitaus runder. Hier hat man die Besonderheit, dass man die UK-Tour quasi zum 20-jährigen Jubiläum der "Wings Of Heaven"-Scheibe genutzt und die Scheibe einmal komplett live mitgeschnitten hat. Folglich findet man auf der zweiten CD dieses Album in voller Länge und der richtigen Songreihenfolge, was ja schon einmal eine gute Sache ist. Die zweite CD rundet übrigens die Zugabe "Sacred Hour" ab. Auf der ersten CD findet man Hits aus der Historie wie "Kingdom Of Madness" vom gleichnamigen Debutalbum, "How Far Jerusalem" von "On A Storyteller´s Night" und von "Vigilante" den Titeltrack und "Back Street Kid". Natürlich gibt es auch Songs des aktuellen Albums, unter anderem das geniale "When We Were Younger". Allerdings muss ich einen deutlichen Abzug für die meines Erachtens nicht so gelungene Soundqualität machen. Hoffentlich kriegt man das für die DVD noch ein wenig besser hin. Unter Strich wohl ein Pflichtkauf für alle Magnum-Fans und ein Optionskauf für alle anderen. Wer Magnum noch nicht kennen sollte, schafft sich lieber die Studioversion von "Wings Of Heaven" an und dazu noch die "On A Storyteller´s Night" in jedem Fall. Danach empfehle ich "Chasing The Dragon", "Kingdom Of Madness", "Vigilante" und natürlich die sehr gut gelungene aktuelle Studioscheibe "Princess Alice And The Broken Arrow". Am besten ihr kauft euch alle! (Ralph)

 Mago de Oz: "Gaia III - Atlantia" (Warner, E, 2010, 2CD, 16tr, 93min)

Die Kritik für dieses Album kann exemplarisch stehen für alle Werke dieser eigenständigen Band aus Spanien. Geboten wird Musik in einer Stilmischung aus Metal, Hard Rock, Folk, Flamenco und arabischen Klängen. 9 Bandmitglieder feuern hier ein Highlight nach dem anderen ab. Gaia ist eine Art loses Konzeptwerk, das hier in die 3. Runde geht. Wie durch ein Wunder schafft es die Band mit ihren beinahe jährlich erscheinenden Mammutwerken keine Langeweile aufkommen zu lassen. Der Wiedererkennungswert der Band liegt bei 100%. So viel Eigenständigkeit sucht man andernorts vergebens. Die DoppelCD kommt im Slipcase daher und ist als edelstes Doppeldigibook aufgemacht. Zu allen Titeln gibt es einleitende Worte, die einen Teil der Gesamtstory erzählen. Allerdings liegt alles nur auf Spanisch vor, so daß ich zum Inhalt wenig sagen kann. Dafür entschädigt melodisches großes Tennis. Musik für Parties und nachdenkliche Augenblicke im Leben. Ein Hammer (Dirk)

Majesty : "Sons Of A New Millenium" (Massacre/Soulfood) (5/22:45)

Ein kleiner Appetithappen fürs neue Album 'Hellforces' sollte es werden und es ist schon fast eine ganze Mahlzeit geworden. Der Titeltrack geht gewohnt gut ins Ohr, aber es fehlt der letzte Kick, der bisher alle Alben von Majesty ausgezeichnet hat. 'Make it, not break it' klingt wie ein Accept-Ableger. Der Höhepunkt der EP ist 'Guardians if the dragonflame (orchestral)'. So würden Rhapsody mit Tarek klingen. So langsam dürfte es schwierig werden, im 'Castle - Rainbow - Warrior' - Bereich überhaupt noch neue Singtitel zu erfinden, alle denkbaren Kombinationen mit Dragon, Flame, Sword und Axe müssen doch bald vergeben sein.Die Liveversion von 'Hail to Majesty' klingt ein bißchen steril, der Abschlußsong 'Ride and Fight' im neuen Glanze ist tatsächlich besser als zuvor. Hier gibt es value for money, aber auf 'Hellforces' werden hoffentlich noch ein paar Schüppen nachgelegt. Kaufempfehlung. (Dirk)

