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Abstract Rapture : "Democadencia" (Maddening Media/Alive; 11/54:46)

Aus Luxemburg kommt dieser Fünfer, der den heftigeren Metal-Klängen frönt. Besonders gut gefallen hat mir schon beim Reinschieben der CD das Design: die CD sieht aus wie das Testbild im TV...coole Sache. Die Songs kommen im deftigen Thrash Metal mit meist Hardcore-lastigem "Gesang" (um nicht Gebrüll zu sagen) daher, was mich ein wenig an alte Sepultura zu den Zeiten bis zur Chaos AD-Scheibe erinnert - ist ja nicht die schlechteste Referenz. Einzig das Intro von "Carpe Noctem" erinnert mehr an frühe Black Sabbath, was sich jedoch mit Beginn der eigentlichen Songstruktur ändert. Neben dem Thrash Metal-Anteil mit brutalerem Gesang ist da gelegentlich auch noch ein melodischerer Gesang am Start, der ein wenig in die Emo-Richtung geht, so wie der melodischere Gesang bei Linkin Park - natürlich nicht so kommerziell. Insgesamt ist die Scheibe wirklich interessant und gut geraten. Immerhin hat die Band es ja auch geschafft, den luxemburgischen Wacken Metal Battle zu gewinnen. Ergo ein Debutalbum, was ich für die Freunde der angesprochenen Klänge nur als Pflichtkauf empfehlen kann. (Ralph)

Adramelch: "Irae melanox" (Warlord, 1988 / 1999, 8tr, 48min)

Mit italienischem Metal ist es ein bißchen wie mit italienischen Autos, wenige herausragende Perlen unter einer ganzen Menge Schrott. Hier stelle ich natürlich eher eine Perle, oder besser gesagt, DIE Perle italienischen Metals vor. Irae melanox ist ein Album, das im traditionellen Metal angesiedelt ist, sich aber einer weiteren Kategorisierung entzieht. Stellt Euch Manilla Road in bester Spiellaune mit einem wirklich guten Sänger vor. So in etwa jedenfalls. Es finden sich verträumte überlange Stücke ohne Kitsch mit viel echter Emotion. Die LP Version kostet mittlerweile ein halbes Durchschnittsgehalt, die CD ist noch regulär erhältlich und das mit nettem Textheft. Eine klare Kaufempfehlung für die Ewigkeit. (Dirk)

Adramelch: "Broken history" (Underground Symphony, 2005, 10tr, 51min)

Gebrochen haben sie Gott sei dank nicht, ich meine mit ihrer Bandvergangeheit. Und das ist auch gut so. Gebrochen haben aber Underground Symphony mit ihrer Tradition, nach guten Anfängen nur noch kitschigen Schrott zu produzieren. Hier liegt ein Hammer vor, der stilistisch und qualitativ an den 17 Jahre alten Vorgänger anschließen kann. Die Aufmachung ist labeltypisch gut gelungen, die Musik ist exakt die Fortsetzung des Juwels von 1988. Man tritt ja auch an den entscheidenden Positionen mit der gleichen Mannschaft an. Herausragend einmal mehr der eigenständige, erhabene Gesang, solltet Ihr einen Anspieltip brauchen: 'Ten wiles'! Das Album gab es vorher auch als Demo, das nicht ganz so druckvoll rüberkam, nur bei der Band zu bestellen war und eher der Komplettierung der Sammlung dient. RIESEN Kaufempfehlung. (Dirk)

Age of Evil: "Living a sick dream" (privat, 2007, 10tr, 53min)

Die 4 Jungs aus Arizona sind kaum dem Strampler entwachsen und bieten hier erstklassigen Powerthrash. Das Artwork ist zunächst mal wirklich sehr aufwändig gestaltet und passt gut zur Musik. Das Album enthät 8 Eigenkompositionen und 2 tracks von Tom Gattis. Die Musik ist am ehesten vergleichbar mit den besten Momenten von Testament oder alte Megadeth mit einem Schuß mehr Melodie. Die Gitarren braten satt, der Drumteppich ist dichter als ein persischer Seidenghom und der Gesang paßt sich gut ein, kann aber bestimmt auf den Folgewerken (ich hoffe sehr, es gibt welche) nachlegen. An der Einprägsamkeit kann man noch arbeiten, aber jeder Song ist hörenswert. Schön zu hören, daß der Metal doch nicht 'Lost in America' ist. Ihr könnt die CD direkt bei der Band bestellen, bestimmt auch mit Autogrammen. Unterstützt den Untergrund und ein paar Jahre später können auch Age of Evil einen Blecheimer mit Gummischlange für 80€ auf den Markt werfen. (Dirk)

Alsion: "A kingdom beyond..." (privat, D, 2001, 11tr, 47min)

Eine ziemlich truemetallene Band aus deutschen Landen, die vor numehr 9 Jahren ihr erstes Langeisen einspielte. Beim klassischen Intro von track 2 dachte ich noch: toll gemacht, schade, daß die Produktion so mau ist, 2min später fiel mir zusätzlich ein: schade, daß der Song so drucklos ist und der Sänger nicht mal ins recall kommen würde. Man spielt im Fahrwasser von älteren Blind Guardian, verhebt sich aber mächtig daran. Probleme: Songwriting, Gesang, Produktion, druckvolle Songs, also fast alles, schade, das Cover war ganz stimmungsvoll. (Dirk)

Alsion: "Dawn of a new age" (privat, D, 2006, 10tr, 46min)Birth

Besseres Cover, neuer Sänger und sogar Texte im Booklet, das sieht erst mal nach Steigerung aus. Der neue Sänger trifft tatsächlich besser, aber 2 tracks vom Vorgängeralbum wurden neu verwurstet ohne verbessert zu werden, der Rest plätschert so dahin. Man kann einen Song nicht 'Under northern skies' nennen und ihn dann so dahin treiben lassen. Meine Pokolgep live CD von 1987 klingt besser produziert, sie läuft beim Schreiben der Kritik gerade nebenher. Leider nicht der Rede wert. (Dirk)

Ambition : "Ambition" (Frontiers/Soulfood) (12/57:45)Hinter Ambition verbirgt sich der ehemalige Trillion-Sänger Thom Griffin, der hier mit tatkräftiger Unterstützung solcher Größen wie Tommy Denander an der Gitarre und Fabrizio V.Zee Grossi - verantwortlich für Bass, Keyboard und die gewohnt gute Produktion - ein Melodic Rock Album aufgenommen hat, das im rauhen Wind der Konkurrenz durchaus bestehen kann. Gesangliche Unterstützung erhält Thom von Joe Vana (Mecca) und Jean Michel Byron (ex-Toto), der mit "Hunger" sogar eine Song alleine zum Besten geben darf. "Shaping Fate & Destiny" erinnert zu Beginn gar an Survivor, verfolgt dann aber eigenständige Pfade. Mit "No Wasted Moments" ist auch eine stimmige Ballade dabei. Neben der angenehmen Stimme von Thom überzeugt vor allem wieder einmal die exzellente Gitarrenarbeit von Tommy Denander. Wer auf Melodic Rock a´la Foreigner, Survivor, Toto etc. steht, für den stellt Ambition einen Pflichtkauf dar. (Ralph)

Amplifier : "Insider" (Steamhammer/SPV; 12/59:05)

Zweites reguläres Album, das gleich cool mit dem Instrumental "Gustav´s Arrival" startet. Anders als auf der dem Debut nachgeschobenen EP "The Astronaut Dismantles Hal" (Kaufempfehlung für alle, die relaxte Prog-Klänge floydianischer Machart mögen!), sind hier keine ruhigen, progressiven Klänge zu vernehmen. Ein bisschen schade, die hatten mir eigentlich sehr gut gefallen. Doch die Gitarrenwände und alternativen Klänge sind zurück. Dabei gehen Amplifier durchaus melodisch zu Werke, wie z.B. im Titeltrack. So richtig vergleichbar sind eigentlich alle drei Werke der Band nicht. Dafür sind alle auf ihre Weise gut hörbar. Sicher nichts für den engstirnigen Metal-Fan, den "Metal" ist das nicht. Da fargt man sich nur, wie wohl das nächste Werk der Band klingen wird. Ein interessanter Optionskauf für Fans von Prog, Alternative, Independent-Klängen oder einfach gut gemachtem Rock abseits der 08/15-Kommerzschiene der Charts. Und natürlich ein Pflichtkauf für alle, die bereits Fans der Band sind. (Ralph)

Angel House : "World On Fire" (Demo-CD/Two Side Moon Promotions; 10/41:16)

Angel House is a power rock trio from Birmingham, England. This is the debut album which was released in March 2007. Currently the band is writing material for the second album to be released in 2008. But before this happens you have the chance to explore "World On Fire", a very good album that should amaze every fan of the NWOBHM. The sound does carry that special spirit of those glory days. The opener "Mask" blows right into your face and has a powerful chorus ("shoot shoot..."). "Loaded To Late" is less powerful but also well done, because it carries the spirit of bands like Samson and Diamond Head and at one point offers a guitar melody like on the first Iron Maiden albums. There´s also a ballad called "Hush-A-Bye" getting harder while evolving. "Victim #13" is a powerful rocker with an opening riff like on Iron Maiden´s early work. "Weapons For Self-Expression" with its acoustic beginning is a melodic rock song. Another favourite track of mine is "Revolution", a hard rocker with pumping guitars. That song and the next one "Knowledge" also remind me of the Tygers Of Pan Tang´s earlier days like on "Spellbound". "Superstitious Woman" is a riff-laden rocker. The title track closes a debut album which brilliantly captures the sound of the NWOBHM and carries it into our current days. Whoever is a fan of Diamond Head, Samson, Tygers Of Pan Tang, Vardis and all those great old bands should own this album. More information you´ll get via www.angel-house.co.uk or www.myspace.com/angelhouserock. (Ralph)

Aria: "Armaggedon" (CD-Maximum, 2006, 10tr, 54'54min)

Melodisch, vertrackt, eingängig, eine Freude für Augen und Ohren. Und das beständig wiederkehrend seit 1985. Solltet Ihre Aria noch nicht kennen: Rußlands Antwort auf Iron Maiden. 10 epische melodische tracks, die nahtlos an alte Klopper anschließen. Dazu ein Hammer-Cover, das das Bandmaskottchen auf dem Mopped auf der Flucht vor Armaggedon zeigt. Möge ihnen endlich auch außerhalb der Heimat der verdiente Erfolg beschieden sein. Und ihren CDs ein flächendeckenderer Vertrieb. (Dirk)

Armory: "The dawn of enlightment" (privat 2007, 12tr, 69'50min)

Ab und zu scheinen die Jungs von Armory die beiden Keeper-Scheiben noch aufzulegen, Helloween sind jedenfalls die erst Assoziation, die einem bei dieser sehr empehlenswerten CD in den Kopf kommt. Man bewegt sich im melodischen Bereich, aber weit besser als Legionen von Bands, die das vorher probiert haben. Der Drummer scheint den Doublebass-Workshop mehrfach besucht zu haben und Adam Kurland legt eine sehr ordentliche Gesangsleistung hin. Die Songs sind alle recht lang, komplex und interessant arrangiert und überzeugen durch Tempowechsel und genretypische, aber keineswegs platte Texte. Besonders hervorzuheben ist der überlange Titeltrack. Das Artwork ist gelungen, Texte sind abgedruckt. Bemerkenswert ist, daß über die volle Distanz von 70 min keine Langeweile aufkommt. Die CD gab es auch 2005 schon als Eigenpressung mit anderem Artwork und in komplett anderem Mix auf 200 Stück limitiert, viel Spaß beim Suchen (Dirk)

Art of Fear: "Master of pain" (privat, 2004, 10tr, 42min)

So langsam entsteht auf unserer website der Eindruck, ich wäre ein besonderer Österreich-Fan, seid aber versichert, das bezieht sich NUR auf die Musik. Art of Fear sind nun schon seit den 90ern aktiv und begannen mal als Frickel-Thrash-Band. Das sind sie nun nicht mehr, sondern spielen progressiv angehauchten Metal mit einem Schuss Härte. Das vorliegende Album ist meines Erachtens das beste der Band. Das Cover sieht nach geröchelten Vocals aus, aber glücklicherweise weit gefehlt. Man orientiert sich an amerikanischen Metal-Bands, leider auch was die fehlenden Texte angeht. Alle Songs sind sehr eingängig, keine Musik zum Anschwitzen mit der Liebsten auf dem Sofa, aber guter harter echter Metal. Kaufempfehlung. (Dirk)