Martyr "For the universe" (Metal for Muthas / High Vaultage, 15tr)Die beiden essentiellsten Re-Releases seit Langem sind die beiden damals sträflich untergegangenen Platten der Holländer Martyr. 'For the universe' erschien damals mit 7 tracks, einem formidablen Cover und verträumtem, melodischem druckvollem Metal, der nur deshalb nie Arenen gefüllt hat, weil die Platte selbst in ihrem Heimatland kaum zu bekommen war. Sie ist nie vernünftig vertrieben worden, sonst würden Manowar heute bei Martyr als Vorgruppe spielen. High Vaultage haben diesen Oberhammer entstaubt, mit 8 Demotracks angereichert, mit einer tollen History und Texten garniert und jetzt könnt ihr sie alle kaufen. Wer weiß, vielleicht wird das ja noch was mit der Headlinertour. (Dirk)

Martyr "Darkness at time's edge" (High Vaultage / Metal for Muthas, 15tr, 67min)

Zwei Jahre nach der MiniLP legten Martyr kräftig nach. Ein track mehr, musikalisch noch ein Tick besser, ein Meisterwerk, das mit 'Operation mindcrime' oder 'Shadow thief' auf Augenhöhe steht. Mit der Platte hätten Martyr 'mit den Großen pissen gehen' können, wenn nicht immer noch ein mieser Vertrieb das verhindert hätte und ein unbestreitbar metallisches, aber nichtssagendes Cover sein übriges getan hätte. Jetzt schlagt zu, 6 Stücke von Demos und Nachfolgeprojekten vervollständigen dieses Meisterwerk und natürlich die High Vaultage typische meisterhafte Aufmachung. (Dirk)

Masquerage : “Moonlight Time” (self-released; 9 tr./35 min.)

This is the second release of the finnish Melodic Metal quintet. The first album called “Work-Holic-Fool” has been released in 2005. “Moonlight Time” is from 2008. While the first two tracks “We Will Never Learn” and the title track deliver classic Scandinavian Melodic Metal, the third track “I Don´t Believe in You” starts with an Accept-style guitar riff but generally also follows the Scandinavian melodic rock and metal school. “Doctors Order” is an uptempo Melodic Metal track in the vein of Stratovarius. “Retired Monster” rocks a little bit rougher. “The Helpers” is a more relaxed affair without being a ballad, getting more dynamic towards the end. The tempo is rising once again with “Better Liar”. “Silver Wings” is a hard rocker with hooklines. The final track “Everlasting Good Luck” again is a nice uptempo hard rocker. If there is one thing to criticise it is the short playing time of album and – if you like – the lack of originality, which is in my eyes compensated by the quality of the album. So if you like Scandinavian Melodic Metal or also German Melodic Metal Heroes Edguy you should look for further information via www.masquerage.net. (Ralph)

Masterstroke : "Sleep" (Dynamic Arts Records/Alive; 10/41:58)

Laut Info ist "Sleep" das Zweitwerk von Masterstroke, aber in hiesigen Gefilden eigentlich das erste erhältliche Werk der Band, da das Debut "Apocalypse" aufgrund von geschäftlichen Problemen (?) nur in Japan und Russland erhältlich ist. Schade eigentlich, denn wenn das Debut der Finnen in die gleiche Kerbe schlägt wie "Sleep", dann ist uns da etwas entgangen. Masterstroke spielen melodischen Metal mit zwei Gitarren (die zweite klampft Sänger Niko Rauhala) und Keyboards. Als ganz grobe Richtung verweise ich mal auf Sonata Arctica. Der Vergleich hinkt aber, da Sonata Arctica mehr auf direkt ins Ohr gehende, sehr eingängige Melodien setzen, während Masterstroke zwar auch melodiös klingen, aber doch eher auf subtile, nicht so direkte Art. Dabei setzen sie streckenweise auch auf aggressives Riffing, ohne jedoch in zu harte Gefilde vorzustoßen. Irgendwie haben die Jungs damit ihre durchaus eigenständige Note, was ja auch nicht mehr viele Bands heutzutage vorweisen können. Dem Hinweis im Info, dass "Sleep" alle Freunde harter, aber dennoch melodischer Klänge in den Bann ziehen wird, kann ich mich da nur voll und gang anschließen. Wenn man bedenkt, was uns viele andere - auch bekannte - Bands da als neue CD auftischen, kann man diese Scheibe mit Fug und Recht als Pflichtkauf bezeichnen, da sie wirklich Qualität bietet. (Ralph)