Art of Fear: "Facing hell" (Rebeat, 2007, 10tr, 41min)

Bei nem Majorlabel sind sie nicht gelandet, aber Artwork und das vorhandene Textheft sind schon mal ein guter Anfang. Die Produktion ist etwas druckloser ausgefallen, als auf der letzten Privatpressung. Ein erstes Indiz dafür, daß das Label wohl nicht börsennotiert ist. Musikalisch betritt man vom Vorgänger erfreulich gewohnte Pfade und hat an Komplexität zugelegt. Da wäre eine druckvollere Produktion das Sahnehäubchen gewesen. Wer mit Hades was anfangen kann oder neueren Megadeth, sollte zulangen. (Dirk)

Aska: "Absolute power" (Vanadium, 2007, 10tr, 48'40min)

Kurz gesagt, der Titel ist Programm. Ein Intro wie ein Soundtrack leitet einen unglaublich dichten, powergeladenen Opener ein, Melodie und Power in Perfektion. Noch eine Schüppe härter als die Vorgängerscheiben, aber immer melodisch und nachvollziehbar. Die Texte sind erfreulicherweise abgedruckt und sehr persönlich. Man merkt den Songs an allen Ecken und Enden an, daß sie im Lauf von 6 Jahren entstanden sind und nicht in der Platte-Tour-Platte-Mühle mancher Major-Produktion. Until death do us part ist eine schöne Halbballade. Gesang und Instrumentierung sind sämtlich Referenzklasse, mir armem Schreiberling steht angesichts solcher Qualität keine Kritik zu. Abgerundet wird die CD im Digipak durch ein Artwork, das den Namen verdient. Zusammen mit Steel Assassin das Highlight des Metaljahrs 2007. (Dirk)

Aspire: The age of reckoning (privat, 10tr, 54'21min)

Epischer melodischer Metal, der hier in die 3. Runde geht. Ein schönes Fantasy-Cover stimmt auf eine mehr als hörenswerte CD ein. Die tracks sind überlang, episch, variabel und sehr gut produziert. Der Gesang ist eher kehlig, wer Manilla Road mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ein weiterer Schritt nach vorne, für die sympathischen Amerikaner (...daß ich die beiden Worte mal hintereinander gebrauche...) (Dirk)

Astral Doors : "Raiders Of The Ark" (Locomotive Records/Soulfood) (5/17:59)

Astral Doors legen nach ihrem beeindruckenden zweiten Album "Evil Is Forever" nun eine EP mit 5 Stücken und einem Video-Clip vor, um uns die Wartezeit auf das dritte Album zu verkürzen. Trotz des nicht gerade hohen Originalitätsfaktors gelingt es Astral Doors erneut, überzeugende Songs in dr Schnittmenge Rainbow/Sabbath/Dio zu liefern. Besonders Sänger Nils Patrik Johansson erinnert einmal mehr stark an Dio, was sich aber eher positiv bemerkbar macht. Man würde sich solche Songs von Ronnie James Dio heutzutage wünschen. Da dies nicht der Fall ist, kann man getrost auf Astral Doors setzen. Man höre sich alleine den Titeltrack an: ein Hammersong! Pflichtkauf für Fans des angesprochenen Genres. (Ralph)

Astral Doors "Astralism" (Locomotive Records/Soulfood) (13/55:00)Mit ganz großen Erwartungen ging ich nach der starken EP "Raiders Of The Ark" an dieses Album heran. Und eines kann ich vorweg sagen: Astral Doors haben mich nicht enttäuscht. Gleich der Opener "EVP" hätte auch auf Black Sabbath´s "Mob Rules" stehen können. Nach wie vor erinnert Sänger Nils Patrik Johansson stark an Ronnie James Dio, ohne diesen jedoch zu imitieren. Wer auf Dio/Black Sabbath/Rainbow/Axel Rudie Pell & Co. steht, der muss dieses Album einfach lieben. Das an Axel Rudi Pell erinnernde "London Caves" ist ein weiterer Anspieltipp, ebenso wie das schon ironisch betitelte "From Satan With Love", bei dem es sich nicht um ein satanisches Sarah Connor-Cover handelt. "Fire In Our House" und "Vendetta" bedienen die Rainbow-Abteilung der Turner-Ära. Das bekannte "Raiders Of The Ark" ist ein weiteres Highlight. "Tears From A Titan" ist ein stampfender Rocker und ebenfalls klasse. Kein Y & T Cover, sondern eine eigene Hymne ist "In Rock We Trust". Den Schlusspunkt unter eine überdurchschnittlich gute Scheibe setzt "Apocalypse Revealed", das wieder an die Sabbath-tage mit Dio erinnert, nur halt in modernerem Gewand. Auch die übrigen, hier nicht erwähnten Songs halten das starke Niveau. Pflichtkauf für alle Fans der oben genannten Bands/Stilrichtung. (Ralph)

Aterial: "Bodyshaker" (privat, Digi, 7tr, 24'11min)

Ein äußerst ansprechendes Cover aus der FSK18 Abteilung schmückt diese launige Eigenpressung, die mit rohem Partyrock verwöhnt. Wer hätte bei dem Cover, einer AC/DC-Coverversion und 7 Stücken in gerade mal 24 min auch an Doom gedacht ??? Wild und heftig geht es zur Sache, als Referenz fallen mir Gun Barrel ein oder Fracture, und natürlich die australischen Wechselstromkönige selbst. Muß man nicht haben, sollte man aber, ich weiß auch nicht, wie lange die CD noch mit dem Cover ausgeliefert wird. (Dirk)

ATTACK-SPECIAL:

Attack sind meiner Meinung nach 'metals best kept secret', was nicht zuletzt an der geringen Verbreitung der Platten CD liegt, hier folgt nun eine Kritik der gesamten Discographie:

Mouse in a maze 7' Legendäre 7' von 1983, ich kenne niemanden, der diese Rarität je auch nur gesehen hat, aber laut Versicherung der Band existiert sie tatsächlich. Wer sie hat, möge sich bei mir melden. Danger in the air LP / CD von 1984, siehe nachfolgende Einzelkritik. Return of the evil LP grandiose LP von 1985, im Stil der ersten LP, epische melodische Juwelen, musikalisch ihrer Zeit weit voraus. Beastkiller LP eine LP, die auch noch niemand zu Gesicht bekommen hat, sie soll 1986 erschienen sein, es existiert ein Cover und einige tracks haben Eingang auf dem Revitalize Sampler gefunden, angeblich gibt es sie wirklich, Nehme sachdienliche Hinweise gerne entgegen. Destinies of war LP / CD 1989 erblickte dieses Album das Licht der Welt und verzauberte mit melodischen Metalhighlights a la Live or die die wenigen Käufer. Gekrönt wird die Scheibe vom Übertrack 'Death rider', das eine starke zweite LP-Seite überstahlt. Hier zeigt Ricky van Helden alle Facetten seines Könnens als guter Sänger und Multiinstrumentalist. Von diesem Album existieren viele Versionen. Am seltensten dürfte die zyx Metall Version sein. Jenes Label ist Schuld an der geringen Verbreitung der Platte und verunstaltet sie mit einer mitleiderregenden Buntstiftzeichnung als Cover. Wiederveröffentlicht wurde sie auf dem bandeigenen Label Iceland mit einem klassischen Warrior-Cover, das diesmal nicht aus der 3. Klasse einer Grundschule stammt. Leider fehlen die Texte. Auf Victor erschien 1995 die wie so oft empfehlenswerte Japan-CD mit 2 Bonustracks und allen Texten ausgestattet. Hierfür wurde eigens ein 3. Cover entworfen. Jede Version ist es wert, in Eurer Sammlung zu stehen, nur finden müßte man erst mal eine. Seven years in the past erschien 1992, mal wieder mit völlig verändertem Line-up. Ricky als einzige Konstante an Gesang, Bass und Drums wird von Jens Petersen und Peter Oko als Gitaristen begleitet. Musikalisch findet sich alles beim Alten. Melodischer epischer Metal der ersten Wahl wird vom überragenden Titeltrack gekrönt. Auch hier gibt es eine schöne Japan CD auf Victor, allerdings ohne Bonustracks. Meines Wissens existiert keine Vinylversion. Bedauerlich bei diesem schönen Fantasycover. Revitalize von 1993 erschien als Best of CD auf Iceland Records. Die CD enthält wirklich die essentiellsten Stücke aller Alben und, jawoll, auch einen Beastkiller-Track. Die Linernotes sprechen jedoch eher die Sprache unfreiwilligen Humors. Hier wird eine Erfolgsstory aufgezeigt, die Attack in eine Reihe mit den ganz Großen stellt. Verdient hätten sie es, aber die Realität war dann wohl doch nicht die Welttour durch alle großen Stadien... Es existiert noch ein Japan CD auf Victor, die ein Jahr später erschien. Um so kurioser, daß die Japan CD 3 tracks WENIGER enthält und das schöne Cover durch ein Nichtssagendes ersetzt wurde. Dafür gibt es wieder Texte.   The secret place von 1995 zeigt wieder ein umgekrempelte Line-up mit einem Drummer namens Zacki Tsoumas. Die Songs sind noch ausgereifter, einprägsamer und es findet sich kein schwacher Moment. Das tolle Fantasy-Cover ziert kurioserweise nicht nur die CD, sondern auch ein Perry Rhodan - Jahrbuch des gleichen Jahres. Deadlocked sollte 1998 erscheinen, ist laut der Band komplett im Kasten, aber nie erschienen. Ricky, gib Dir einen Ruck. Wenn Du das hier liest, bitte mail mir, veröffentliche die CD auch gerne in Eigenregie. (Dirk)

Attack: Danger in the air (Parodise 11 / 46'33)

Attack sind das 'Medium' von Ausnahmemusiker Ricky van Helden. Seit 1984 erscheinen leider sehr unregelmäßig Fabelwerke melodischen Metals und keiner kennt sie. 'Beastkiller' und 'Deadlocked' scheinen noch nicht veröffentlicht zu sein. Ricky, wenn Du das hier liest: Bitte veröffentliche sie. 'Danger in the air' ist das Erstlingswerk und ist auf dem eigenen Label Parodise mit 3 Bonustracks auf CD gebannt worden. Das Cover ist recht düster, Texte sind vorhanden. Der Opener 'Danger in the air' enthält bereits alles, was eine perfekte melodische Metal-Platte ausmacht. Spannungsbögen, guten Gesang, beachtenswerte Instrumentalisten. Kaufen !(Dirk)

Jeff Aug : “Living Room Sessions” (Brainstorm Music/Rough Trade; 15/46:04)

Jeff Aug ist ein versierter Gitarrist, der sich zumeist ausschließlich auf seine akustische Gitarre und Instrumentaltitel konzentriert. Demgemäß ist der Sound schon recht puristisch ausgefallen, sieht man einmal von Ausnahmen wie dem auch mit Schlagzeug untermalten „Hoedown On The Chicken Farm“ ab. Viele Titel sind recht kurz gehalten, so um die zwei Minuten. Die längsten Titel sind knapp über drei Minuten. Ich glaube aber, dass man das Album eher als Gesamtwerk betrachten und daher ganz durchhören sollte. So habe ich den Übergang vom ersten Titel „Boots On Fire“ zu dem folgenden „One Twenty“ als fließend empfunden. Beide Titel sind übrigens auch als Video im enhanced part enthalten. Jeff versteht es sowohl ordentlich und teilweise auch mal schnell die Akustische zu zupfen als auch mehr rhythmisch zu spielen, wie beispielsweise in „Louisiana Voodoo Boogie“ oder in „Chemical Funk“, wo die Gitarre auch als Percussion-Instrument dient, wenn Jeff mit der Hand auch im Rhythmus drauf schlägt. Das erinnert mich an Nuno Bettencourt von Extreme, der das ja beim Paradebeispiel „More Than Words“ ja weltweit einem Millionenpublikum demonstriert hat. Daneben sind auch ruhige Titel wie „September“ oder „Whenever It Comes“ vertreten, die hintereinander kommend eher zum Zuhören und Entspannen einladen. Insgesamt ein Album für (Akustik-)Gitarristen und Freunde von akustischen Gitarrenklängen. Interessierte sollten auch mal auf www.JeffAug.com schauen. Dort gibt es weitere Infos und man kann die bisherigen CD-Erscheinungen und Tabulaturen ordern. (Ralph)

Avian : "From The Depths Of Time" (Massacre Records/Soulfood) (13/55:06)

Saubere Produktion mit angenehmer Stimme, auch wenn´s höher geht wie im Refrain von "As The World Burns" oder "Black Masquerade". Stilistisch sind Avian im Bereich melodischer Power Metal / US Metal anzusiedeln. Einer der stärksten Songs ist für mich "Time And Space Part I: City Of Peace", der mich auch an Radakka und Praying Mantis erinnert, die aber sicher nicht als Vergleich für das Gesamtwerk dienen. Ein Tipp zum Reinhören ist auch "Blinding Force", das nach starkem Gitarren-Intro erst getragen, hymnisch ist, dann schneller (Double-Bass) wird, ehe am Schluss gestampft wird. Das folgende "Time Is All We Need" deutet anfangs nicht nur vom Titel auf eine Ballade hin, ist dann aber eher ein relaxter Track mit cleanen Gitarren, der sich entwickelt und härter wird. Hervorzuheben ist auch "Queen Of The Insane", ein Midtempo-Song mit mehrschichtigem Gesang, bei dem nach der Hälfte ein orientalisches Thema als Fundament für das Gitarrensolo dient, ehe es danach in das anfängliche Songschema zurück geht. Ein Einkaufstipp für alle, die entweder nach den Pflichtkäufen noch Geld über haben oder die auch mal was anderes als die Standards hören wollen. (Ralph) 

Axxis : "Best Of Ballads & Acoustic Specials" (Capitol Records/EMI; 15/69:20, 11/39:17)

Normalerweise hat man ja eher ein ungutes gefühl, wenn einem kurz vor Weihnachten eine von der ehemaligen Plattenfirma präsentierte Best Of ins Haus flattert, besonders dann, wenn dort Balladen und akustische Interpretationen versammelt sind. Riecht das in den meisten Fällen nach Abzocke, stellt sich dies im Fall von Axxis völlig anders dar. Zum enen hat die Band aktiv an der Zusammenstellung mitgewirkt und inklusive ehemaliger Mitglieder und zeitweiliger Weggefährten jeden (!) enthaltenen Song kommentiert. Zum anderen sin alle Songs entweder remastert, aktuell remixt oder es handelt sich um Neueinspielungen, Demoversionn oder Liveversionen. Überschneidungen der beiden Silberlinge gibt es nur wenige in "Touch The Rainbow" und "Fire And Ice". Ersteres ist auf der Balladen-CD aber als "long version" und letzteres als "Demoversion 1988" enthalten. Die Akustik-CD enthält noch Videos von "Touch The Rainbow" und "Idolator". Dazu muss man sagen, dass gerade Axxis immer schon besonders stark bei den Balladen klangen, ohne jetzt die Rocksongs schmälern zu wollen. Hier wird auch den angestammten Fans, die alle Werke der Band schon im Schrank stehen haben, wirklich etwas für ihr Geld geboten. Interessant klingt z.B. die Akustikversion von "Living In A World", die irgendwie nach einer irischen Folkband klingt. Doch auch "normale" Akustikversionen wie "Kingdom Of The Night" mit gesanglicher Unterstützung von Lakonia klingen stark. Originell ist auch die "Tango Version" von "C´Est La Vie". Pflichtkauf für alle Axxis-Fans und ein hervorragender Optiionskauf für alle, die es noch werden wollen. (Ralph)

Ayreon : "01011001" (InsideOut/SPV; 8/50:15 + 7/52:04)

Mit dem neuen Album tischt uns Arjen Lucassen mal wieder ein Konzept auf: es geht um das Volk der "Forever", welches auf dem Planeten Y (so ist auch die erste der beiden CDs betitelt, die zweite ist mit "Earth" betitelt) lebt und das Geheimnis der Unsterblichkeit erlangt hat. Dabei ist man leider total abhängig von Maschinen geworden und hat die Fähigkeit emotionaler Wahrnehmung eingebüsst. Also reist man zur Erde (wo man ja emotional ist...) und trifft mit einem Kometen auf diese, wobei eine neue Menschheit entsteht. Mit rasanter Weiterentwicklung folgt diese alsbald demselben Verlauf wie "Forever" auf Y. "Forever" steht nun vor der Aufgabe einen Weg zu finden, die Menschheit vor ihrer eigenen Selbstzerstörung zu retten. Ob dies gelingt, müsst ihr aber schon selber lesen und vor allem hören. Dazu bietet die musikalische Umsetzung dieses Konzepts durch Meister Lucassen mit Hilfe solcher Gäste wie Steve Lee, Jorn Lande, Daniel Gildenlöw, Bob Catley, Anneke van Giersbergen, Floor Jansen und Simone Simons beste Gelegenheit. Das Album sagt mir persönlich auch mehr zu als der Vorgänger "The Human Equation", das mir doch um einiges schwerer reinlief als "01011001". Bestimmte Stücke aus dem Gesamtepos herauszustellen fällt bei so einem Kunstwerk natürlich schwer. Mir hat besonders "Beneath The Waves" gefallen. Aber auch der Opener "Age Of Shadows" setzt gleich gute Akzente. In jedem Fall ist das Album ein absoluter Pflichtkauf und ein Fall für den Einzug in unser Archiv. Gibt es auch als Special Edition mit DVD, die mir aber nicht vorliegt, so dass ich dazu nichts sagen kann. Also Augen auf und selber entscheiden, welche Version ihr euch in den Schrank stellt! (Ralph)

Bassinvaders : "Hellbassbeaters" (Frontiers/Soulfood; 14/59:40)

So, so: Markus Grosskopf trommelt seine Bassisten-Kollegen Tom Angelripper, Schmier und Peavy zusamen, um mit ihnen und weiteren Gästen ein Album aufzunehmen, das nun eben stark bassgeprägt ist. Keine Angst, es gibt kein instrumentales Bassgeschredder, sondern schon noch normale Songs, bei denen aber der Bass halt eine besonders betonte starke Rolle spielt. Bass-Soli kommen unter anderem von solch illustren Gästen wie Billy Sheehan, Lee Rocker oder Rudy Sarzo. Einige Songs wie der Opener "Awakening The Bass Machine" mit Wechsel zwischen melodischem und heftigerem Gesang oder das von Peavy gesungene "Romance In Black" sind ganz gut gelungen und auch trotz hohem Bass-Faktor eingängig. Auf die Dauer ist mir der starke Bass-Soundanteil aber doch zu viel und wirkt sich negativ auf mein Durchhaltevermögen aus. Zum Schluss gibt es vor dem finalen europäischen Bonustrack "To Hell And Back" noch eine Bassinvaders-Version von "Eagle Fly Free" und damit von einem Stück, das wohl wie kaum ein anderes die Erkennungshymne und das klassische Trademark von Meister Grosskopfs Haupterwerbsfeld Helloween darstelt. Das konnte also nur in die Hose gehen...obwohl es nicht so schlimm geworden ist wie eigentlich zu befürchten war. Nur für Rock-Bass-Freaks! (Ralph)

Babylon (SLO): "A boh sa len diva" (Forza, 2005, 12tr, 41min)

Babylon kommen aus Slovenien und das ist sogar für meine Osteuropa-Sammlung eine Rarität. Die Band besteht aus gestandenen Musikern und hat ein Album mit grundsolidem Hardrock eingespielt. Wenn man es nicht besser wüßte,  würde man wetten, der Gesang ist italienisch. Rauh und melodisch, mit einem passenden Sänger, der mich am ehesten an die letzten Gotthard-Releases erinnert, also sehr empfehlenswert. Die Aufmachung ist professionell, die CD leider schwer zu kriegen, das Textheft für mich in diesem Fall entbehrlich, grundsätzlich aber lobenswert. Wenn Ihr sie mal auf einer Verkaufsliste findet: mitnehmen (Dirk)

Battleroar : "To Death And Beyond" (Cruz del Sur Music/Alive; 9/59:16)

Battleroar kommen aus Griechenland und huldigen dem traditionellen, epischen Heavy Metal. Zu ihren Wurzeln zähle sie Manilla Road, Omen, Cirith Ungol, Brocas Helm, Manowar, Jag Panzer und Heavy Load. Ich bin mir sicher, dass sie auch schon mal die eine oder andere Album von Iron Maiden und wohl auch von HammerFall gehört haben. Hier handelt es sich nach dem selbstbetitelten Debutalbum aus 2003 und "Age Of Chaos" aus 2005 um das dritte Album der Band. Die ersten beiden sind leider an mir vorübergegangen - ein schwerer Fehler, wenn man "To Death And Beyond" erst einmal gehört hat. Battleroar schaffen es wirklich, mit diesem Album dem Geist der oben zitierten Bands zu huldigen, ohne in irgendeiner Weise als Kopie zu wirken. Nachdem die ersten beiden Tracks "The Wrathforge" und "Dragonhelm" schon ganz ordentlich zu überzeugen wissen, kommt mit "Finis Mundi" das erste echte Highlight, das auch epischer und getragener daherkommt. Fast 9 Minuten lang kann man gebannt diesem Übersong seine Lauscher widmen. Danach startet dann mit einem Schrei eines Adlers "Metal From Hellas", eine echte Hymne der Jungs, natürlich dem griechischen Metal gewidmet. Den griechischen Wein hat ja auch schon jemand anderes besungen. "Hyrkanian Blades" zeigt dann Maiden-Einflüsse, ebenso wie der über zehnminütige Longtrack "Oceans Of Pain", der gegen Ende aber in Metallica-mäßiges Riffing abdriftet. Ein etwas kommerziellerer Song mit Hymnencharakter ist "Born In The 70´s", auch wenn ich dies sicher niemals aus vollem Herzen mitsingen könnte, da meine Geburtsstunde kurz vor dieser Dekade liegt (das kann dann ja Dirk übernehmen). Etwas klassischer wird es dann wieder bei "Walord Of Mars", ehe "Death Before Disgrace" mit ungewöhnlich Beginn mit akustischer Gitarre, aber schließlich absolut episch diese starke Scheibe beendet. Wer immer auch auf epischen oder True Heavy Metal steht, kommt an dieser gnadenlos guten Scheibe nicht vorbei. Wenn man sich dann noch überlegt, was manch alteingesessene Helden vergangener Tage heute noch verzapfen und uns noch gegen Bares andrehen wollen, dann legt man seine Kröten sicher besser bei Battleroar an. Die Jungs haben eure Unterstützung allemal verdient und geben euch dafür noch einen echten Gegenwert. (Ralph)

Beyond Fallen : "Mindfire" (Melissa Records/Alive; 10/52:12)

Der Opener "Act Of War" des ersten über eine Plattenfirma veröffentlichten Albums der Amis - vorher haben sie eine EP und ein Album selbst herausgebracht - erinnert nicht zuletzt dank Sänger Joe Karavis an Overkill. Diesen Eindruck verstärkt das folgende "Blood On The Ice" sogar noch. Auch im weiteren Verlauf der Scheibe bietet die Truppe netten, aber wenig originelen US-Metal, teilweise mit Thrash-Faktor. Nicht übel, aber leider auch nicht herausragend. Optionskauf. (Ralph)

Bible Of The Devil : „Freedom Metal“ (Cruz Del Sur Music/Alive; 8/43:53)