Andre Matos : "Time To Be Free" (Steamhammer/SPV; 11/64:22)

Nach Viper, Angra und Shaman sowie dem Projekt Virgo hat sich Andre Matos nun dazu entschieden, unter seinem eigenen Namen weiterzumachen. Bekannt genug dafür ist der Brasilianer ja mittlerweile sicher in der internationalen Szene. Zu Angra-Zeiten hatte ich immer ein wenig Schwierigkeiten mit seiner an sich guten Stimme, mit der Andre es aber in punkto Höhen manchmal etwas nervig übertreiben kann. Daraus, dass er ein großer Fan von Helloween zu Kiske-Zeiten ist, hat er ja nie einen Hehl gemacht und so nimmt man es ihm nicht übel, sondern erfreut zur Kenntnis, dass sein Solodebut "Time To Be Free" wie eine moderne Fortführung dieses Sounds klingt. Dabei tragen gelegentlich natürlich auch Tribal-Sounds aus der Heimat wie in "Rio" (sic!) zur Abrundung bei. Komischerweise fällt mir beim Hören der Scheibe auf, dass Andre ein wenig Ähnlichkeit zu Tobias Sammet aufweist (oder der zu ihm?), was nicht verwundert, da ja beide wohl große Kiske-Verehrer sind und auf dessen Spuren wandeln (ohne diesen allerdings je zu erreichen). Trotz der Melodic-Speed-Grundhaltung sind es immer wieder die vielschichtigen Soundabwechslungen wie im fast keltischen und orchestralen Beginn von "Remember Why", die dieses Album hörenswert machen. Herzstück der Scheibe ist sicher der über achteinhalb Minuten währende Titeltrack. In Szene setzen kann Andre sich auch bei der Ballade "A New Moonlight". Insgesamt muss ich sagen, dass die Scheibe eigentlich keinen richtigen Ausfall parat hält, die Songs sind durchweg gut. Deshalb sehe ich dieses Album überraschenderweise anders als erwartet auch als Pflichtkauf für alle Freunde melodischen Hochgeschwindigkeitsmetals mit Orchestrierungstendenzen (hurra: neue Schublade) an. Se voce vai ler isso Andre: bem feito! (Ralph)

Mechanical God Creation : “Cell XIII” (Worm Hole Death Records; 9 tr./38 min.)

Mechanical God Creation are a female fronted Italian Death Metal band. Founded in 2006, the band first released a demo CD called “…And The Battle Becomes War” in 2007 featuring 3 real tracks alongside an intro. With “Cell XIII” they have now released their first real album. Though I am not really into this kind of metal style I have to admit that the record is well produced and offers a lot of good music for fans of this genre suitable for followers of Arch Enemy. Like Angela of Arch Enemy singer Lucy of Mechanical God Creation is a powerful shouter and I bet you won´t hear a big difference compared to male shouters of this genre. Of course you don´t have to expect very much originality, which is generally difficult in this genre. For further information check www.mechanicalgodcreation.it or www.myspace.com/mechanicalgodcreation. (Ralph)

Medina Azahara: "La estación de los suenos" (Avispa, 13 tr, 56'22min)

Der Name sagt Euch nichts? Medina Azahara legen hier ja auch erst ihr 19. Album vor. Wurden Mitte der 70er in Spanien gegründet und sind dort so was wie hier die Scorpions. Die Texte sind in Landessprache, die Musik ist melodischer Hardrock der besten Sorte mit arabischen und folkloristischen Parts. Dieses Album von 2005 ist ihr aktuellstes Werk und kann diesmal mit vielen ruhigen Parts und dichter Atmosphäre überzeugen. Manuel Martinez ist ein unglaublicher Sänger und alle Instrumentalisten beherrschen ihr Handwerkszeug eindrucksvoll. Nur finden müßt Ihr die CD in Deutschland erst mal. Jede andere CD von Medina Azahara ist ebefalls bedenkenlos zu empfehlen, wenn Euer musikalisches Interesse nicht bei Sodom endet. TOP Empfehlung (Dirk)