Bible Of The Devil legen zwei Jahre nach “The Diabolic Procession” nun mit “Freedom Metal” ihre mittlerweile fünfte Veröffentlichung vor. Erneut legt das Quartett ein saustarkes Album vor, das auch zu den besten Zeiten der NWOBHM hätte entstanden sein können. Neben dem für diese Zeit typischen rauen Rotzrock brillieren hier ein ums andere Mal die berüchtigten Twin Guitar Leads, der ja auch viele damalige Bands gehuldigt haben. Doch eigentlich hat das ja vor der NWOBHM schon mit Thin Lizzy angefangen, deren gitarristisches Erbe hier in solchen Momenten durchklingt. Sänger Mark Hoffmann, der auch für eine der beiden Twin Guitars verantwortlich zeichnet, ist sicher kein besonders guter Sänger, sondern eher wie im Übrigen auch viele Frontmänner aus der Zeit der NWOBHM ein rauer Rockshouter, was aber gut zur Musik passt. Stellenweise erinnert er mich komischerweise an Paul Stanley in den Momenten, wo dieser auch mehr shoutet (wie z.B. bei „Creatures Of The Night“). Die Twin Leads erinnern ab und an auch stark an Iron Maiden zu frühen Zeiten („Killers“), wie z.B. am Ende von „Womanize“. Völlig aus diesem Rahmen - aber cool gemacht – fällt „Heat Feeler“, das fast drei Minuten nur akustisch gezockt wird, ehe die verzerrten Gitarren einsetzen und dann natürlich auch gleich standesgemäß den Twin Guitar Sound zelebrieren. „Ol´ Girl“ könnte ungelogen auch wirklich auf einem Album von Thin Lizzy gestanden haben. Das gleiche gilt eigentlich auch für den Schlusstrack „500 More“ dieses starken Albums, das jeder Fan des guten alten Hardrocks mit einem Schuss Twin Guitars sich auf jeden Fall besorgen sollte. Wer noch einen letzten Anspieltipp außer den bereits erwähnten Tracks braucht, dem lege ich den rauen Opener „Hijack The Night“ zur Beseitigung letzter Zweifel ans Herz. Pflichtkauf! (Ralph)

Bloodbound "Nosferatu' (Metal Heaven / Point 11tr 53'30min) Fehlkauf ... dachte ich, als mir diese CD in den Briefkasten flatterte. Denn mit dem Finstermann auf dem Cover und dem Pandabärenlook der Musiker auf dem Backcover dachte ich, Todesblei oder Schwarzmetall würden mich jetzt eine knappe Stunde nerven. Falsch gedacht ... aus den Boxen tönt wundervoller ehrlicher Metal, der an Hammerfall und Iron Maiden zu besten Zeiten erinnert, besonders an die 'Somewhere in time'-Phase. Urban Breed ist ein blitzsauberer druckvoller Sänger, alle beherrschen ihre Instrumente, die Texte sind typischer Metal, allerdings auch nicht weiter erwähnenswert. Stören tut das völlig verunglückte Artwork. Den Metaller wird es abschrecken, die Irregeleiteten, die Black und Death lieben und die CD nach dem Cover kaufen, werden von der gebotenen Qualität verschreckt ... oder vielleicht auf den richtigen Weg geleitet ??? (Dirk)

Blood Stained: "Into battle II - Edition MMV" (privat, 2005, 7tr, 38'18min)

Jawoll, das ist Metal, das ist Undeground, so sollten Eignepressungen sein. Wer Def Leppard's 'Hysteria' für unterproduziert hält, braucht hier nicht weiterzulesen. Welche Richtung? Track 2 heißt 'King of the night', track 3 'Fly like an eagle'. Die Richtung! Von Hard Rock bis True Metal, tolle Songs, ein handkopiertes Cover, eine mäßige Produktion, ein Sänger, der auch mal knapp daneben legt, das Teil macht Riesenspaß. Atmosphäre pur, Spitzenklasse. Sollte in einer Zeitschrift für HiFi-Fanatiker mal eine Kritik dieser CD zu lesen sein, dürfte die weniger euphorisch ausfallen. Aber wir haben recht. Gebt Euer Geld lieber für diesen Freudenspender aus, als für die zigtausendste mäßige Label-Produktion. Kaufen, Sofort. (Dirk)

Blood Stained: "Exit to nowhere" (privat, 2006, 10tr, 55'06min)

Deutlich anders als der Vorgänger, aber ebenfalls sehr hörenswert. Erwähnte ich schon, daß die Band aus der Heimat des Metal stammt, aus der Bay Area von Österreich? Ich spar mir jetzt alle Fußballwitze, das haben die Musiker nicht verdient. Die dürften auch bei ner Metal-EM mitmachen, wenn sie sie nicht ausrichten. Stilistisch breiter angelgt als der Vorgänger, ein bißchen Thrash, ein bißchen True Metal und ein bißchen Comedy (siehe track 8: Dirty Sex Knights - nuclear cock version).  Aber sie können auch ohne lustig. Anspieltip: Rituales del morte, ein sehr komplexer Song, tolle Spannungsbögen und guter alter Heavy Metal, wenn auch einen Hauch moderner als der Vorgänger. Rauher Metal, der mich an die weniger schnellen Nummern von Raven erinnert. (Dirk) P.S.: Warum nenne ich eigentlich einen Anspieltip? Beim Media Markt stolpert Ihr eh nicht über das Teil, Bestellung an die Band.

Blood Stained: "III - Sic transit gloria mundi" (privat, 2008, 11+2tr, 64'14min)

Ein Hammer vor dem Herrn, stilistisch wieder anders als zuvor. US Metal und Judas Priest standen hier Pate, eine blitzsaubere Produktion, unglaublich gut für eine Eigenpressung. Aus meiner Sicht bisher DAS Highlight 2008. Habt Ihr die letzten Jahre nur mit Bandproben verbracht? Eine unglaubliche Steigerung zu den schon respektablen Vorgängern. 'Stainless steel' ist ein Opener, der mich an Savatage 1987 erinnert. Mit 'Thrall of darkness' wird es priest-lastiger. Hervorzuheben ist die Ballade 'Brave', weit ab von Kitsch und Kommerz. Die ersten 4 Stücke übertreffen vom Songwriting etwas den Rest des Albums, aber alle tracks sind mit Wiedererkennungswert und Spielfreude satt gesegnet. Ein zusätzliches Plus für das gelungene Artwork. Hallo Phil, hattest Du Privatunterricht bei Rob Halford, oder wie kann man die starke Gesangsleistung erklären? Ein echtes Metal-Monster, diese CD, abgerundet durch 2 Livetracks. (Dirk)

Robin Brock : „Monsters“ (self-produced/Two Side Moon Promotions; 10 tr./39 min.)

Robin Brock is a Canadian melodic rock singer. She has already released two albums (“Blame It On Rock & Roll” and “Hidden Power”), so this is the third one. The title track opens the album and it sounds like a heavier version of Shania Twain. The following track “New Addiction” strengthens this impression. While “Two Words” after a balladesque start follows in this footsteps “Master And Slave” and “7 Pieces” sound a little bit different and show more of her own style. Even more originality shows the nearly acoustic and balladesque “Solitary Girl”. “Fuel” then again generally picks up the Shania Twain mood, mixed with a note of her own. “Power It Through” plays a little too much with technical effects and lacks of melody and hooks. A surprise is “Warrior”, sounding a bit like Deep Purple at the beginning, especially because of the Hammond organ sound, and the guitar riff reminds a little bit of “Nobody´s Home” from the “Perfect Strangers” album. In the same direction, but a little bit doomier sounds the final track “Witching Hour”. According to my taste I´d like to hear more stuff in the direction of the last two tracks. To sum it up, “Monsters” is a good option for fans of melodic rock or classic rock, but there´s still potential to make the next record a bigger one. For more information check www.robinbrock.com or www.myspace.com/robinbrockrocks or www.reverbnation.com/robinbrock. (Ralph)

Brockmann, Steve: Kumulativreview 2001-2007

Steve Brockman ist ein Multiinstrumentalist und Songwriter, dessen Fencesound Label in Bredstedt beheimatet ist. Seine CDs werden in einigen Mags als instrumentale Meisterwerke abgefeiert, die klassischen Metal ohne Gesang bringen. 2001 erschien 'Don't sing' mit 12 tracks und interessant klingenden Titeln wie 'Tearqualizer'. Bestimmt hat er sich da ne Menge bei gedacht und ich schreibe nicht gerne schlechte Rezensionen für Eigenpressungen. Aber auch nach mehreren Durchläufen klingt das Gebotene für mich persönlich wie Klingeltöne für New Age Anhänger, schade eigentlich. Etwas besser sind die Folgewerke: Expected errors von 2007 ist meines Wissens das aktuellste. Desweiteren liegt mir die 'Departurte' von 1992 vor. Leider alles nix oder? (Dirk)

By Blood Alone : "Seas Of Blood" (Jericho Hill Records/Relapse Records Mail Order/Two Side Moon Promotions; 8/50:21)

While I was reading the info sheet I wondered why the quoted descriptions of the sound of this female fronted US band by other journalists are quite different. One critic compares them with acts like Nightwish, Epica, Within Tempation and After Forever. But after I had heard the album for the first time I realized that By Blood Alone have nearly nothing in common with Gothic Opera Rock, with the exception of a female singer - who calls herself Cruella. I do agree with another quoted journalist who recommends this band for fans of Lullacry, Lana Lane and Magenta. Definitely this is symphonic progressive rock. The opener "Serpentarius" shows the band still a little bit nervous. The drummer wants to show that he can do a lot more than playing straight, but a straighter punch might have served the song more. The guitar is quite heavy, but the slower keyboard sound doesn´t seem to fit in very well. The song is quite a longtrack with 7:30 minutes and there is also a slower section in the song. The second song "Wants Me Dead" then is a straighter one and shows the band in a better mood. "Undead Friend" starts as a very quite piano ballad, while the band adds orchestration after the beginning. Then again the song returns to piano ballad, before all instruments are joining the song. The next longtrack (7:11) follows with "Nidhogg", which has a nice organ-like keyboard sound and reminds me of Lana Lane - definitely one of the better tracks. "Lovely Lies" (8:04) is a rocker with a progressive touch - also one of the better tracks. "Seas Of Blood" (7:13) is a balladesque symphonic rock song, becoming harder at the end. "Deny Yourself" (7:10) is the song with the most hooks and a catchy refrain. The short "Little Lady Lilit" shows only Cruella (with her vocals doubled or so...) and piano. To resume it all, this album to me is more a hopeful beginning than a strong one. There are some good songs, but compared to - for example - Lana Lane´s work and the songwriting By Blood Alone don´t play in the premier league - but that could change with the next album. More details you´ll get by visiting www.bybloodalone.com or www.myspace.com/bybloodalone. (Ralph)

Cage : "Hell Destroyer" (MTM/SPV; 21/78:35)

Mit Cage haben MTM ein neues Pferd im Stall, das abseits der sonstigen melodischen Pfade eher deftigen Metal bietet. Dies ist bereits das vierte Album und wer die anderen Scheiben kennt, der weiß, dass ihn hier US-Power-Metal der härteren Sorte erwartet. Mit dem Song "King Diamond" ist eine witzig umgesetzte Huldigung an den dänischen Diamantenkönig enthalten. Ein guter Optionskauf. (Ralph)

Cain´s Dynasty : “Legacy Of Blood” (Melodica Records/Point Music; 9/42:12)

Cain´s Dynasty stamen aus Spanien und huldigen dem melodischen Power Metal, der wie in dem zugleich auch als Opener fungierenden Titeltrack auch mal in Richtung Speed gehen kann. Doch auch getragenere Songs wie „Remember The Tragedy“ stehen den Jungs ganz gut zu Gesicht. Der Gesang von Ruben Picazo ist ganz okay, wenn man mal von dem stellenweisen Gekreische wie in „The Journey“ absieht – das hat er überhaupt nicht nötig und sollte es besser sein lassen. Neben acht Tracks mit englischen Lyrics haben Cain´s Dynasty mit „Infancia Eterna“ auch ein Stück in ihrer Muttersprache mit auf die Scheibe gepackt, das eigentlich auch zu überzeugen weiß, wenn da nicht wieder ab und an diese stimmlichen Experimente in Richtung Gekreische und diesmal auch Gegrunze wären – das passt wenig zu dieser Musikrichtung. Als hätten die Jungs es selber bemerkt, schieben sie mit „Come To Me“ eine Ballade mit anspruchsvollerem Gesang hinterher. Zum Schluss gibt´s dann noch mal eine Speedgranate mit „Taking A Look“. Für ein Debutalbum - vorher hat die Band ein Demo namens „Love Songs For Putrefact Lovers“ eingezimmert - ist die Scheibe ganz ordentlich geraten. Für Fans von melodischem Power Metal mit Einflüssen von Helloween, Angra, den frühen Edguy und HammerFall ist die Scheibe auf jeden Fall eine Option, wenn man sicher auch erst einen Lauschangriff machen sollte, was bei den heutigen Möglichkeiten ja kein Problem darstellen sollte. Einen Punktabzug gibt es aber noch zum Schluss: wie man ein solches Digipak mehrfach ausklappbar eigentlich gut gestalten kann, um dann aber statt solch essenzieller Dinge wie Lyrics nur Fotos der Bandmitglieder präsentiert, kann ich nicht nachvollziehen. Was man beim nächsten Mal besser machen kann, dürften die Jungs damit dieser Kritik wohl entnehmen können. (Ralph)

Cargo: "Spiritus sanctus" (2003 Mediapro, 10tr, 43min)

Rumänien's Finest bieten hier progressiven Metal der Extraklasse, episch, symphonisch, begnadete Instrumentalisten und Adi Barar, der zeigt, wie man in Landessprache ein emotionales, begeisterndes 3 1/2 Oktavenwerk einsingen kann, das ohne Textverständnis Gänsehaut erzeugt. Technisch eine CD absolut auf der Höhe der Zeit, Cargo sind seit Ende der 80er Jahre aktiv und legen hier ihr 5. Werk vor. Ja, die anderen sind auch absolute Pflichtkäufe, nur kriegen müßte man sie. Unverständlicherweise gibt es da keinen regulären Export, bei Sichtung verhaften. (Dirk)

Bob Catley : "Spirit Of Man" (Frontiers/Soulfood) (12/62:36)

Gleich zu Beginn lässt der gute Bob es in "Heart Of Stone" ordentlich krachen und geht deutlich zackiger zu Werke als man es von Magnum kennt. Vor allem Gitarrist Vince O`Regan steht dem Meister druckvoll zur Seite. Gegenüber dem teils epischen Sound von Magnum ist Mr. Catley solo um einiges direkter und geradliniger. "Blinded By A Lie" ist ein weiteres Beispiel für einen solchen Kracher. Auch der balladeske Teil wird mit "Last Snows Of Winter" abgedeckt, wenngleich auch nicht so überzeugend wie z.B. Magnum´s "It Must Have Been Love". Aber wer kann sich schon ständig selbst übertreffen? Insgesamt habe ich erst "nur" zu einem Pflichtkauf tendiert, halte das Album nach mehrmaligem Hören aber schon jetzt eher für einen dauerhaften Fall für das Archiv. Einziger Wermutstropfen ist die von Vince O`Regan und Bob Catley selbst übernommene Produktion, die ein "echter" erfahrener Produzent (von denen es ja im Dunstkreis von Frontiers einige gibt) sicher noch einen Tick besser hinbekommen hätte. (Ralph)

Charlotte : “Medusa Groove” (Eonian Records/Fastball Music; 12 tr./45 min.)

Recorded at the end of the 80´s, now the American reissue label Eonian Records has picked up this record and released it on CD. Whatever happened years ago that we haven´t heard of this superb classic hard rock band must have its reason in deaf ears of some talent scouts, because the guys sound as good as Great White or Skid Row in their best years without copying any of those big names. Charlotte have a certain sound of their own and a good singer in Eric Ganz. It is hard to name some best songs, because they are all good, there is no filler. There are heavy rockers and stompers, mid tempo groovers and in “Changes” an acoustic ballad heavily following in the tradition of Led Zeppelin. Another stand-out cut is “ Ocean Of Love And Mercy ”, an acoustic groove monster with saxophone (!) solos. “Invisible Man” shows the funk rock side. A minor hit might be “Miss Necrophilia”. This cut would have been a big smasher on any Skid Row album. But there is more of that sort like the title track for example. So for any fan of classic hard rock this really is a must have. Fore more information have a look at the band´s myspace site www.myspace.com/charlottelamusic. (Ralph)

Clairvoyants : „Word To The Wise“ (Valery Records/Promo: Two Side Moon Promotions; 10 tr./50 min.)

Clairvoyants are from Italy and started in 2001 – like the band´s name hints at - as an Iron Maiden tribute band. In 2009 they released their debut album with 9 songs of their own and of course a cover version of the true Iron Maiden classic tune “Hallowed Be Thy Name”, which is well done, but of course cannot compete with the original. Well, I have to say that one cannot overhear the big influence Iron Maiden has on the sound of this band, but Clairvoyants are far from cloning the big British heavy metal heroes. While the bass sound follows in the footsteps of Steve Harris, singer Gabriele Bernasconi doesn´t act like another Bruce Dickinson clone, has his own powerful voice. Another difference is that Clairvoyants do not sound that progressive- like Iron Maiden today - and offer more in-the-face heavy metal. So there´s enough room to create powerful heavy metal of their own. That they can also play softer tunes Clairvoyants show with the piano ballad “Closure”, which features only piano played by Kamelot´s Oliver Palotai as a guest player and singer Gabriele Bernasconi. Whoever likes powerful heavy metal with strong guitar melodies and names Iron Maiden, Iced Earth and other bands of this direction as his favourites, might check these guys. (Ralph)

Coldspell : "Coldspell" (Demo CD/www.coldspell.se/Two Side Moon Promotions; 7/35:06)

Coldspell is a melodic hard rock band from Sweden . The musical influences of the 5 members are classic rock bands like Led Zeppelin, Whitesnake or Mr. Big, also classic swedish rock acts like Yngwie Malmsteen or Talisman. The guys now deliver a demo CD and are planning to release their debut album. The opening "Fade Away" is classic melodic hard rock that also features hammond organ-like keyboard sound (or is this real?). The next track "Keep On Believin" follows in this footsteps. Next comes "Ravin Mad" which reminds me a little bit of Talisman / Jeff Scott Soto or Europe with a little more rhythmical guitar riffing (like Europe on their much underestimated "Prisoner´s in Paradise " album). "All I Want" carries a little of Whitesnake´s spirit, but is far from only copying that sound. Also singer Niclas Swedentorp is able to vary his voice from cleaner sounds to nearly the throat of David Coverdale. "Surrounded" is also groovy hard rock like Talisman and Europe . "Solid Ground" shows the influences by Talisman and also Whitesnake, while the last track "Greed" sounds a bit more modern, but still is very well deserved melodic hard rock, reminding me a little bit of Pretty Maids. If I mentioned some well known bands this doesn´t mean that Coldspell tries to copy the sound of these bands - I simply wanted to give you a hint at what sound you can expect from Coldspell. This demo CD is well done and I am sure we will hear more of Coldspell in the future. Every fan of classic melodic hard hard should have a closer look at www.coldspell.se or www.myspace.com/coldspellsweden. (Ralph)

Cornerstone : "Head Over Heels" (Atom Records/US-Import/Two Side Moon Promotions; 13/54:42)

Cornerstone sind eine österreichische Band mit Geschlechterparität (2 Frauen und 2 Männer sind am Werk) und deutscher Sängerin, die einen Plattenvertrag mit einer US-Plattenfirma hat. Das ist schon ungewöhnlich genug für den Anfang. Mit Hardrock oder Heavy Metal hat die Musik von Cornerstone so gut wie nichts gemeinsam. Das Info gibt als Stilrichtung denn auch Rock / Pop / Alternative und AOR an und nennt als musikalische Einflüsse die Beatles, The Police, R.E.M., Toto und Therapy?. Ich höre da auch noch Einflüsse aus dem Bereich des Independent Rock, was an anderer Stelle auch im Info erwähnt wird und dafür stehen ja auch mit R.E.M. und The Police zwei der Einflüsse Pate. Am deutlichsten passt sicher R.E.M., denn die Musik hat sowohl einige harte Momente, aber auch viele poppige Momente. Das liegt zum einen an den meist akustischen Gitarren mit clean gespielten Melodielinien von Gitarrist Stefan Wachelhofer und zum anderen am Gesang von Anja Schirmer, deren Stimme keine Rockröhre ist, aber gleichwohl kraftvoll ist. Vergleiche sind ja immer schwierig, aber als grobe Anhaltspunkte mögen Chrissie Hynde von den Pretenders oder Katharina Franck von den Rainbirds dienen. Komplettiert wird das Quartett durch Bassist Michael Wachelhofer und Schlagzeugerin Hannah Wachter. Selten sind verzerrte Gitarren am Start wie in "Leave" und dem AOR-verdächtigen "Ready To Go" oder dezenter im Opener "Something To Say". Dafür gibt es auch besinnliche Töne wie in der schönen, nur vom Piano untermalten Ballade "Crises" oder der nur von der akustischen Gitarre begleiteten Ballade "Stefania". Daneben finden sich Songs, die mehr in die Independent-Ecke passen mit den typischen cleanen, aber sehr melodiösen Gitarrenmelodien wie „Better Than You“ oder „I Can´t Even Say No“. Ein kleiner Hit ist mit dem recht flotten "Fade Away" auch am Start. Was auch positiv auffällt, ist der Hintergrundgesang, der eine schöne Anreicherung des Gesamtsounds darstellt. Wer auf Poprock mit weiblichem Gesang steht, der abseits des Mainstream wandelt, und wer auch gerne mal weniger harte Töne hört, der findet hier eine interessante Alternative. Am Ende des Albums finden sich noch zwei U.S. Radio Versionen von „Regret“ und „Fade Away“. Da könnt ihr euch dann aussuchen, welche Version euch mehr zusagt. Mehr Infos gibt es unter www.cornerstone.co.at. Kontaktieren könnt ihr die Band unter office@cornerstone.co.at. (Ralph)

English version:

Cornerstone is an Austrian band with sex-parity (2 women and 2 men are at work) and a German female singer, that has a record deal with an U.S.-record company. That already is sufficiently uncommon for the beginning. With Hardrock or Heavy Metal, the music of Cornerstone has as well as nothing in common. The info names the genre with Rock / Pop / Alternative and AOR and quotes influences of The Beatles, The Police, R.E.M., Toto und Therapy?. I also hear Influences from the independent music scene, which is also quoted somewhere else in the info sheet, and that also is what with R.E.M. and The Police two of the quoted influences stand for. What fits best may be R.E.M., because the music has few harder moments, but also many Pop sounds. One reason may be the mostly acoustic guitars with clean played melody-lines from Guitarist Stefan Wachelhofer and another reason may be the voice of Anja Schirmer, whose voice isn´t a rock voice at all, but strong yet. Though it is always difficult to compare voices I´d like to give you a hint by naming Chrissie Hynde of The Pretenders and Kaharina Franck of The Rainbirds. The quartet is completed by bass player Michael Wachelhofer and drummer Hannah Wachter. Distorted guitars are rarely delivered like in "Leave" and the AOR-like "Ready To Go" or more discreetly in the opening track "Something To Say." There are also contemplative sounds for it like in the beautiful ballad "Crises" with only piano instrumentation or the ballad "Stefania" only accompanied by the acoustic guitar. You also can find songs coming more in the direction of the independent rock scene with the typical clean but strong melodic guitar melodies like “Better Than You” or “I Can´t Even Say No”. A small hit is "Fade Away". What also positively attracts attention is the background vocals that represent an enrichment of the sound. Whoever likes pop rock with female vocals, that doesn´t follow the usual mainstream sound, and whoever likes to hear less rock tunes, finds an interesting alternative in Cornerstone. At the end o the album Cornerstone offer two U.S. radio versions of “Regret” and “Fade Away”, so you can choose which version you like most. More info you can get via www.cornerstone.co.at. You can contact the band by e-mail using office@cornerstone.co.at. (Ralph)

Crekko:  "Essence" (privat, 2004, 9tr, 39'14 min)

Eine deutsche Band mit ihrem Erstling, sehr dichte, thrashlastige Musik mit gutem Gesang und einem fetten Sound. Die Songs sind für meinen Geschmack noch ein bißchen platt konstruiert, es fehlt der track, der die Hand auf der 'Repeat'-Taste festnagelt. Ansonsten findet sich eine feine Aufmachung mit einem realtiv einfachen computergenerierten Cover und einem Textheft. Die Band bleibt in keiner Klischeeschublade hängen, sehr gut, aber besser ist das Nachfolgwerk, siehe nächste Besprechung (Dirk)

Crekko: "grow / stronger / vicious" (privat, 2006, 7tr, 78,54 min (!))