Mental Menace:  "Menace rising" (privat 2006, 3tr, 13'38min)

Ehrlicher Teutonenstahl findet sich auf dieser Privatpressung, Richtung Unrest oder Warrant (natürlich die deutschen). Die 3 tracks sind hörenswert, es fehlt aber ein bißchen der Wiedererkennungswert. Es findet sich sogar ein eingelegtes Textblatt. Kein Meilenstein, aber eine Kaufempfehlung für Underground-Fans wie mich (Dirk)

Messenger: "Under the sign" (STF, 11tr, 44'53min)

Alles in allem ist dies bereits die 6. Veröffentlichung von Messenger und eine DVD legen sie auch noch hinterher. Respekt! Musikalische bewegen sie sich zwischen melodischem Hardrock und Metal, auf 'Under the sign' scheint die Inspiration von Manowar, Majesty und Hammerfall zu überwiegen. Dabei sind sie keine Kopie, sondern haben ihren eigenen Stil. Eingängige stählerne Hymnen wie 'Titans' sorgen für echte Freude. Nur hohen Gesang muß man mögen. 11 Stücke ohne größere Ausfälle. Die Vorgänger CDs / Demos sind doch deutlich hardrockiger, etwas weniger professionell, aber allemal hörenswerte, ehrliche, irgendwie typisch deutsche Kost (Dirk)

Metal Church : "This Present Wasteland"

(Steamhammer/SPV; 10/57:23)Schon einige Tage draußen ist die neue Scheibe von Metal Church. Es ist die dritte mit dem dritten Sänger Ronny Munroe.Von der ersten Besetzung übrig geblieben ist nur Gitarrist und Songwriter Kurdt Vanderhoof, der sich ja zwischenzeitlich auch mal ´ne Auszeit als Player genommen hatte. Kompositorisch war er allerdings meines Wissens immer der Herr im Ring. Gegangen ist diesmal Ex-Malice-Gitarrist Jay Reynolds, der durch Rick van Zandt ersetzt wurde. Letzterer blickt auf gemeinsame Zeiten mit Sänger Ronny Munroe bei der Combo Rottweiller zurück - man kennt sich halt. Nachdem diese Inkarnation von Metal Church im Jahre 2004 ihren Einstand mit "The Weight Of The World" gab, waren Metal Chruch quasi über Nacht wieder mit einem Paukenschlag zurück. Das dieses Level und vor allem das Level der ersten beiden Scheiben aus den Achtzigern (das selbstbetitelte Debutalbum und "The Dark" sind beide eine dicke Pflichtkaufempfehlung!) wohl nicht ständig aufrecht gehalten werden kann, dürfte auch jedem halbwegs klar denkenden Menschen einleuchten. So bin ich denn auch mit einer halbwegs objektiven Grundeinstellung an diese Rezension herangegangen und erwarte keinen Meilenstein im Sinne von "The Dark". Einige negative Kritiken konnte man ja schon lesen. Ich gebe zu, dass mich einige Songs in der Mitte des Albums anfangs auch nicht gerade begeistert haben wie etwa "Meet Your Maker", "Monster" oder "Crawling To Extinction". Doch muss ich sagen, dass dieses Album mit jedem Hördurchlauf wächst und man auch den gerade genannten Songs immer mehr abgewinnen kann - mit Ausnahme von "Monster", der Song bleibt einfach ein Ausfall! Auf der anderen (Haben-) Seite sind da aber von anfang an Songs wie die ersten drei: der gute Opener "The Company Of Sorrow" mit einem an Megadeth erinnernden Riffing, das noch stärkere "The Perfect Crime", das am ehesten mit dem clean gezupften Intro an alte Zeiten erinnert, und das episch-treibende "Deeds Of A Dead Soul". Die letzten vier Songs sind dann auch wieder Treffer, wobei "Mass Hysteria" noch eher guter Durchschnitt ist, während das episch-doomige, mit Sabbath-Reminiszenzen ausgestattete "A War Never Won", "Breathe Again" und der Schlusspunkt "Congregation" dann wieder deutlich über dem Strich liegen. Fans der Band werden sich das Album ohnehin zulegen, alle anderen sollten sich zumindest nicht von einigen negativen Rezensionen abschrecken lassen und dem Album eine Chance geben, denn ein Optionskauf ist es allemal. (Ralph)

Metal Inquisitor "Doomsday for the heretic" (Hellion, 12tr, 52'42min)

11 Eigenkompositionen und ein Priest-Cover bieten dem echten Metaller hier jede Menge Freude fürs Geld. Metal Inquisitor sind glaubwürdiger Metal-Underground und bieten Mucke, die einem das debile Grinsen in die Augen treibt. Ausnahmsweise habe ich mal nix zu meckern, Musik ohne Fehl, Tadel und Ausfall, abgedruckte Texte, ein passendes stimmungsvolles Artwork und augenzwinkernder Humor, der einen Song mit dem Titel 'Bad Boys Hardrock Police' auf die Menschheit losläßt. Warum der Leadguitarist Blumi genannt wird, läß sich zumindest seinem Foto nicht unmittelbar entnehmen. Empfehlung (Dirk)

Ivan Mihaljevic : “Sandcastle” (self-produced; 14/52:34)

Ivan Mihaljevic is a Croatian guitar player. He also plays in the Croatian hard rock band Hard Time, and with that band Ivan has already played at the famous Wacken Open Air festival in 2005. Ivan quotes Paul Gilbert as one of his biggest guitar heroes. He has already played shows with Paul. In August 2008 he released his first solo album I am now holding in my hands. The album features eight instrumentals and six songs with vocals done by Ivan himself. The first two songs, the title track and “Cascading Mirrors”, already prove that Ivan is not one of those guitar players who are playing scales up and down very fast. But these songs with a general warm guitar tone remind me more of Joe Satriani. That doesn´t mean he´s copying anyone, but his style is more comparable to Satriani´s than to that of any of those Shrapnel heroes of the eighties. “Distant World” is the first track with vocals and offers alternative hard rock like Creed or Nickelback mixed with the likes of Lillian Axe. After another instrumental in “Bulldozer” follows the next vocal track called “Questions In My Mind (part I)”, which is good hard rock stuff. Then comes “Hi-Tech Orient”, an instrumental that mixes electronic keyboards and programming with guitar melodies that sound like the title describes. Next comes “Questions In My Mind (part II)”, this time the acoustical continuation. Reduced to that sound you´ll also notice that Ivan is not only a talented guitar player but also a good singer. “Spring” is the hard rocking guitar version of the initial part of Vivaldi´s four seasons. “Empathy” is hard rock with alternative rock influences with an interesting vocal arrangement for several voices. The “Macedonian War Song” at the earliest reminds me of that typical sound of those Shrapnel Heroes, a bit similar to Joey Tafolla. But then follows something completely different with “Friend”, that is an acoustical ballad with vocals and violin sounds. “Shimmering Karma” once more reminds me of Joe Satriani´s playing style. “The Road To Nowhere” starts with traffic noise and becomes a good hard rock song with a hookline. The final track “Raindrops” is an instrumental with acoustic guitar and a piano melody – and the sound of raindrops pouring down. Well, to sum it up, this is an interesting record of a talented artist. Let´s see what the future brings. As the info sheet says, Ivan is working on his second solo album “Destination Unknown” and a new Hard Time studio album. More information you can get via www.ivanmihaljevic.com or www.myspace.com/ivanmihaljevic. (Ralph)

Ivan Mihaljevic & Side Effects : “Destination Unknown” (SG Records/Import; 11 tr./49 min.)  