Bei einem düsteren Cover, einem schon uneingängig wirkenden Titel, einer Dreiteilung der CD und einer Gesamtspielzeit von nahezu 80min erwartete ich uneingängigen Progressive Thrash, der einen nach 80 min verschwitzt, mit Kopfschmerzen und Erleichterung zurückläßt, das Gehörte unbeschadet überstandne zu haben. Aber ACHTUNG: Vorurteil! Es finden sich sehr eingängige tracks und genau der Wiedererkennungswert, den der Vorgänger noch vermissen ließ. Der Opener 'Seduced' ist noch ziemlich dem Thrash verhaftet. Danach wird es melodischer. Kein Wunder, wenn vom Anspieltip 'Gasoline' ein radio edit auf der CD vertreten ist. Die Musik ist tight gespielt, mit Tempowechseln und einer sehr guten Produktion. Besonders herausheben möchte ich den Gesang: sehr sauber mit einer Schüppe Erde in der Stimme und sehr heavy, ein Glückwunsch an Marco Selter, wir sehen uns im recall (oder so). Mailt die Band an, ihr werdet es nicht bereuen. (Dirk)

Crescent Shield : “The Stars Of Never Seen” (Cruz Del Sur Music/Alive; 9/49:00)

Dies ist nun der zweite Schlag der US-Combo nach dem überaus formidablen Einstand mit dem Debut „The Last Of My Kind“. Das hatte mir seinerzeit auch auf Anhieb gefallen. Merkwürdigerweise zündet der vorliegende Zweitling bei mir nicht mehr so direkt. Das will aber nichts heißen, denn manches Werk reift erst nach und nach mit jedem Hördurchlauf. Da erinnere ich mich doch heute noch daran, wie lange ich bei Metallica´s „Ride The Lightning“ gebraucht habe, um nach „Kill´em All“ den Zugang zu finden. Soll heißen: lasst euch nicht von meinem Ersteindruck verwirren, sondern hört selbst in das Werk rein, denn geboten wird nach wie vor starker US-Power Metal, der von der Truppe um Gitarrist Dan DeLucie (Ex-Destiny´s End) und Sänger Michael Grant (Ex-Onward) auf absolut hochqualitativen Niveau bei hervorragender Produktion dargeboten wird. Letzteres verwundert nicht, da Mix und Mastering auf das Konto von Bill Metoyer gehen. Im Info heißt es, dass die Songs progressiver seien, was ich durchaus bestätigen kann und was den weniger einfachen Zugang als beim Debutalbum erklären würde. Wer die Herkunftsbands der Beteiligten kennt und Fan der eingangs genannten Stilrichtung ist, der sollte ein Ohr riskieren. In jedem Fall lege dem geneigten Fan aber auch das Debutalbum ans Herz. (Ralph)

Crowning Glory: "Path to glory" (privat 2006, 5tr, 19'43min)

Das Artwork läßt auf Viking Metal schließen, aber weit gefehlt. Es handelt sich um klassischen Metal bzw rauhen Hardrock, wer Raven mochte (zu stärksten Zeiten) und andere britische Urgesteine, wird diese CD mögen. Der Sänger klingt schön rauh, auch Krokus können hier als Vergleich herhalten. Crowning Glory verstehen es, packende Songs zu schreiben, von denen 2 Stücke hier live dargeboten werden. Leider sind keine Texte im Booklet. Eine sehr schöne Eigenpressung, die in keiner Sammlung ... (Dirk)

Crown of Glory: "Raven's flight" (privat2007, Digi, 4tr, 17'52)

Sehr schwer zu kategorisieren diese EP, mal melodisch mit schönen, nicht zu kitschigen Chorgesängen, mal ein bißchen doomig, mit tollen Tempowechseln, ist diese Maxi als Appetizer auf das anstehende Album zu verstehen. Um die Band rum findet sich allerlei Prominenz, wie Dennis Ward als Produzent, ein Gastauftritt von T.S. Eglund und eine professionelle Aufmachung. Ein Rätsel ist mir das düstergraue Cover, das für eine CD einer eher unbekannten Band sicher keine kluge Wahl war, laßt Euch nicht abschrecken (Dirk)

Crown The Lost : „Blind Faith Loyalty“ (Cruz Del Sur Music/Alive; 10/54:40)

Crown The Lost aus Pittsburgh/USA legen mit “Blind Faith Loyalty” den Nachfolger zu ihrem Debutalbum „Reverence Dies Within“ vor. Da ich das Debutalbum nicht kenne, kann ich also völlig unbelastet an diese Rezension gehen. Das offizielle Band-Bio beschreibt den Stil als Melodic Thrash Metal, wobei ich den Sound der Band gemessen an den bekannten Thrash-Ikonen sehr melodisch und weniger thrashig finde. Ohne diese Info hätte ich den Stil wahrscheinlich mit US-Power-Metal mit Thrash-Einflüssen getauft. Also erwartet hier nicht etwa klassischen Thrash. Aber gebolzt wird hier natürlich auch mal. Was mehr an US-Metal erinnert, ist die hohe aber angenehme Stimme von Chris Renaldi, die die Band wohl deutlich von typischen Thrashern abhebt. Was aber völlig daneben geht, sind die ab und an eingestreuten Death Growls, die vermutlich von Leadgitarrist Joe Bonaddio stammen, der laut Promo auch für „Vocals“ verantwortlich ist. Diese fiesen Growls tauchen fast in jedem ungeraden Song auf, außer in Song Numero 9, sonst hätte ich schon fast ein okkultes System dahinter vermutet (nur Spaß!). Aber im Ernst: wie kann man den guten Sound durch so einen Scheiß versauen? Jungs, denkt doch mal an eure Zielgruppe! Wer solche Musik wie eure mag und kauft, kotzt regelmäßig bei Death Growls ab. Dabei ist die Musik abgesehen von diesem kleinen, Gott sei Dank nicht allzu häufig auftauchenden Manko recht gut geraten und eigentlich eine Empfehlung für Freunde des härteren US-Power-Metals. Songs wie „Symbiotic“, die ohne fiese Vocals auskommen, gehen nämlich gut ins Ohr. Also Jungs: besinnt euch für das wichtige dritte Album auf eure Stärken und lasst die ohnehin wenigen Death Growls weg. Wer sich daran nicht stört, sollte vorher ein Ohr riskieren. (Ralph)

Dantesco : "Pagano" (Cruz del Sur Music/Alive; 11/72:09)

Dantesco stammen aus Puerto Rico und singen in ihrer Landessprache Spanisch. Das stellt für mich keinen Hinderungsgrund dar, da es im Metalbereich einige Bands aus dem spanischsprachigen Raum gibt, die auf ihre Muttersprache setzen. Schwerer habe ich es da schon mit dem opernhaften Gesang von Erico La Bestia, was sicher nicht sein richtiger Name ist. Manchmal schreit oder kreischt Erico auch. Jedenfalls ist sein Gesang äußerst gewöhnungsbedürftig und ich kriege das nicht durch den Gehörgang. Ich glaube ja kaum, dass in den heutigen Zeiten irgendjemand noch ein Album blind kauft, aber hier sollte man definitiv erst einmal reinhören und checken, ob man mit dem Gesang klarkommt. Instrumental ist dagegen alles in Ordnung: melodiöser, leicht episch angehauchter Heavy Metal. Teilweise klingt das Ganze auch sakral wie am Anfang von "Por Tu Santo Amor". Aber das Sakrale liegt ja nicht weit vom Epischen entfernt. Am Ende der CD gibt es mit "I Came From Hell" und dem Ian Gillan-Cover "Gethsemane" zwei in Englisch gesungene Songs, die sicher zeigen, wie die Band auch international noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte. Über die Ziellinie retten diese Songs das Album für mich aber nicht. (Ralph)

Darkest Reign : "Here Comes The Pain" (G-Point Records; 9/41:08)

Darkest Reign stammen aus Deutschland, genauer gesagt aus dem Schwabenland. Bei "Here Comes The Pain" handelt es sich um das Debutalbum des Fünfers, welches Ende 2007 aufgenommen wurde. Die Band selbst beschreibt ihren Stil mit einer Mischung aus Melodien, Speed, Power und leisen Klängen. Auf jeden Fall ist es echter Heavy Metal, der sicher alle vorgenannten Elemente enthält. Ab und zu kommt noch ein bisschen Thrash dazu und gelegentlich hört man neben dem cleanen Gesang von Stefan Mohr auch noch ein paar dunklere Gesangsparts a´la Death Metal. Ob die von Stefan selbst stammen oder von einem anderen Mitglied der Band, kann ich den Angaben nicht entnehmen. Ich tippe ja darauf, dass das alles von Stefan kommt. Diese Gesangsparts sind aber überschaubar und passen gut in den Gesamtkontext. Stefans Gesang ist wie gesagt clean und ganz angenehm, auch wenn er weder ein Geoff Tate noch ein Ray Alder ist. Die Instrumentalabteilung liefert ein ordentliches Pfund, besonders die Gitarren von Rudolf Danner und David Bredlow kommen gut rüber, vor allem da die beiden ab und an auch mal dem Twin Guitar Sound huldigen. Auch Drummer Volker Gerstner leistet hörbar oft Hochgeschwindigkeitsarbeit, spielt dabei aber keineswegs nur straight. Der Titelsong eröffnet gleich die Scheibe und bolzt gleich ordentlich drauf los, ehe die Band das Tempo drosselt und die erste Strophe mit filigranerer Gitarrenarbeit unterlegt. Im Refrain kommen dann erstmals die oben bereits erwähnten dunklen Gesangspart dämonischer Art zum Zuge. Nach dem Refrain gibt es ein melodiöses Zwischenspiel, ehe ungewöhnlicherweise erst einmal ein Gitarrensolo folgt, bevor es wieder in die nächste Strophe und den Refrain geht. "Beginning Of The End" ist dann etwas weniger heftig und melodiöser. Bei "From The Cradle To The Grave" gibt es dann erstmals gezupfte Gitarren zu hören, die dann von verzerrten Gitarrenriffs begleitet werden, ehe beide Gitarren ins verzerrte Riffing wechseln, bis dann wieder eine Gitarre die Riffs anschlägt und die andere Gitarre Melodielinien zockt - ganz so wie wir es aus den besten Tagen des US-Metals kennen und lieben. Zwischendurch gibt es dann noch Twin Guitars, was will man mehr. Darauf folgt "Preachers Prophecy", amtlicher Speed Metal mit Double-Bass-Drums. Einer meiner absoluten Favoriten ist "Edge Of Blame", das mit gezupften Gitarren wie bei vielen guten alten US-Metal-Kracherns balladesk anfängt und dann im Refrain an Härte gewinnt, ehe es dann wieder in die balladeske Strophe geht. Was waren das noch Zeiten, als man sowas reihenweise von Metallica, Metal Church & Co. mindestens einmal pro Album präsentiert bekam. Sänger Stefan Mohr kann hier auch demonstrieren, was er drauf hat. Der nächste Song "Borderline Disease" startet zum Ausgleich der Ruhepause dafür thrashig mit Stakkato-Riffing. Dazu werden stellenweise Twin Guitars serviert und Stefan erhält mal Unterstützung durch dunklen, verfremdeten Gesang, der wie von einem Dämon klingt. Dafür geht es bei "Disapproved Faith" wieder gemäßigt mit gezupften Gitarren los, ehe die Instrumentalabteilung nach kurzer Zeit ein paar Gänge an Härte hochschaltet, bis hin zu Speed Metal mit Double-Bass-Drum-Attacken. "Independent Fire" beginnt dann umgekehrt Speed & Thrash-mäßig, bevor kurz ein bisschen gezupfte Gitarren kommen, nur um dann richtig loszubolzen. Hier werden sicher auch alle Freunde der Bay Area glücklich. Den Schlusspunkt unter eine abwechslungsreiche und kurzweilige Scheibe ohne Durchhänger setzt "Mortal Sin", mit amtlichem Riffgewitter und Geschwindigkeit, aber auch melodischen Parts wie im Refrain. Wer immer auf echten Heavy Metal steht, der trotz gesunder Härte die Melodien nicht vernchlässigt, ohne sich dem Vorwurf des Kommerzes aussetzen zu müssen, der kann hier bedenkenlos zuschlagen. Besonders hervorzuheben ist noch die gute Aufmachung der CD mit einem mehrseitigen Booklet mit allen Texten, was sicher keine Selbstverständlichkeit ist, wenn man bedenkt, dass die CD für den absoluten Hammerpreis von 7 EUR zzgl. Porto und Verpackung zu haben ist. Da dürfte euch eigentlich nichts mehr davon abhalten, die Scheibe entweder direkt bei der Band via www.darkest-reign.de oder bei der Plattenfirma via www.g-point-records.de zu ordern, oder? Also nichts wie ran, denn es gibt schon genug etablierte Bands, die euch für mehr als das Doppelte nicht mal die halbe Leistung verkaufen wollen! (Ralph)