This is the second solo album of Croation guitarist, singer and songwriter Ivan Mihaljevic, being released in 2010. His first album “Sandcastle” has been released in 2008 (for viewing this review click here www.metal-almanac.com/cds-j-m.html). Once again Ivan´s guitar sound, especially the lead guitar work but also some kind of the rhythm guitar riffing often reminds me of Joe Satriani´s warm tone. Not to understand me wrong: this is absolutely meant as a compliment. There are enough of so called guitar heroes with a sterile sound. What I can say after having heard “Destination Unknown” a lot of times is that Ivan has also improved his vocal and songwriting abilities, what makes the record sounding more mature. The first track “Instant Star (Add Water)” starts after a short intro and presents itself as a riff-laden mid tempo rocker with a catchy chorus and a wah-wah lead guitar. Next comes “The Curse”, a more relaxed track with acoustic guitar at the beginning, becoming heavier with the chorus. With “Choosh Pies” follows the first one of the also included instrumental tracks, with a background vocal support underlining a hookline sometimes. “Post-apocalyptic Images” is a beautiful short piano ballad without guitar, but Ivan´s playing keyboards here and is singing of course. “Dreamscapes” again is an instrumental track following in the footsteps of Satriani with two other guitarists gusting on lead guitars (Brett Garsed and John Denner). “Shadows” is a nearly tribal acoustic guitar based song having a kind of Savatage touch at the beginning and evolving into a kind of Blind Guardian folk song when the flutes are joining in, making this record a really diversified affair. “The Pirate Song” again is instrumental, with a nice wah-wah guitar. “Sorry Pt. I” is also instrumental, but far more relaxed at the beginning, becoming more dynamic towards the end. A funky rock song is “Your Plane Flew Away”, with Ivan only singing the verses and another singer (Marko Osmanovic) being responsible for the bridges and choruses. This song also features a nice Hammond organ by Danko Krznaric and Phil Hilborne as another guest delivers the second guitar solo. Then follows the balladesque and acoustic “Sorry Pt. II”, being mostly instrumental with the exception of a short vocal part. Closing the album is “Hollow Wish”, starting slowly with piano and acoustic guitars and evolving into a more dynamic rock song, with a length of seven minutes. To sum it up, Ivan managed to improve his work with this second release, raising the hope that the next one must be an even more ambitious work. For more information check www.ivanmihaljevic.com or www.myspace.com/ivanmihaljevic. (Ralph)

Miss Behaviour : " Heart Of Midwinter" (Sunset Fox Records/NL Distribution; 9/41:02)

5 Schweden brachte 2003 die Leidenschaft für Rockmusik zusammen. Anfangs eher ein Hobby, entschlossen sich die Jungs nach den Kritiken zu ihrer Demo-CD "Launch The World" (die ich nicht kenne), ein "richtiges" Album zu produzieren. Dies legen Sie nun mit "Heart Of Midwinter" vor. Auf dem als Konzeptalbum angelegten Werk erzählt die Band die Geschichte eines Mannes, der versucht, sich mit seinem Glauben in einer kalten und unwirtlichen Gesellschfat zurecht zu finden. Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? So geht es doch einigen von uns. Stilistisch orientiert man sich an den Helden der 80er, allerdings in zeitgemäßem Gewand. Die Jungs verstehen es, verschiedene Elemente zu einem klangvollen Gesamtwerk zu verbinden. Als Beispiel mag "Dreams Are Cursed" dienen, das sehr seicht mit Flötenklängen beginnt und sich dann zu einem klasse Melodic Metal Song entwickelt. Auffällig ist auch der gute Chorgesang. Sowohl Gitarre als auch Keyboard bekommen ausreichend Raum. Auf dem Album sind getragen Parts mit Pianoklängen als auch knackige Gitarrenparts vertreten. Vergleiche sind schwer, aber Liebhaber von Schweden-Hardrock können hier zugreifen. Optionskauf. (Ralph)

Mob Rules : "Ethnolution A.D." (Steamhammer/SPV; 12/51:25)

Mit leichter veränderung im Team überraschen MR gleich zu Beginn des Albums mit dem 5 Songs plus Prolog/Intro umfassenden Konzept "Ethnolution". Dabei knüpfen sich MR mit jedem einzelnen Song textlich Mißstände unseres Weltgeschehens vor, unter anderem den Ku-Klux-Klan oder das Thema Heiliger Krieg - textlich gut umgesetzt in "Unholy War" - man beachte den feinen Unterschied. Doch auch die sechs nachfolgenden Songs sind dem vorangegangenen Konzept ebenbürtig: geboten wird melodischer Metal mit teils epischem, pompösen Arrangements. Als Anspieltipps mögen "Unholy War", "Ashes To Ashes" und der balladeske, orchestrale Rausschmeißer "Better Morning" für einen ersten Eindruck dienen. Ein guter Optionskauf. (Ralph)