Darkwater: "Calling the earth to witness" (Ulterium, 2007, 9tr, 68'23min)

Mitreißender Prog Metal mit viel Melodie, einer tollen Produktion, genretypisch gutem Artwork und gerneuntypisch nachvollziehbaren Song-Strukturen. Sie haben schon mal was von Spock's Beard gehört die Schweden, kopieren sie aber nicht, sondern fügen noch eine Melodic Rock Komponente ein. Solche Musik funktioniert nur mit blitzsauberem Gesang und Instrumentalisten, die ernsthaft geübt haben. Diese Hürde überspringen Darkwater mit Leichtigkeit, ein neuer Stern am Prog Metal und am Melodic Rock - Himmel, alter Schwede! (Dirk)

DawnRider : "Fate Is Calling (Pt. I)" (Massacre Records/Soulfood) (13/54:47)

Majesty-Mastermind Tarek Maghary legt uns den ersten Teil seines neuen Projektes vor. Im Unterschied zu vielen so genannten Rock-/Metal-Opern wird man hier durch die Vielzahl der gemeinsam mit Tarek singenden Akteure nicht genervt – alle fügen sich in den Gesamtsound ein. Der erste richtige Track nach dem Intro erinnert an Virgin Steele und Manowar, was sicher keine schlechte Weichenstellung ist. Kein Fan von Majesty und True Metal dürfte enttäuscht werden, sondern die amtliche Vollbedienung erhalten. In "Fate Is Calling" singt Tarek im Duett mit einer gewissen Johanna Mott, wobei female vocals im True Metal Bereich sicher eine Geschmacksfrage sind. Für mich ist das hier gerade noch im vertretbaren Bereich. Ungewöhnlich aber gut kommt auch das schnellere, an Gamma Ray und alte Helloween erinnernde "The Final Trial" daher. Überhaupt ist der Wechsel zwischen schnelleren und getrageneren Tracks/Passagen gelungen. Wer bisher nichts mit Majesty und True Metal anfangen konnte, wird sicher mit diesem Werk auch nicht auf den Zug aufspringen. Für alle Fans dieses Sounds dürften spätestens beim letzten Track "Parce Is Free", der mit Violinen-Intro beginnt und wiederum ein Duett mit Partnerin ist, alle Zeichen auf Kauf stehen. (Ralph)

Deliverance: MMI (privat, 4+2tr, 27'10min)

Aus Spanien kommen Deliverance, ein Side-Projekt von Phantom Mask. Das Cover ist ziemlich unausgegoren, sieht nach einem Elektropop-Bootleg aus. Drin ist jedoch epischer melodischer hardrockiger Metal mit schrägem Gesang, der manchmal neben den Tönen liegt, nein, der meistens neben den Tönen liegt mit coolen Songideen. Für Banger, die keine Perfektion erwarten, ein lohnendes Objekt. (Dirk)

Delorean: Dauntless (privat, 10tr, 50'05min)

Eine Band, die nach einem coolen Auto heißt. Eigentlich hätte ich da Musiker mit Minipli, Pornobalken im Gesicht, verspiegelte Sonnenbrillen und gelbe Netzhemden erwartet. Stattdessen findet man hier eine krude Mischung aus Savatage und Tracy Chapman, falls sich da jemand was drunter vorstellen kann. Die Musik geht vom Hardrock bis zum Powermetal, der Gesang ist gefühlvoll, die Produktion klingt nach der 80er Jahre Hobbythek Version eines Heimstudios. Dies nimmt den Songs einen großen Teil ihrer Spannung, kann aber die musikalischen Fertigkeiten der Instrumentalisten und der Sängerin nicht verbergen, also alles in allem: Daumen hoch (Dirk)

Demonlord: "Hellforged" (Hammer, 2005, 11 tr, 45'56min)

Eine von vielen sehr sehr guten ungarischen Bands. Außergewöhnlich ist der englische Gesang. Wer Gamma Ray mag und Brainstorm auch, kommt an den Ungarn, die auf absoluter Augenhöhe das gleiche Feld beackern, nicht vorbei. 10 speedige Songs mit tollem ausgebildetem Gesang und Instrumentalisten, die ihr Handwerk mehr als nur beherrschen mit tollen Leads und wunderschönen Melodien ohne Tralala werden nur noch getoppt von der Überballade 'Find a goal', für mich bis jetzt der Song des Jahres und wir haben schon fast November und es sind schon zahllose Major-Veröffentlichungen an uns vorbeigeplätschert. Also, kaufen! (Dirk)

Destructor "Forever in leather" (Auburn 2007, 11tr, 47'20min)

Einen Hammer vor dem Herrn abgeliefert haben Thrash-Urgestein Destructor mit ihrem neuen Album nach 2 EPs in der letzten Zeit. Wer die alten Werke kennt, wird hier sicher keine grenzenlose Überraschung erleben, man ist aber vom Thrash ein bißchen in den Bereich klassischen Heavy Metals gerückt. Rübenabschrauber wie 'Skull splitter' wechseln mit priest-lastigem wie 'Tear down the heavens'. Ein Referenzwerk für ein immer wieder auferstehendes Subgenre, gekrönt von einer fantastischen, rotzigen Gesangsleistung, Power ohne Ende. Auburn sind ein Garant für Spitzenklasse, das einzige Label das ich kenne, wo man blind alles kaufen kann, ohne böse Überraschungen. Volle Punktzahl, wir sehen uns im recall (Dirk)

Divinus: ...thoughts of a desperate mind (privat, 13tr, 59'29min)

Wie der Titel schon verrät, hauen Divinus mit der ganz großen Anspruchskeule zu. Progressiver, eher ruhiger Metal mit Tempowechseln, Breaks und schönen Stimmungen machen eine Platte aus, die man öfter hören muß, um alle Feinheiten zu würdigen, aber aufgrund der catchy Songs auch öfter hören will, was sie von vielem unterscheidet, was heutzutage Progressiver Metal heißt. Weiter so (Dirk)

The Dogma : "Black Roses" (Drakkar/Sony BMG) (10/54:50)

Ganz große Klasse, bereits ein Debutalbum solchen Kalibers vorzulegen. Auf Italiener hätte ich nicht unbedingt getippt, wenn ich es nicht vorher gelesen hätte. Liegt sicher auch daran, dass Sänger Daniele Santori nicht mit dem typischen Akzent daher kommt. Dazu kommt, dass er auch ein ordentlicher Sangesbarde ist, der auf der akustischen Ballade "Maryann" am Schluss des Albums sein volles Können demonstrieren kann. Wenn man genauer hinhört, meint man dann doch stellenweise den Speed Metal italienischer Prägung a´la Rhapsody oder auch Labyrinth herauszuhören. Dabei sind aber immer andere Elemente, die das Album zu einem Werk melodischen Heavy Metals der Oberklasse machen. Schön auch, dass die Jungs weitaus abwechslungsreicher als viele ihrer Landsleute sind. Wer weiß, was uns da in Zukunft noch aus dem Hause The Dogma erwartet. Ein solches Debut ist nicht nur ein Pflichtkauf, sondern in dieser Form bereits jetzt ein Kandidat für die Aufnahme im Archiv. (Ralph)

Domain: Last days of Utopia (LMP / SPV, 11+5tr, 51'37 + 26'12min) DoppelCD

Domain sind eine der Bands, denen ich jahrelang bitter Unrecht getan habe, doch nun will ich Buße tun, bin ungekehrt auf meinem Weg und habe alle Eure CDs im Schrank stehen. Entdeckt habe ich sie durch ihr neues Album Stardawn. Beim Rückwärtskomplettieren fiel mir von der bandeigenen Page jenes Fabelwerk in die Hände, das ich hier bespreche. Von der Presse weit unter Wert verkauft, zeigen uns die altgedienten Melodic Metaller, wie eben jene Musikrichtung klingne kann und liefern kaum bemerkt von der Öffentlichkeit ein zeitloses Refernzwerk mit Tempowechseln, tollen Melodien, mitlesenwerten Texten und intensiven Stimmungen ab. Dringende Kaufempfehlung, das gilt im Übrigen für alle Domain-Werke (Dirk)

Downdog : "In Dog We Trust" (download only/Two Side Moon Promotion; 15/64:49)

This quartet from the north west of the UK mixes alternative and hard rock. "In Dog We Trust" - which is a funny album title: just read "Dog" backwards and the well known original saying appears - is the debut album of Downdog, self financed and available for download only via the usual download stores. The songs are two much to mention every one here, but generally the mixture of alternative, hard and sometimes also independent rock ist quite interesting. How all this styles could live together you can hear for example in "In The Dark", where hard rock meets typical Brit rock sound. The more alternative side shows "Anything". Also "H.I.A.S." with an acoustic intro is more on the alternative rock side, reminding me of bands like Staind. "Fault" shows that not only Steve Vai is able to make his guitar laugh, while the rest of the track carries a very modern sound that doesn´t appear on normal hard rock albums. "Size Zero Hero" has pumping guitars, while "Against The Wall" is acoustic melancholic rock. Generally you could say that in the mixture of different rock styles lies the originality of Downdog. I think the album is mainly interesting for fans of alternative rock, but also fans of melodic hard rock and fans of Brit rock should give a listen. More information on the band you can find via www.myspace.com/downdoguk. (Ralph)

Dreamscape: "5th season" (Massacre, 2007, 10tr & 1 Vid, 65min)

Schlechte Musiker waren sie in ihrer Karriere noch nie, die Anspruchs Melodic Metaller aus dem Süden. Die holprig gewählte Bezeichnung macht aber auch klar, was Dreamscape meines Erachtens immer gefehlt hat: Emotion und Eingängigkeit. Doch das Problem ist gelöst. 2007 tönt mitreißender melodischer Hardrock aus den Boxen, die Songstrukturen sind nachvollziehbarer als zuvor und enthalten Ton gewordene Emotionen. Waren die vorigen Alben noch Klingeltöne für Physik- und Erdkundelehrer, sollte jetzt jeder Hardrockfan, der vor komplexen Songs, wie dem 15min Titeltrack nicht zurückschreckt, seine Freude an dem Album haben. Neben den Songstrukturen, die durch Hooklines Fahrt aufgenommen haben, gefällt mir auch der Gesang von Thomas Stoll besser. Weiter so, Hefte raus, Klassenarbeit. (Dirk)

Dungeon : "Resurrection" (Limb Music Products/SPV) (11/50:30)

Schon wieder ein neues Album von Dungeon? Nein, denn bei "Resurrection" handelt es sich um den Re-Release des bereits 1999 erschienen ersten offiziellen Albums, zählt man die Demo-CD "Demolition" nicht mit. Auf "Resurrection" servieren Lord Tim und seine Mannen ihren typischen melodischen Power Metal. Neben dem meist hohen Tempo besticht das ein oder andere Mal eine einprägsame Melodie wie in "Paradise" oder dem getragenen "Severed Ties", das mal für Abwechslung sorgt. "Time To Die" kommt mit für die Helloween-Phase mit Kai Hansen typischen Gitarren. "I Am Death" ist für Dungeon-Verhältnisse schon hart, teilweise auch vom Gesang, musikalisch schon fast Thrash. Den Abschluss bildet das siebeneinhalbminütige "The Legend Of Huma", das bis zur 5-Minuten-Grenze episch im Midtempo gehalten ist, ehe Dungeon wie gewohnt aufs Gaspedal treten. Gibt es auch als limitierte Doppel-CD. Pflichtkauf für Fans, Optionskauf für alle anderen. (Ralph)