Morian : "Sentinels Of The Sun" (Dynamic Arts Records/Alive; 11/45:27)

Dieses 6-er-Pack aus Finnland hat sich dem modernen harten Rock (von Hard Rock will ich nicht sprechen, denn darunter verstehe ich etwas ganz anderes...) mit Gothic-Touch und den typischen Piano-Klängen als Untermalung verschrieben. Immerhin wandeln sie nicht hautnah auf den Spuren von HIM. Der Sänger erinnert mich ein bißchen an Blaze Bailey. Irgendwie fehlt mir an den Songs aber das gewisse Etwas, das hängen bleibt und den Wunsch nach erneutem Anhören weckt. So sind die Songs nicht mehr als eine nette Untermalung. das ist zu wenig, um sich im Veröffentlichungsdschungel von der Masse abzuheben. Hätte ich mir nicht gekauft. (Ralph)

Neal Morse : "?" (InsideOut/SPV)  (12/56:28)

Das neue Opus von Neal Morse ist schlicht mit einem Fragezeichen betitelt. Wohl kaum, weil Neal plötzlich die Phantasie ausgegangen ist. Eher schon, weil das Album zwar in 12 separat anwählbare Titel unterteilt ist, Neal das Werk aber als Einheit sieht. Stilistisch kurvt er durch bekanntes und damit sicheres Fahrwasser, das aber mit einer illustren Gästeschar. So tauchen neben den üblichen Mitstreitern Randy George und Mike Portnoy auch Roine Stolt oder Steve Hackett auf. Neben den hier und da immer wieder durchschimmernden Beatles-Einflüssen scheint Neal auch jede Menge Helder der 70er konsumiert zu haben. So wette ich, dass mindestens alle Frühwerke von Uriah Heep auch in seinem Schrank stehen. Da das bei mir auch der Fall ist, passt die neue Scheibe von Neal Morse gut dazu. Empfehlenswert. Ein Pflichtkauf für Fans gediegenen Prog-Rocks. (Ralph)

Mourning Caress: "Imbalance" (SPV, 2002, 10tr, 45min)

Eine deutsche lizensierte Eigenpressung mit professioneller, guter, abwechslungsreicher Musik, die leider von einem deathlastigen Shouter (oder einer chronischen Laryngitis) zerballert wird. Wer solche Musik mag, wird diesen Gesang nicht mögen, schade (Dirk)

Mourning Caress: "Inner exile" (Restrain, 2008, 11tr, 47min)

6 Jahre sind eine lange Zeit, um eine Kehlkopfentzündung auszukurieren, die scheint aber leider chronisch zu sein. Die Musik erinnert immer noch an bessere Metal Church, der Gesang immer noch an das Black and Death Festival Unterfurching. Mit Gesang wäre das ein tolles Album. Wie ich hörte, ist die Band unter neuem Namen jetzt komplett auf die dunkle Seite der Macht (äh, des Metal) gewechselt. Schade, wenn Lord Vader den Helm abnehmen würde, wäre das sehr gut. (Dirk)

Mystery Blue: Claws of steel (Mausoleum, 1tr, 44'42min)

Die CD beginnt mit einer der bekanntesten und schwierigsten Partien von Mozart's Zauberflöte. Ein Wahnsinnsgesang. Tolle Idee. Mutig, sich daran zu trauen. Und sehr respektabel, dabei noch eine gute Figur anzugeben, Respekt Nathalie. Danach folgt 10x heftiger, bolleriger Stahl, wie man ihn aus den 80er liebt. Aber mit einer Mörderproduktion, die Mausoleum anno dazumal oft vermissen ließen. Alles richtig gemacht. Danke für eine tolle 3/4 Stunde. Aber warum nur 3/4? Es gibt doch den Repeatknopf (Dirk)

 

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