Ecliptica "The awakening" (privat, 2007, 6tr, 33min)

Mal wieder eine gute Band aus Österreich, die Eure Aufmerksamkeit verdient. Die Band hat bestimmt schon mal was von Nightwish gehört und auch von Stratovarius. Aber eins vorweg: sie kopieren nichts, sondern eröffnen ihre eigene Ökonische. Es findet sich schöner melodischer, sphärischer Metal. Die Band verfügt über einen Sänger, der dem Strato-Shouter das Wasser reichen kann und einer Sängerin, die für opernhafte Parts zuständig sind. Im Gegensatz zu Nightwish und Co. werden die pompösen Elemente aber reduziert, davon profitieren die Songs für Metal-Heads gewaltig. Das Songwriting ist ausgefeilt, die CD wird öfter den Weg in euren Player finden, dicke Kaufempfehlung (Dirk)

Ecliptica: "Impetus" (privat, 2008, 10tr, 46min)

Ecliptica konnten noch ne Schüppe drauflegen. 10 Songs, davon war einer schon auf dem Vorgänger. Die Marschrichtung ist die gleiche geblieben, und das ist auch gut so. Ein Extralob geht an die Sängerin. Während Nightwish mir eigentlich immer auf die Nerven gingen, können Ecliptica mich begeistern, da das Songwriting wirklich gut ist und kein Schmalz aus den Boxen quillt. Die Aufmachung ist professionell und ein Plattenvertrag überfällig. Hallo Labels, falls ihr das hier lest, ruft mal die Band an, es wird sich lohnen!!! (Dirk)

Edda Müvek: "27. Isten az uton" (2005 Artisjus, 12tr, 54min)

Edda Müvek sind die Gründungsväter ungarischen Hardrocks, nicht umsonst trägt das Album die Nr 27. Seit 1980 erscheint regelmäßig ein Wunderwerk melodischen Hardrocks nach dem anderen. Ist die Frühphase eher progressiv, finden sich später mal bluesige, mal folkloristische Elemente, bei Album 27 überwiegen die melodischen Ohrwürmer. Alle Tracks sind eingängig und bleiben wie Klebstoff im Ohr hängen, und das trotz der ungarischen Landessprache. Wer Vengeance mag und Nazareth wird eine breite Lücke im CD-Regal aufmachen müssen, um diese mit Edda CDs zu füllen. Allerdings wird dieses Vorhaben von der sehr mäßigen Verbreitung der CDs zumindest erheblich gebremst. Isten az uton legt ein Tourpackage mit Bonfire und Victory nahe, wäre das schön... (Dirk)

Edenbridge : "The Grand Design"  (Massacre Records/Soulfood) (9/49:17)

Bereits das kunstvoll gestaltete Cover des Albums wirkt irgendwie einladend. Kein Wunder, dass da im Opener "Terra Nova" anfangs der Chor "Welcome To The World Of Grand Design" singt. Ist der Song noch ein 7-Minüter, sind mit Ausnahme des überragenden Titelsongs (10:14) die übrigen Songs zwischen 3 und 5 Minuten. Auch wirken viele Songs eingängiger auf mich, besonders "On Top Of The World", das schon mit AOR/Melodic Rock-Hookline aufwartet. Ansonsten kann man den Sound von Edenbridge wohl getrost als Symphonischen Hardrock beschreiben, von Metal zu sprechen wäre übertrieben. Aushängeschild ist neben Gitarrist/Komponist Lanvall die sehr gute Sängerin Sabine Edelsbacher. Einen richtigen Vergleich kann man (Gott sei Dank) nicht ziehen. Einflüsse/Parallelen könnten z.B. in Lana Lane/Rhapsody/Savatage mit Zak Stevens oder auch Queen gesehen werden. Besonders gut gefällt mir der vielfältige Titelsong. Gute Orchestrierung und der an Queen erinnernde Chorgesang runden die Scheibe ab. Pflichtkauf für alle Fans symphonischen Hardrocks. Die limitierte Ausgabe hat mit "Empire Of The Sun" einen (verzichtbaren) instrumentalen Bonustrack. (Ralph)

Edensands : "Living Kills" (www.edensands-band.com/Two Side Moon Promotions; 9/40:12)

Edensands is a french band coming from Lorraine (which is a french area and not a girl´s name in this case...) formed in 2006. Now the band delivers its first album which starts with the superb voice of Stefan Tudela, who easily reaches high-pitched vocal areas while still sounding good. But also the instrumental section of the band consisting of guitarists Maxence Hugues and Yoan da Costa, bassist Vinz and drummer Benjamin Nogaret plays very tight. Edensands themselves quote their influences with the likes of Edguy, Symphony X, Yngwie Malmsteen and Skid Row. To be honest, I find their far from being a copy of any of the bands quoted and maybe with the exception of Edguy none of the above listed comes near them. I´d say there is quite an original sound of their own. The opener "Path Of Life" starts with only the voice of Stefan and is melodic metal. Generally I find it hard to distinguish between melodic hard rock and melodic metal, especially here, but according to the whole album I tend more to say it´s more hard rock than metal. Finally it is melodic, sometimes with a little progressive touch, which one can hear in the way the following "Golden Fangs Hungry Dogs" with plucked acoustic guitars directly leads into the next song "Scream", the most progressive track on the album. "You´ll Sink" is a duet and features the female vocals of Sylvie Camus. If you want you could say that the next track "Run" carries a kind of Skid Row spirit. "Mother" is a straight rocker with a bit of NWOBHM riffing. A big one is the nearly all acoustic "From Dark To Light", giving Stefan Tudela the chance to show how powerful and melodic his voice is. "Last Will" is in a similar direction as the opener while the last track "Taste Of Hope" starts with a cool riff and is a melodic mid tempo rock song. If you stay listening after the end of the last track you will be rewarded by someone (must be Stefan) trying to imitate a cock. The CD comes with a full colour booklet with lyrics. There´s only one thing more to say: this CD is a must-have for all fans of melodic hard rock who like to hear some fresh sound. You can get more informations via www.edensands-band.com or www.myspace.com/edensands. (Ralph)

Eldritch : „Livequake“ (Limb Music Products/SPV; 13/59:26; 10/57:52)

Italiens Vorzeige-Progressive-Metaller Eldritch nach sechs Alben eine Live-Bilanz ihres bisherigen Gesamtwerks in Form einer Doppel-CD vor, die im limitierten Digipak – das mir leider nicht vorliegt - wohl auch noch eine DVD mit dem Konzert enthält. Mit Live-Alben ist das immer so eine Sache, denn die wenigsten Bands schaffen es die meist komplexen Studiowerke auch live überzeugend rüberzubringen und dabei auch noch eine besondere Live-Atmosphäre zu kreieren. Das ist sicher Deep Purple mit „Made In Japan“ gelungen oder Rush mit „A Show Of Hands“, wo die Songs live teilweise sogar noch einen Tick wärmer klangen. Auch AC/DC waren und sind live immer eine Bank. Viele andere sind allerdings auch daran gescheitert. Man erinnere sich nur daran, wie erschöpft Kiss seinerzeit auf der dritten Vinylseite von „Alive II“ klangen. Qualitätsmäßig bewegen sich Eldritch sicher im vorderen Drittel aller Live-Alben und man kann feststellen, dass die Songs live einen Ticken härter klingen, was zumindest einen Unterschied zu den Studioscheiben schafft. Auch bemüht sich Sänger Terence Holler, mit seinen Ansagen und Aufforderungen ein wenig Stimmung zu schaffen und versucht es dabei im Stile eines Bruce Dickinson bei Maidens Klassiker „Live After Death“, was hier dann so klingt: „Come on motherfuckers…“. Übrigens verdankt gerade Maidens Live-Klassiker eher der Atmosphäre als der Sound- und Gesangsqualität seinen Meilenstein-Status. In diesem Sinne würde ich Eldritch bescheinigen, dass sie sound- und stimmungsmäßig schon ganz gut gegen einen solchen Klassiker bestehen können, wenn sie sicher auch meilenweit davon enfernt sind, solche Songklassiker für die Ewigkeit komponiert zu haben. Dafür gehören sie bezogen auf die Hall Of Fame des Hard´n´Heavy eben einfach nicht zur ersten Garde. Ein Must-Have ist das Album sicherlich nur für eingefleischte Eldritch-Fans, die sich aber auch ganz sicher die limitierte Ausgabe mit der Bonus-DVD zulegen sollten. Alle anderen Interessierten sollten auch eher zusehen, dass sie auch zu der wertigeren Version mit DVD greifen. (Ralph)

Elektradrive : “Living 4” (Valery Records/Promo: Two Side Moon Promotions; 14 tr./61 min.)

Elektradrive from Italy started way back in 1983. The first full length album – a single was released in 1984 - of this melodic hard rock outfit saw the light in 1986 being called “Over The Space”. The second album “Due” appeared in 1989, while the third album “ Big City ” was released in 1993. After almost ten years of silence Elektradrive started to write songs again. The result is “Living 4”, being released in 2009. Hailed by the press as the best Italian AOR band, I would definitely not describe their style as pure AOR. More I see Elektradrive as a groove-orientated hard rock band, highly melodic, with a laid back sound, slightly alternative  like for instance early King´s X (not the stuff they play today), especially with the multi-vocal arrangement in the choruses. Another plus is the powerful melodic voice of singer Elio Maugeri. Also guitarist and main songwriter Simone Falovo has a warm, melodic guitar tone. So they have it all: good melodic songs, originality, a well produced record. Whoever likes melodic hard rock of the laid back kind that doesn´t directly hit you in the face should check out this record. The band definitely deserves more listeners. (Ralph)

Europe : "Secret Society" (Sanctuary/Rough Trade; 11/45:51)

Mit Spannung hatten sicher alle Europe-Fans das erste Comeback-Album "Start From The Dark" erwartet. Auf diesem klangen Europe deutlich reifer, gingen ein wenig auf Distanz zum 80-er Jahre Sound, blieben aber identifizierbar. Genau diesen Weg beschreiten Europe mit "Secret Society" aus meiner Sicht erfolgreich weiter. Wer Songs a´la "The Final Countdown" erwartet, dem wird sicher schon der Rock´n´Roll meets Grunge Titeltrack als Opener quer im Hals stecken bleiben. Man muss den Jungs einfach zugestehen, dass sie eben mit uns älter und erwachsener geworden sind. Einen flotten melodischen Rocker präsentieren Europe dann schon mit dem nächsten Song "Always The Pretenders". Insgesamt klingt die Gitarrenarbeit von John Norum vor allem abseits der Soli deutlich grungy. Dabei bleibt immer alles schön melodisch. Stark ist auch "Let The Children Play" geraten, mit der Chorstimme eines Jungen, der fast wie ein ganzer Chor klingt - dank der Technik. Richtig schön - vor allem auch textlich - ist das getragene "A Mother´s Son" geworden. Bei "Brave And Beautiful Soul" kommen gar U2-mäßige Klänge auf (a´la "New Year´s Day"), die mir schon zuvor an einigen Stellen aufgefallen waren. Nach dem Rausschmeißer "Devil Sings The Blues" bin ich mir sicher, dass Europe auch mit diesem Album weiterhin fester Bestandteil meiner Playlisten bleiben werden. Pflichtkauf für alle gereiften Europe-Fans. (Ralph)

Everglow "Turn back time" privat (5 / 27'22)

Es gibt schon abgefahrene Namen, die Sängerin der aus Belgien stammenden Formation heißt Cindy Baert. Und nein, sie kennt das Sturmduo des deutschen 70er Jahre Schlagers nicht mal namentlich. In einer Band ist sie auch, deren Privatpressung mir hier vorliegt. 5 Stücke sind drauf, etwas proggig, etwas düster, weiblicher Gesang, so eine Mischung ist zur Zeit doch ziemlich populär. Um so bedauerlicher, daß Everglow eher unter Ausschluß der Öffentlichkeit existieren. Längere Songs mit Substanz und Wiedererkennungswert, die Produktion ist für ein Privaterzeugnis sehr ordentlich. Vorher gab es schon 2 Demos 'When I die' und 'The search', sowie ein Erstlingswerk namens 'A new life'. Schaut mal in die Homepage rein und tut was für den Underground. (Dirk)

metal-almanac.com  | randall.flagg@web.de